Reise zur totalen Sonnenfinsternis
am 1. August 2008 in der Mongolei

 

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Robert Nufer

Robert Nufer, Rainer Kobelt

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Die von VISTA-Reisen Basel organisierte Finsternis-Reise gipfelte für unsere Gruppe in der erfolgreichen Beobachtung der Sonnenfinsternis im äussersten Westen der Mongolei. Die anschliessende Fahrt durch unwegsame Gebirgspfade und die weiten Steppen am nördlichen Rand der Wüste Gobi nach Ulan Bator wurde dann zu einem strapaziösen Erlebnis für uns und vor allem für unsere Fahrzeuge - Grenzen wurden erreicht oder überschritten. So oder so ... die Reise wird uns allen in intensiver Erinnerung bleiben.

 

 

Der digitale Kartenausschnitt wurde freundlicherweise vom Reise Know-How Verlag Bielefeld zur Verfügung gestellt.
Finsternis-Berechnungen und grafische Gestaltung: Robert Nufer

Die Karte zeigt die Position unseres Beobachtungsstandorts in der Provinz Khovd südlich des Altai-Gebirges.

 

 

Sonntag, 27. Juli 2008 - Abstecher nach Berlin

 

Bevor wir mit MIAT über Moskau nach Ulan Bator fliegen, haben wir ein paar Stunden Zeit, um einige Sehenswürdigkeiten in Berlin zu besichtigen. Käthi, Ekkehard, Sabine, Pa und Timo, sowie Susi und ich fahren mit dem Bus in die Stadt. Nach einer Erfrischung am Bahnhof Zoo zeigt uns Ekkehard den ehemaligen Mauerverlauf an der Leipziger Strasse. Von dort schlendern wir entlang der niedersächsischen Ländervertretung und der riesigen Gedenkplastik des Holocaust-Mahnmals zum Brandenburger-Tor am Pariser Platz.

 

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Modernes Berlin am Potsdamer Platz.

 

Die Quadriga auf dem Brandenburger-Tor, welches einst die Grenze zwischen den Staaten des Warschauer Pakts und der NATO bildete. Heute ist es ein Symbol der Wiedervereinigung.

 

 

 

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Im Garten der Niedersächsischen Ländervertretung: Die vergoldeten Barock-Figuren sind Teil des Gartentheaters der Herrenhäuser Gärten und zählen zu den bedeutendsten Attraktionen der Niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover.

 

 

Zurück am Flughafen Tegel ist unsere 28-köpfige Reisegruppe komplett. Neben sechs Deutschen stossen Urs und Rainer zu uns, welche bereits 2006 in Libyen dabei waren. Die nächste Etappe ist der gut zweistündige Flug nach Moskau, wo wir das Flugzeug kurz verlassen müssen und ein Schlangentheater mit Safety-Check trotz Transitkarte aufführen dürfen.

 

 

Montag, 28. Juli 2008 - Ulan Bator

Ulan Bator erreichen wir am nächsten Morgen früh. Wir werden am Flughafen abgeholt und lernen Jocho kennen, einen kleinen, gut deutsch sprechenden Reisebegleiter, der seinerseits in der DDR studiert hatte. Nachdem wir im Hotel Bayangol eingecheckt haben, spazieren wir mit Jocho zum Sukhbaatar-Platz, an dessen Rand sich das Parlamentsgebäude befindet. Nach dem Einkaufen von Postkarten essen wir in einem kleinen Restaurant zu Mittag. Die zwei Frauen, welche uns bedienen, haben sich in schicke mongolische Trachten geworfen.

Auf dem Zaisal-Hügel am Stadtrand, den man nach einem Aufstieg über sechshundert Stufen erreicht, besichtigen wir das gleichnamige Denkmal, das hauptsächlich den Sieg sowjetischer Truppen über Deutschland glorifiziert, aber auch jüngere mongolische Pioniertaten wie den ersten Raumflug eines mongolischen Kosmonauten und dessen Hochzeit zeigt.

Die letzte Etappe des heutigen Kulturprogramms ist der Besuch des Choijin Lama Luvsankhaidav Klostermuseums mitten in der Stadt. Dieses wurde zwischen 1904 und 1908 für Choijin, dem Träger des Staatsorakels und jungen Bruder des Bogd Gegeen VIII,  errichtet. Buddhistische Ritualgebräuche, Kunstwerke, originale Seidenikonen und Tsam-Tanzmasken ausgestellt. Nicht zu übersehen sind die an der Decke des Haupttempeleingangs dargestellten buddhistische Höllenquallen. Wir können einigen Minuten den maskierten Tänzern beim Üben zuschauen.

 

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Das Parlamentsgebäude auf dem General Sukhbaatar-Platz in Ulan Bator.

 

 

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Mittagessen in einem "typisch Mongolischen" Restaurant.

 

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Bild-Szene des Zaisal-Denkmals: Dschügderdemidiin Gürragtschaa, erster und bislang einziger Mongole im All bei seiner Hochzeit.

 

 

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Susi, Pa und Timo posieren vor dem "legendären" Panzer als Kriegsdenkmal am Fusse des Zaisal-Hügels.

 

 

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Die über zwanzig Meter hohe Buddha-Statue gleich neben dem Zaisal-Hügel, ein Geschenk eines reichen Vietnamesen an die Mongolei?

