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7500 km in Bildern

 

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  Robert Nufer

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Unsere dritte und bislang längste gemeinsame Reise durch Australien führte auf Umwegen von Adelaide nach Perth. Einen Monat lang - möglichst auf Pisten - weit draussen im Australischen Outback. Ausgerüstet mit einem 4WD Toyota Landcruiser und Zelten nahmen Manfred, Verena und ich Pisten wie den Oodnadatta Track, die Mulga Park Road und den legendären Gunbarrel Highway unter die Räder. Die Pilbara mit ihren reichhaltigen Erzvorkommen und die Fahrt entlang der Westküste hinunter bis Perth, zu weltberühmten Sehenswürdigkeiten wie dem Monkey Mia World Heritage oder der Pinnacle Desert im Nambung Nationalpark waren weitere Höhepunkte eines unvergesslichen Abenteuers.

 

 

 


GoogleEarth-Datei mit 121 Wegpunkten der Reise
 

Für Computer, auf denen Google Earth installiert ist, kann das Bild links angeklickt werden. Google Earth wird dann gestartet und es erscheint eine Liste unserer Wegpunkte.

 

 

Samstag, 25. Oktober 2008     Flug Zürich - Singapur

 

Da der Flug ab Zürich erst kurz vor Mitternacht startet, haben wir den ganzen Samstag für die letzten Vorbereitungen. Ich treffe Manfred und Verena um 17:30 am Bahnhof SBB in Basel, und um 17:42 beginnen unsere gemeinsamen Ferien. Wir ziehen es wie immer vor, viel Zeitreserve einzuplanen, damit nicht unnötig Stress aufkommt. Nach dem Einchecken haben wir entsprechend Zeit, im Flughafen herumzuschlendern und uns bei Nudelsuppe an die östlichen Essgewohnheiten anzugewöhnen. Kurz nach 22 Uhr hebt unser Flug SQ 341 mit einer B777-300ER ab.

 

 

Sonntag, 26. Oktober 2008     Flughafen Singapur

 

Beim Flug nach Osten vergeht die Zeit wirklich "wie im Flug" und es ist bereits nach 16 Uhr, als wir in Singapur landen. Seit unserem letzten Besuch vor vier Jahren hat sich einiges geändert, und ein neues Terminal ist dazugekommen. Am besten gefällt uns nach wie vor der Terminal 2 mit seinen Blumengärten (Farne und Orchideen). Auf dem Dach des Terminals 2 besuchen wir den Sonnenblumengarten. Leider ist inzwischen die Sonnenuhr von Silas Higgon defekt. Wir fahren einige Male mit den Sky Trains von Terminal zu Terminal, um zu sehen, was es an neuen Geschäften und Dienstleistungen gibt. In einem Asia Restaurant essen wir wiederum eine Suppe, bevor es kurz vor Mitternacht mit Flug SQ 269 in einer B777-200 Richtung Adelaide losgeht.

 

 


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Zwischenhalt in Singapur: Manfred und Verena im Sonnenblumengarten auf dem Dach von Terminal 2.

 

  Stopover in Singapore: Manfred and Verena in the Sunflower Gardens on Terminal 2 of Changi Airport.


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Zwischenhalt in Singapur: Prachtvolle Orchideen-Gärten im Terminal 2.

 

  Stopover in Singapore: Beautiful Orchids Gardens  in Terminal 2.

 

 

Montag, 27. Oktober 2008     Singapur - Adelaide

 

Das südliche Australien ist unter einer geschlossenen kompakten Wolkendecke - kein gutes Omen? Wir werden auf unserer Reise darauf angewiesen sein, dass die Pisten trocken sind, sonst werden grosse Teile unserer Route nicht zu befahren sein. Immerhin bietet das "schlechte" Wetter hier oben die Möglichkeit, einen Nebelbogen zu fotografieren.

Die Einreise am Flughafenzoll ist wie immer in Australien äusserst sympathisch. Als Fluggast wird man vor allem willkommen geheissen. Die strengen Zollkontrollen mit Spürhunden empfinden wir nicht als Schikane. Im Gegenteil, als Tierfreund anerkennt man gerne die gute Arbeit, welche die Hunde leisten.

Per Taxi fahren wir nach Glenelg, wo Manfred für zwei Nächte ein Apartment reserviert hat. Soviel Zeit brauchen wir, um uns vor der grossen Reise auszuruhen und unsere innere Uhr anzupassen.