 

 

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Gegensätzliche Stilrichtungen in Ulan Bator, je nach Blickrichtung des Fotografierenden: Choijin Lama Tempelmuseum und modernste Architektur.

 

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Verschiedene Szenen in der Tempelanlage des Choijin Lama Tempelmuseums.

 

Bild: Rainer Kobelt, Wabern (Schweiz)

Bild: Rainer_Kobelt_199xA051.JPG

 

Musikdarbietung auf dem Morin khuur in der Tempelanlage des Choijin Lama Tempelmuseums.

 

 

 

Dienstag, 29. Juli 2008 - Ab ins MPC

Bereits müssen wir wieder auschecken, denn heute werden wir in einem Mongol Palace Camp (MPC) übernachten. Als wir nach dem Frühstück auf den Car warten, bietet sich ein hübscher Anblick am Himmel: Ein 22°-Grad-Halo mit zwei Nebensonnen.

Noch in der Stadt besuchen wir das Gandan-Kloster. Einer der Tempel beinhaltet die grösste stehende Buddha-Figur Asiens.

Die Fahrt nach Norden dauert etwa zwei Stunden. Dann befinden wir uns im Nationalpark  Gorkhi Terelj, was immer hier Nationalpark auch heissen mag. Hauptsache, es kostet etwas. Mehrere Firmen haben hier Camps eingerichtet. Unser Camp, eines von mehreren MPCs, heisst San Juulchin und ist so in einen Hang gebaut, dass es auf drei Seiten von Wiesen und Bergen gesäumt wird. Hier kann man sich richtig entspannen. Das Camp bietet den Luxus von Toiletten und Duschen mit fliessendem Wasser.

Zu Mittag gibt es die typische, sehr feine Gemüse-Suppe. Derart gestärkt zieht es viele von uns auf die Hügel und Berge, welche das Camp umsäumen. Die Wiesen sind relativ mager und gleichen Jurawiesen oder voralpinem Gelände bei uns.

Die tief stehende Sonne lässt uns zwei kleine Experimente durchführen. Richtig positioniert kann ein Martinsloch gesehen werden und auch den Oppositionseffekt kann ich von einem Hügel aus gut fotografieren.

Patrick, Timo, Susi und ich schlafen heute Nacht in einer Vierer-Jurte. In der Nacht wird es ziemlich kalt in der Jurte, denn der böige Wind pumpt die warme Innenluft aus der Öffnung im Dach ins Freie und durch die vielen undichten Stellen an den Seiten kommt so kalte Luft ins Zelt.

 

 


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Deutlich sichtbarer Halo, gesäumt von zwei Nebensonnen.

 


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Dach eines Tempels im Gandan-Kloster.

 

 

 

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Gebetsmühlen im Gandan-Kloster.

 

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Jurten des San Juulchin Tourist Camps.

 

 

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Edelweiss

 

 

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Türkenbund-Lilie

 

 

 

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???

 

 

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Hahnenfuss ?

 

Blumenvielfalt in der Umgebung des MPCs.

 

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Unser "selbst gebasteltes Martinsloch".

 

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Oppositionseffekt: Im Gegenpunkt zur Sonne, die Kamera in meiner über dem Kopf gehaltenen Hand, sind keine Schatten zu sehen, was zu dieser merkwürdigen Aufhellung führt.

 

 

 

Mittwoch, 30. Juli 2008 - Flug zur Zentrallinie

Nach dem Frühstück müssen wir uns bereits von diesem schönen Ort verabschieden, heute folgt der Flug in den Westen der Mongolei. Unterwegs nach Ulan Bator machen wir den Abstecher zum Schildkröten-Felsen, einem Muss für Touristen in der Gegend.

Wieder in Ulan Bator verabschieden wir uns von Jocho und checken für den Flug nach Bulgan ein. Um das Gewicht unseres Gepäcks möglichst gut zu verteilen (maximal 15 kg Freigepäck pro Person), gebe ich die beiden 12 V Akkus Patrick ins Gepäck. Prompt werden die Koffer geröntgt und Patrick muss den Beamten erklären, was das für Dinger sind, 1.5 kg schwer, mit elektrischen Drähten verbundene Anschlüsse und mit Klebeband umwickelt.

Der Flug in der Fokker 50 dauert gut zwei Stunden. Unter uns sind die weiten Ebenen zu sehen. Strassen gibt es keine hier, aber viele Pisten und Fahrspuren im Sand und des Steppe.

Vor dem Flughafengebäude ist das erste Finsternis-Poster angebracht. Wir müssen auf unser Gepäck warten, bis die Maschine auf der Sandpiste wieder abgehoben hat.

Dann bringt man uns in mehreren Fahrzeugen ins Camp. Die Fahrt dorthin gibt uns einen ersten Eindruck von den "Strassen"-Verhältnissen, die wir noch zu Genüge erleben werden. Das Camp ist etwa 35 km entfernt.

Endlich sind wir am ersten grossen Ziel unserer Reise: Drei Jurten, ein Militärzelt, Dusch- und Toilettenvorrichtungen für uns die beiden anderen Gruppen, die noch erwartet werden.

Wir bekommen Einer- oder Zweierzelte ausgeteilt, die wir jetzt, einige zum ersten Mal, selber aufstellen können.

Das Essen wird offenbar von einer einheimischen (kasachischen) Familie zubereitet: Gemüseeintopf mit Hammel, wie wir es bereits kennen. Aber schmecken tut's immer, wenn man hungrig ist.

Das Camp ist in einer weiten Ebene, welche im Nordwesten von den Ausläufern des Altai gesäumt wird und es bietet sich eine sehr gute Horizontsicht. Bei Finsternismaximum wird die Sonne ja nur 22° über dem mathematischen Horizont stehen, was hier überhaupt kein Problem sein wird.

Nach dem Eindunkeln setzen wir uns draussen zusammen und bestaunen den Himmel, der jetzt fast wolkenlos geworden ist. Die wenigen Wölkchen am Horizont sind im Gegensatz zu unseren heimatlichen Wolken schwarz und sie sind eigentlich nur daran zu erkennen, dass sie Sternenlicht nicht durchlassen. Streulicht von Dörfern ist überhaupt keines auszumachen, herrlich. Neben der Internationalen Raumstation ISS sehen wir viele Sternschnuppen; es ist die Zeit, da die ersten Perseiden sichtbar werden.

 

Bild: dscn0533.jpg

Der Schildkröten-Felsen im Gorkhi Terelj-Nationalpark.

 

Bild: dscn0550.jpg

Landschaft im Westen der Mongolei; kurz vor der Landung in Bulgan.

 

Bild: dscn0553.jpg

Nach der glücklichen Landung in Bulgan, aber das Wetter ist alles andere als ideal für die Finsternis.

 

Bild: dscn0567.jpg

Es ist tatsächlich Bulgan ...

 

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Susi baut unser Heim für die nächsten drei Nächte.

 

 

 

Donnerstag, 31. Juli 2008 - Der Tag davor

Der Mond ist in der Morgendämmerung noch sehr gut zu erkennen und der Sand in der Luft führt zu einem relativ rötlichen Himmel. Durch die wenigen Wolken am Horizont bekommt der Himmel dadurch eine rötlich-blaue Streifung. Als die Sonne etwas höher steht, mache ich mit der Nikon S4 ein Panorama unseres Camps.

Ich hatte mir vorgenommen, bei dieser Finsternis die Temperatur wie üblich in zwei Metern Höhe, aber auch am Boden zu messen. Und dies über die beiden folgenden zwei Tage. Somit kann der Temperaturverlauf eines "normalen" Tages mit einem Finsternistag verglichen werden.  Zu diesem Zweck habe ich zwei Sensoren (Typ Testostor 171-2) dabei, welche die Temperatur und Luftfeuchtigkeit alle 15 Sekunden messen und speichern. Nach dem Aufstehen fixiere ich den einen Sensor (Nr. 1) eingerollt in ein weisses Papierrohr (250 g/m2) in zwei Metern Höhe an einer Leine auf der weissen Restaurant-Jurte, den andern (Nr. 2) lege ich in einer weissen, seitlich offenen, Schatten spendenden Schachtel so auf den Boden, dass der Sensor etwa 5 cm über dem Boden zu liegen kommt.

Den ganzen Tag verbringe ich im Camp. Ich verzichte darauf, heute etwas zu unternehmen. Vielmehr kann ich in aller Ruhe meine Vorbereitungen für den morgigen Tag machen.

Am Nachmittag treffen eine deutsche und eine dänische Gruppe ein. Ein Deutscher jammert über die Reise, welche sie eben aus Ulan Bator kommend, hinter sich gebracht haben. Ich befürchte, dass auch uns eine sehr strapazierende Reise bevorsteht.

Als es eindunkelt, suche ich mir einen etwas abgelegenen Platz, an dem ich die Finsternis in Ruhe beobachten kann. Dort stelle ich die Takahashi-Montierung auf und norde sie ein, so gut es geht. Mein Standort ist WP 26 in Erwins Liste und hat die (WGS84)-Koordinaten:

 

45.9588°N

91.8043°E

1185 m
 

Damit liegt er etwa 260 Meter nordöstlich des Camps und etwas näher an der etwa einen Kilometer entfernten Zentrallinie.

 

 

Bild: dscn0580.jpg

Morgendämmerung am Tag vor der Finsternis. Noch ist der abnehmende Mond sehr gut zu sehen.

 

Bild: panorama2.jpg

Die Sonne steht noch sehr tief und die meisten unserer Gruppe sind noch am Schlafen, als ich dieses Panorama schiesse.

 

Bild: img_4759.jpg

Fata Morgana südlich des Camps.

 

Bild: img_4752.jpg

Mehrere Schwarzmilane kreisen über dem Camp.

 

 Wolkenlauf

Am Nachmittag kommt vom Altai her Quellbewölkung auf. Ich entscheide mich, einen "Film" davon zu machen und stelle die Kamera mit aufgesetztem Weitwinkelobjektiv auf Urs' Stativ. Während fünf Viertelstunden nehme ich alle fünf Sekunden ein Bild auf. Der Film (25 Bilder/Sekunde) kann durch einen Klick auf das linke Bild heruntergeladen und gestartet werden. Die 75 Minuten werden in knapp 40 Sekunden wiedergegeben.

 

Windows: .exe

ESC = stop

 

All OSs: .avi
 
Media player
 

Bild: dscn0591.jpg

Für die musikalische Unterhaltung ist eine kasachische Folklore-Gruppe zuständig.