Glenelg ist quasi das "Küstenquartier" von Adelaide; ein Tram verbindet Glenelg mit dem Zentrum der südaustralischen Metropole in dreissig Minuten.

Unsere Wohnung im Seawall Apartment Hotel ist schön und praktisch eingerichtet. Das Äussere ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig: Eine Unmenge von maritimem Inventar liegt aufgestapelt im Hof. Ins Office gelangt man von der Promenade aus durch ein Haifischmaul, vom Hof her muss man praktisch unter einem alten Kahn hindurchkriechen ...

Wir schlendern etwas dem Lido entlang. Nach wie vor ist es bewölkt, windig und sehr kühl. Gegen 16 Uhr 30 lege ich mich etwas hin, während Manfred und Verena einen längeren Strandspaziergang unternehmen.

 


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  Das erste "optische Experiment": Nebelbogen über den Wolken beim Landeanflug auf Adelaide.

 

"The first "optical experiment": A Fog bow above the clouds before landing in Adelaide.

 

 


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Das Seawall Apartments Hotel in Glenelg.

  The Seawall Apartments Hotel in Glenelg.

 

 

 

Dienstag, 28. Oktober 2008     Adelaide

 

Den heutigen Tag haben wir für den Besuch von Adelaide reserviert. Schon kurz nach Sonnenaufgang gehen wir die paar Meter bis zum Tram dem Strand entlang. Viele Jogger mit und ohne Hund begrüssen den neuen Tag. Das Tramticket lösen wir im Wagen und bezahlen 4.20 pro Person. Nach neun Uhr hätte es nur 2.80 gekostet, und die arbeitende Bevölkerung hätte es uns gedankt. Bei der Victoria Station steigen wir aus und schlendern zur Markthalle, wo wir dann auch frühstücken. Sonnencreme, ganz wichtig!, kaufen wir in einem Supermarkt, bevor wir durch die Fussgängerzone der Rundle Street Mall, quasi die Freie Strasse Adelaides, spazieren. Im Stadtpark ruhen wir etwas aus, bevor wir dann wieder nach Glenelg fahren, diesmal für 2.80.

Manfred ist nicht fit und geht früh ins Bett, während Verena und ich uns noch etwas auf eine Strandbank setzen und den frühnächtlichen Himmel beobachten. Noch sehen wir unterhalb Alpha und Beta Centauri einige Sterne des Kreuz des Südens. Ebenso können wir beim Aufleuchten eines hellen Meteors einen geheimen Wunsch absetzen.

 


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Das Tram Adelaide - Glenelg.

  The Tram from Adelaide to Glenelg.

 


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Victoria Square im Herzen Adelaides.

 

  Victoria Square in Adelaide.

 

 

 

Mittwoch, 29. Oktober 2008     Adelaide - Peterborough (302 km)

 

Wir stehen sehr früh auf, duschen und gehen beim Italiener neben der Stadthalle frühstücken. Dann packen wir, verabschieden uns vom maritimen Gerümpel und fahren per Taxi zum Autovermieter Britz. Manfred und ich schauen uns die Kurzanleitung für den Toyota Landcruiser 4WD ab DVD an, noch nicht ahnend, wie wertvoll die Informationen noch werden sollten. Unsere bisherige Erfahrungen mit Britz waren jeweils sehr gut; noch nie mussten wir auch nur ein Rad wechseln, geschweige andere technische Probleme lösen ...

Um 11 Uhr ist es soweit: die Reise in eigener Verantwortung beginnt. Kilometerstand auf dem Tachometer: Sage und schreibe 180'782.

Möglichst immer geradeaus, und natürlich links fahrend, durchqueren wir Adelaide, kommen wieder am schönen Victoria Square vorbei und verlassen die Stadt in östlicher Richtung. Unser Tagesziel ist eigentlich nur das Verlassen der Stadt und dann einige Kilometer weiter, aber der Wagen fühlt sich so gut an, dass wir schon richtig losfahren können.

Ausserhalb Adelaides wird es unerwartet gebirgig und vorbei an Stauseen mit Trinkwasser für die Metropole erreichen wir schon bald das Barossa Valley, das weltberühmte Weinanbaugebiet Australiens. Wenn wir schon da sind, dann ist unser Zwischenziel Tanunda, wo wir unbedingt wieder ein Bier trinken wollen, wie damals vor sechs Jahren ...

Wir entscheiden uns, noch keine Einkäufe zu tätigen, sondern nach Peterborough weiterzufahren und dann morgen früh mit eigenem Futter bepackt, richtig loszufahren.