 

 

 

Freitag, 1. August 2008 - Tag der Finsternis

Vor Sonnenaufgang versuche ich, den Mond zu erspähen, aber es gelingt nicht. Ebenso zu den Frühaufstehern gehört Stig Linander aus Dänemark, der wie ich Mitglied der Internet-Gemeinde SEML (yahoo group Solar Eclipse Mailing List). Zum ersten Mal treffe ich einen SEMLer "aus Fleisch und Blut". Die Dänische Reisegruppe werden wir in den kommenden Tagen begleiten, denn sie fahren wie wir ein grosses Stück Richtung Ulan Bator und werden dann nach Süden in die Wüste Gobi abbiegen, wo sie weitere fünf Tage verbringen werden.

 

 

Bild: dscn0608.jpg

Vor Sonnenaufgang zeichnet sich der Erdschatten sehr deutlich am Himmel ab. Bei dieser Aufnahme handelt sich um das nicht bearbeitete Originalbild.

 

 

Bild: dscn0609.jpg

Dänischer "Eclipse chaser" und Ornithologe Stig Linander, meine erste SEML-Bekanntschaft in persona.

 

Bild: dscn0610.jpg

Ebenfalls ein Frühaufsteher: Urs, unter anderem auch ein Vogelkundler.

 

An meinem Beobachtungsstandort, 260 Meter vom Camp entfernt, sind nur Käthi, Mario, Friederike und ich. Hier haben wir unsere Ruhe während der ganzen Finsternis. Es ist überhaupt nichts zu hören, ausser manchmal einem leisen Lüftchen. Kurz vor der Totalität spüren wir eine letzte Windböe.

 

 

 

Bild: dscn0620.jpg

Mario hat ein Schweisserglas zum Beobachten der nur partiell bedeckten Sonne mitgebracht.

Bild: dscn0619.jpg

  

 

Bild: dscn0624.jpg

Die Canon EOS 400D DIGITAL auf der Takahashi-Montierung, welche mir Urs Straumann ausgeliehen hat. Als Gegengewicht habe ich eine Pet-Flasche mit etwas Sand gefüllt und um die Gegengewichtsstange gebunden. Die Kamera ist über USB mit dem Laptop verbunden, auf dem das Programm SETnC die ganze Finsternisfotografie selbstständig erledigt.

 

Bild: ekkehard_panel_2.jpg

Original-Video: Ekkehard Stürmer, Uetendorf (Schweiz)

 

Die immer dunkler werdende Landschaft während der partiellen Finsternis bis kurz vor der Totalität, gefilmt von Ekkehard mit einer Videokamera bei fest eingestellter Blende. Damit wird die absolute Helligkeit festgehalten. Aus der (zum Teil unterbrochenen) Videosequenz habe ich versucht, ungefähr gleiche Intervalle heraus zu picken und zu einem Verlaufsbild zusammenzustellen.  (Die ungefähren! Zeitangaben sind westmongolische Lokalzeit).

 

Fliegende Schatten (Shadow bands)


Original-Video: Ekkehard Stürmer
Bearbeitung: Robert Nufer


Kurz vor der Totalität schwenkt Ekke seine Kamera in Richtung Jurte, um eventuelle Fliegende Schatten filmen zu können. Die Sequenz links (ca. 20  Sekunden) zeigt oben links die Originalaufnahme, oben rechts die jeweilige Differenz von Bild zu Bild (x5) und unten links die um die Verstärkung modifizierte Originalaufnahme.

Die Fliegenden Schatten sind tatsächlich einige Sekunden schön zu erkennen.

Windows:

12 MB
Executable
(ESC = stop)

 

All OSs: avi
 
 9 MB

Media Player

Simulation und Wirklichkeit


Während der ganzen Finsternis hat meine Canon computergesteuert Bilder der Sonnenfinsternis aufgenommen. Für den Zeitpunkt jedes Bildes habe ich mit einem Ray-Tracing-Programm die schematische Situation des Halb- und Kernschattens dargestellt und das entsprechende echte dazu Bild eingefügt.

Windows:

7.2 MB

Executable
(ESC = stop)

 

All OSs: .avi
 

1.7 MB

Media Player

 

Bild: c2_panel.jpg

Diamantring-Effekt um den 2. Kontakt, dem Beginn der Totalität. Intervall zwischen den Bildern 1.5 Sek. Belichtungszeit 1/1000 Sek. bei Blende f/8 und ISO 100.

 

Bild: img_5920.jpg

Sonnenkorona: Belichtungszeit 1/15 Sek. bei Blende f/8 und ISO 100. Die Korona-Strukturen sind mittels radialer Unschärfe am Computer verstärkt worden.

 

Bild: c3_panel.jpg

Diamantring-Effekt um den 3. Kontakt, dem Ende der Totalität. Intervall zwischen den Bildern 1.5 Sek. Belichtungszeit 1/1000 Sek. bei Blende f/8 und ISO 100.

 

 

Bild: img_5923_ori_enh.jpg

Korona. 1 Sek. bei Blende f/8 und ISO 100 belichtet. Links: Original-Bild, rechts: kontrastverstärkt.

 

Bild: img_5923_ori_enh.jpg

Korona. 4 Sek. bei Blende f/8 und ISO 100 belichtet. Links: Original-Bild, rechts: kontrastverstärkt.

 

 

Neben der Sonne: Der offene Sternhaufen M44 (Praesepe)


Durch die kurze Brennweite von 200 mm ist auch der offene Sternhaufen M44 (Praesepe) im Blickfeld der Kamera. Das folgende Bild zeigt den Ausschnitt nordwestlich der Sonne. Dank Computer-Bearbeitung sind in diesem Himmelsausschnitt im Sternbild Krebs  weit über 50 Sterne sichtbar.

Die Sterne sind durch folgende Rechenschritte hervorgehoben worden:

1. Hochpass-Filter (5x5 Matrix mit Diagonalelementen -1.0 und Zentralelement 8.0) (eigenes Programm) / 2. Gauss'sche Unschärfe 1.5 Pixel / 3. Kontrast-Anpassung der Ausgabewerte 2-25 / 4. Invertierung / 5. Ein "heisses" Pixel (Fehler auf dem Kamerachip) entfernt (PhotoPaint)

 

Durch Klicken auf die beiden folgenden Bilder kann eine nicht komprimierte Version angezeigt werden.

Klicken für grosses Bild

Bild: mongolei_m44_original.jpg

 Klicken für grosses Bild

Bild: mongolei_m44.jpg

Korona (Ausschnitt). 4 Sek. bei Blende f/8 und ISO 100 belichtet. Links: Mittelwert aus fünf Original-Bildern, rechts: Hochpass-Filtrat des linken Bildes. Dadurch werden die Sterne sichtbar.

 

 

Bild: dscn0631.jpg

Harald.

 

 

Bild: dscn0637.jpg

Dietmar.

Bild: dscn0640.jpg

Freudiges Posieren nach der Finsternis: Werner Weiglein (2. v. l.), der Besitzer der Mongol Palace Camps, mit einem Kamerateam des deutschen TV-Senders VOX.

 

Temperaturmessung (SoFi-Camp Khovd-Bulgan, Mongolei)

Die folgende Grafik zeigt den Temperatur- und Feuchteverlauf am Vortag der Finsternis (links) und am Finsternistag (rechts).

 

 

Lufttemperatur und relative Feuchte im Sonnenfinsternis-Camp südlich von Khovd-Bulgan, Mongolei, am 31. Juli und 1. August 2008

 

Die grossen Ausschläge in den Temperatur-Daten werden durch die Thermik gebildet. Am späteren Nachmittag (ab ca. 11:00 UT) lässt diese stark nach. Tagsüber ist der Boden wärmer als die Luft und er speichert die Wärme auch besser. Mit nachlassender Sonneneinstrahlung wird die Luft nur noch durch die Abstrahlung des Bodens erwärmt und Boden- und Lufttemperatur gleichen sich an.

Am 31. Juli beginnt sich der Himmel vor 11:00 UT zu überziehen und die Totalität wäre an diesem Tag nicht zu beobachten gewesen. Darauf braut sich ein Sturm zusammen und nur mit viel Glück werden die Zelte nicht weggerissen.

 


 

Lufttemperatur zur Zeit der Sonnenfinsternis am 1. August 2008. Diese Grafik zeigt nur den zeitlichen Ausschnitt zwischen einer Stunde vor Finsternisbeginn bis einer Stunde nach Finsternisende.

 

 

 

Samstag, 2. August 2008 - Härtetest: Was fährt wo und wie?

Ich stehe wieder sehr früh auf, montiere die beiden Temperaturmesssonden ab und versorge sie. Ausgelesen werden sie erst zu hause. Bis dahin muss ich hoffen, dass ich sie richtig programmiert habe.

Nach dem Frühstück bauen wir alle die Zelte ab, denn es heisst Abschied nehmen von diesem entlegenen Ort, der uns doch eine fantastische Finsternis erleben liess. Sieben Personen kommen auf ein Fahrzeug, deren Fahrer bereits die beschwerliche Fahrt hierher hinter sich haben. Käthi, Patrick, Timo, Sabine, Rainer, Susi und ich werden einem blauen Fahrzeug zugeteilt, das ein Bisschen komfortabler ausschaut als die grauen Wagen.

Etwa gleichzeitig mit uns fährt die dänische Gruppe ab, die wir heute und in den folgenden Tagen noch ab und zu antreffen werden.

Im ebenen Gelände fahren wir über staubige Pisten, denn es gibt wirklich keine Strassen, nur Fahrspuren. Im Gegensatz zu vorgestern, wo alle über die wahnsinnige und ruppige Fahrweise gejammert haben, geben diese Fahrer ihr bestes für eine möglichst angenehme Reise, sei es für uns oder die Wagen, die schon bald an den Rand des Möglichen gefahren werden, denn die Fahrt geht ins Gebirge. Die Pisten werden zu Pfaden, Bachbetten und steinigen bis felsigen Passagen, durch die man eigentlich gar nicht fahren kann.

Nach jeweils weniger als dreissig Minuten kehrt unser Fahrer Boldo den Wagen gegen den Wind und macht eine Pause. Dann und wann warten wir auf die anderen, wobei oft die Motorabdeckung im Inneren geöffnet und der Motor mit Mineralwasser übergossen und gekühlt wird. Was anfänglich belustigend wirkt, wird mit der Zeit mühsam, denn je höher wir kommen desto kürzer werden diese Intervalle.

Noch bevor es richtig schwierig wird, fällt bei einem Wagen das Kühlsystem aus. Kurzerhand wird der Kühler ausgebaut und vorne auf die Stossstange gebunden, damit ein grösserer Kühleffekt erzielt werden kann.

Mit Mühe und Not erreichen wir die Jurten einer Familie, welche heisses Wasser vorbereitet hat, mit dem ein Nudelgericht in einer Styroporbox angerührt werden kann. Schmeckt gar nicht schlecht, wenn man hungrig ist, na ja, Vollpension auf mongolisch halt. Werner verspricht uns bald eine Besserung der "Strassen"-Verhältnisse, aber das werden wir die ganzen folgenden Tage immer wieder zu hören bekommen: "Morgen wird es besser werden..."

Die gebirgige Landschaft hier ist allerdings sehr schön und interessant. Endlich erreichen wir den höchsten Punkte der Etappe, linkerhand in der Ferne ein schneebedeckter Berg, der höchste im südlichen Altai, aber die Sonne steht schon relativ tief. Das Camp sei an einer schönen Stelle an einem Flüsschen, aber als wir ankommen, dunkelt es schon ein. Wir sind die letzten, die Dänen haben ihre Zelte längst aufgeschlagen und sind beim Abendessen. Was gibt's? Richtig, Nudelsuppe in der Styroporbox, die oh Wunder, sind wir hungrig, wirklich wieder schmeckt.

Die Stelle ist wirklich hübsch und unsere Zelte können wir problemlos auf Wiesengrund aufschlagen.

 

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Keine gestellte Szene, sondern die "normale" Strasse Richtung Ulan Bator.

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Leistungsoptimierung der gröberen Art: Wasser leeren, Kühler rausreissen ...


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... und an besser belüfteter Stelle wieder anbringen.


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Wer sein Fahrzeug liebt, der schiebt ... oder läuft wenigstens nebenher ... im Interesse der eigenen Gesundheit

 

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Beatrice, schon etwas gezeichnet?

 

 

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Matthias

 

 

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und Benno bei der Mittagsrast.

 

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Stundenlange Perspektive beim Motor kühlenden Warten auf die anderen Fahrzeuge

 

 

 

Sonntag, 3. August 2008

Zusammen mit den Dänen frühstücken wir. Im Dorf nebenan werden die Wagen betankt und los geht's. Nach einem kleinen Anstieg wird die Landschaft heute breiter und ebener. Natürlich müssen wir wieder oft anhalten und die Wagen abkühlen lassen. Trotzdem, es ist interessant, diese mongolische Landschaft über Stunden und Tage über sich ergehen zu lassen. So bekommt man wirklich das Gefühl für die Weite.

Nach Mittag erreichen wir eine kleine Stadt, wo wir in einem Restaurant ein vorbestelltes Mittagessen erhalten. Leider ist das Essen nicht gut und die Bedienung unfreundlich, da hätte ich lieber wieder Nudelsuppe gehabt, aber das kommt noch, keine Angst.

Hinter einem Dorf fahren wir kurz vor Sonnenuntergang links einige holperige Meter ins Feld. Wieder sind die Dänen vor uns da und haben ihre Zelte längst aufgeschlagen.

Wir mischen uns dazu und geniessen, müde wie wir alle sind, die Nudelsuppe. Ich nehme sogar eine zweite Portion. Wir heben sogar die Musse, die untergehende Venus und die schmale Mondsichel zu erspähen.

Da wir mit der Strecke im Verzug sind, dürfen wir morgen die Zelte einfach stehen lassen, da wir sie ab morgen in Karakorum nicht mehr brauchen werden. Morgen bis Karakorum? Wer's glaubt, wird selig.

 

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"Nur ein Pausenhalt", um die Wagen abkühlen zu lassen.

 

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Die Bremse eines Rades ist kaputt; her mit dem Schraubenschüssel ...

 

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Susi und Röbi posieren, während die Bremse repariert wird.

 

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Szenerie von unterwegs: Spielende Kinder auf einer Brücke.

 

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Szenerie von unterwegs: Die Hauptstrasse Richtung Ulan Bator.

 

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Gemütliches Beisammensein der dänischen Gruppe.

 

 

 

Montag, 4. August 2008 - Wen wundert's?

Für heute sind ja zwölf Stunden Fahrt angesagt. Deshalb stehen wir auch schon um sechs Uhr auf, da wir um sieben Uhr abfahren wollen. Aber wir sind in der Mongolei und um sechs Uhr steht hier niemand auf, um uns heisses Wasser für Kaffee und Tee zu kochen, wäre ja gelacht.

Kurz nach halb acht können wir dann doch losfahren.

Bei einem kleinen Dorf durchqueren wir einen Fluss und machen eine Ruhepause. Es tut gut, wieder einmal frisches, sauberes und fliessendes Wasser zu spüren. Es ist eine gute Gelegenheit, Kindern kleine Geschenke zu machen, als Belohnung für das Posieren.

Nach weiteren Stunden erreichen wir ein Jurtendorf, wo wir Mittagessen bekommen. Wie üblich, feine Gemüsesuppe mit Fleisch, dazu sogar selbstgemachte Flädli. Wir sind nur zwei Fahrzeuge, die hier angekommen sind. Später erfahren wir, dass ein Wagen ganz ausgefallen ist und die Insassen auf andere Fahrzeuge verteilt wurden. Abgesehen von der ohnehin sehr langen Fahrt, die angekündigt war, ist es mit dieser mehrstündigen Verspätung sicher nicht mehr möglich, Karakorum zu erreichen. Und Zelte haben wir ja auch keine mehr ... hmm, das gibt Ärger!

Als alle verpflegt sind, fahren wir weiter, für viele von uns ins Ungewisse. Nach Sonnenuntergang erreicht unser blaues Fahrzeug eine Brücke, hinter der wir auf die anderen warten. Die Stimmung ist da und dort jetzt schon sehr schlecht, aber wir müssen weiter, irgend ein Haus wird es doch geben, wo wir unterkommen können.

Es ist längst Nacht und wir fahren und fahren ... An der schmalen Mondsichel kann man sich im Moment auch nicht freuen. Ab und zu Lichtpunkte. Ein Dorf? Nein, nur entgegenkommende Fahrzeuge in der Steppe. Ich versuche, mit einem Pullover eine Art Kopfkissen zu basteln, um den Kopf an der Seitenscheibe anlehnen zu können ohne dauernde dagegen zu schlagen. Auch das noch: Einen Platten. Also aussteigen und Beine vertreten. Aber wie man mit Defekten umgeht, haben unsere Fahrer ja längst intus. Weiter geht's. Wollen wirklich bis Karakorum? Unmöglich, bald Mitternacht und bis Karakorum sind es noch weit mehr als zweihundert Kilometer.

Endlich eine Stadt, Bayankhongor: Weiglein und Co. haben sich entschieden, hier ein Hotel zu organisieren. Der Wahnsinn hat ein Ende. Es gibt sogar genügend Zimmer, egal wie und mit wem, ich will einfach ins Bett. Alle Fahrzeuge erreichen das Hotel, aber dem erlebten Frust muss Luft gemacht werden. Dafür haben wir nicht bezahlt, dass man stundenlange nächtliche gefährliche und holprige Pistenfahrten über sich ergehen lassen muss.

Aber morgen wird die Welt wieder anders aussehen und schliesslich sind es gerade solche Erlebnisse, an die man noch in vielen Jahren lachend zurück denkt.

 

 

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Gemeinsam geht's perfekt: Kurt und Pia bei der Morgentoilette.

 

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Endlich läuft was für die Kinder. Noch sind alle Fahrzeuge funktionstüchtig.

 

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Einheimische Kinder beim Dorf am Fluss.

 

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Irgendetwas stimmt nicht. Viel zu lange müssen wir auf die anderen warten ...

 

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Die Umgebung des Dorfes, wo uns die Nachricht des Motorschadens erreicht.

 

Bild: dscn0895.jpg

Nach 22:00 Uhr: Reifenpanne an unserem Wagen. Die Stimmung sinkt und sinkt ...

 

 

 

Dienstag, 5. August 2008 - Endlich in Karakorum!

Na, wer sagt 's? Einmal darüber schlafen und die Welt sieht wieder anders aus. Wir bekommen ein ordentliches Frühstück im Hotel. Ob wir Karakorum gestern oder heute erreichen, spielt ja eigentlich gar keine Rolle.

Der Wagen mit Motorschaden sei in der Nacht auch bereits wieder repariert worden. Die einzige Panne, nebst dem gelegentlichen "in den Wind drehen" ist heute ein platter Reifen. Eben der, der gestern Nacht montiert wurde. Endlich haben wir wieder einmal Teer unter den Rädern, allerdings nur ein kurzes Stück vor Karakorum.

Das Camp liegt einige hundert Meter ausserhalb der Stadt, sehr schön in der hügeligen Landschaft, mit Blick auf die Stadt und die älteste Klosteranlage der Mongolei, Erdene Zuu.

Das Camp bietet, wie es uns erscheint, vollen Luxus mit Dusch- und Toilettenhäuschen. Wir werden in Einer- und Zweierjurten untergebracht. Nachdem wir verköstigt sind (Gemüsesuppe mit Hammel), werden wir zum Kloster gefahren, wo für uns eine Führung organisiert ist. Allerdings sind wir viel zu müde, um jetzt noch aufmerksam zuzuhören. Der leiernde Ton der Repräsentantin tut sein Übriges dazu.

Nach einer Weile freien Herumschlenderns und Souvenir-Shoppings fahren wir auf einen Hügel, ebenfalls gleich neben der Stadt, und besichtigen das Great Khan Monument, ein Denkmal, welches unter anderem die einstige Ausdehnung der Mongolen zeigt.

Von hier oben bietet sich ein herrlicher Anblick in ein breites Tal mit einem Fluss und vielen Zuchttieren. EDie eine Yak- und Rinderzuchtfarm gehen wir gleich besuchen. Wir werden in eine Jurte gebeten und der Hausherr serviert Joghurt, Käse und Wodka. Die Frau und die Kinder bieten Souvenirs zum Kauf an, vieles mit "Beijing 2008" verziert, die in einer Woche beginnenden olympischen Spiele.

Auf einem dem Camp gegenüber liegenden Hügel besuchen wir ein Denkmal, das den Pferden gewidmet ist.

Dem kulturellen Höhepunkt der Reise dürfen wir nach dem Abendessen beiwohnen. Die Erdene Zuu Group spielt und singt mongolische Musik, unter anderem den berühmten Kehlkopfgesang. Zwei junge Frauen präsentieren einen Schwanen- und Schlangentanz.

 

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Die letzte Panne an unserem Wagen. Der gewechselte Reifen von letzter Nacht macht schlapp.

 

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Geschafft. Wir sind im MPC Khubilai Khan und lassen es uns erst einmal schmecken.

 

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Das Denkmal an den Grossen Khan. Blau die heutige Mongolei, gelb das einstige Reich der Mongolen bei maximaler Ausdehnung.

 

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Tempel im Kloster Erdene Zuu.

 

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Buddha.

 

Bild: Rainer Kobelt, Wabern (Schweiz)

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Junge Mönche auf dem Heimweg (?)

 

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Zuhause bei ... Wir dürfen Joghurt, Käse und Wodka probieren ...

 

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... während Frauen und Kinder die Ziegen melken.

 

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Einnachten über dem Mongol Palace Camp Khubilai Khan.

 

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Die Erdene Zuu Group.

 

 

 

Mittwoch, 6. August 2008

Nach dem Frühstück müssen wir diesen schönen Ort wieder verlassen. Heute steht die fast 400 Kilometer lange Rückfahrt nach Ulan Bator auf dem Programm. Die Strasse ist wirklich asphaltiert und gut befahrbar. Aber dann befinden wir uns wieder auf einer Piste. In Lun essen wir zu Mittag in einem kleinen Lokal, auch nicht eben freundlich bedient. Die Strasse von hier nach Ulan Bator ist eigentlich rot eingezeichnet, das Beste, was es in der Mongolei gibt. Aber denkste! Schon sind wir wieder auf einer Piste, wie einst im Westen. Die Strasse ist projektiert, existiert aber gar nicht! Zuerst denke ich, die Fahrer nehmen absichtlich eine Piste, um nicht einzupennen, denn sie sind sicher alle hundemüde. Bei uns wäre eine derartige Überarbeitung nicht gestattet. Wenigstens kann ich unserem Fahrer Boldo noch eine Flasche Wasser anbieten, das der er sich ab und zu über Kopf und Hals schüttet, um wach zu bleiben.

Erst unmittelbar vor Ulan Bator kommen wir wieder auf eine Strasse. Gerade rechtzeitig, um am alltäglichen Verkehrsmoloch teilzunehmen.

Endlich, das Hotel Bayangol hat uns wieder! Es ist geschafft!

Wir haben Zeit, um zu duschen und uns für das Nachtessen in einem Nobelrestaurant vorzubereiten, in das wir eingeladen sind. Wir dürfen aussuchen, worauf wir Lust haben. Susi und ich entscheiden uns für Schnitzel XXL.

Wieder im Bayangol, kommen Timo und Patrick zu uns uns wir kredenzen den letzten Abend mit ein paar Drinks aus der Minibar. Dann heisst es endgültig packen für die morgige Heimreise.

 

Click für Film (5.5 MB)

 

Vor dem Abendessen stelle ich meine Canon auf den Balkon und lasse während einer guten Dreiviertelstunde alle fünf Sekunden ein Bild schiessen. Ich hoffe, dass die Quellbewölkung einen interessanten Ablauf hergibt. Aus den 570 Bildern ist der Film links entstanden.

 

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Die über 300 Kilometer lange asphaltierte Strasse nach Ulan Bator. Auf der Strassenkarte rot eingezeichnet! Wunsch und Wirklichkeit (oben!). "Aber morgen werden die Strassen ja besser ..."

 

 

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Abendessen in Ulan Bator.

 

 

 

Donnerstag, 7. August 2008

Es ist erst fünf Uhr früh, als wir im Essraum des Bayangol ein Frühstück erhalten. Danach checken wir aus und werden zum Flughafen gefahren. Dummerweise kennt der Fahrer die Verkehrsführung zur Abflughalle nicht und so dürfen wir mit ihm noch eine Ehrenrunde drehen. Schliesslich klappt aber alles und wir checken das Gepäck bis Zürich durch.

Noch einmal überfliegen wir die Weiten der Mongolei und die Berge des Altai. Mehr und mehr verdichtet sich die Bewölkung, so dass wir der Ural gar nicht sehen können.

In Moskau führen wieder den Tanz mit der Transitkarte auf; diesmal schon routinierter.

In Berlin verabschieden wir uns von Christine, Bernhard, Detlef, Alexander, Robert und Matthias. Auch Urs und Rainer fliegen nicht mit uns weiter.

Wiederum haben wir viel Zeit bis zum Weiterflug, aber ich ziehe es vor, im Flughafen zu bleiben und bei einem Bierchen zum letzten Mal in kleiner Runde zu plaudern und zu diskutieren. Dafür hatten wir viel zu wenig Zeit während der letzten zehn Tage.

 

Wie immer ist man hinterher klüger und wird beim nächsten Mal einiges besser zu machen versuchen. Die Tagesetappen müssen viel kürzer angesetzt werden, so dass mehr Zeit gegen Ende der Tage für gemütliches Beisammensein bleibt.

 

Trotzdem hat Susi und mir die Reise sehr gefallen und wir sind sogar froh, wieder einmal dankbar mit weniger als dem selbstverständlichen Komfort und Überfluss zuhause gewesen zu sein.

 

 

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Unterwegs von Ulan Bator nach Moskau.

 

 

Hinweis zum Copyright:
Die Rechte der Bilder und Videos in diesem Bericht sind bei den jeweiligen Autoren: Robert Nufer, Therwil (Schweiz); Ekkehard Stürmer, Uetendorf (Schweiz); Rainer Kobelt, Wabern (Schweiz)

 

Webseiten:
Robert Nufer    http://RobertNufer.ch