Schon kurz nach Tanunda beginnt der Getreideanbau zu überwiegen. Die Gegend ist nebst dem kleinen Barossa Valley ein riesiger Getreidegürtel Australiens. Noch immer ist es kühl und ab und zu regnet es leicht. In Peterborough finden wir das Motel "The Cottage": Heute schlafen wir noch in Haus und Bett.

Neben zwei Schlafzimmern hat die "Hütte" eine sehr grosse Garage, welche wir als Teezimmer und Briefing-Raum benutzen. Wie überall in Australien, muss bei Übernachtungen Tee und Kaffee zur freien Verfügung stehen. Und vielerorts, so auch hier, wird dazu sogar etwas Schokolade oder Gebäck gereicht. Wir besprechen die weiteren Tage und vor allem, was wir morgen früh einkaufen wollen.

Heute Abend mögen wir nicht selber kochen, also gehen wir in ein Pub und bestellen an der Bar nebst Bier eine Tagessuppe. Die kommt zwar sehr spät, aber ein typisch australisch-freundliches "Thank you for being patient (smile)," lässt das Warten gerne vergessen; zudem schmeckt die Kürbissuppe prima.

 

 


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Déjà-vu in Tanunda nach sechs Jahren: Ein Bier im "barrels".

  Déjà-vu in Tanunda, six years after: A beer in "barrels".

 


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Motel "The Cottage".

  Motel "The Cottage".

 


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Motel "The Cottage": Garage oder Briefing-Raum.

  Motel "The Cottage": Garage or briefing room.

 

 

 

Donnerstag, 30. Oktober 2008     Peterborough - Lyndhurst (419 km)

 

Heute geht 's richtig los. Wir kaufen Essen, Orangensäfte und viel Wasser ein, so dass wir im Ernstfall mehrere Tage durchhalten könnten. Verena findet in einem Hardware Store günstige Campingstühle, von denen wir drei ergattern. Auftanken und dann fahren wir um 10 Uhr ab Richtung Flinders Range. Über Carrieton erreichen wir Hawker, den Ort an der alten Ghan-Strecke, den wir auch 2002 anlässlich unserer Sonnenfinsternisreise liebgewonnen hatten. Heuer werden wir hier nicht übernachten, aber von einem Besuch auf ein Bier im alten Bahnhofsrestaurant könnte uns nichts abhalten. Es ist 37 °C und ein entsprechend heisser und trockener Wind bläst. Der Wirt ist immer noch der gleiche wie damals, allerdings hat er jetzt einen Hund, "Brutus", der sofort mit uns spielen und sich kraulen lassen will. Wir tragen uns ins Gästebuch ein und bekommen als Dank für den Besuch drei Kugelschreiber und Glücksarmbänder geschenkt.

Um 14 Uhr erreichen wir Wilpena, das Visitors Center im Wilpena Natural Park. Wir haben nicht allzu viel Zeit für grosse Wanderungen, also spazieren wir etwa eine Stunde dem Bächlein Wilpena entlang. Das durch Laub und Erde rot gefärbte Wasser erzeugt zweifarbige Schatten; diese sind auf der sonnennäheren Seite bläulich, auf der anderen Seite rötlich.

Zum ersten Mal treffen wir auf ein Känguru und zwei Emus. Wir befahren die wunderschöne Strecke durch den Park, den wir dann hinter der Brachina Gorge verlassen, um auf die Strasse nach Norden Richtung Leigh Creek zu gelangen.

Es ist bereits 18:15 Uhr, als wir Leigh Creek erreichen. Allerdings ist es nicht einfach ein kleiner Ort mit Motel oder so, sondern eine kleine "künstliche" Stadt, erbaut von einer Minen-Firma, und um jedes Grundstück ist eine Mauer zum Abhalten des Sandes, dazu scheint der ganze Ort menschenleer, also nichts zum Verweilen. Wir probieren es im offiziellen Caravan-Park, aber auch da ist niemand zu sehen. Uns bleibt nichts übrig, als zum nächsten Ort zu fahren und dort unser Glück zu versuchen. Und dieser Ort ist Lyndhurst, 2002 Treffpunkt Tausender Finsternis-Freaks und Hippies, die damals anlässlich der totalen Sonnenfinsternis kurz vor Sonnenuntergang eine Riesenfete erlebten. Und heute? Laut Reiseführer wohnen gerade einmal achtzehn Menschen in Lyndhurst.

Unterwegs befinden sich die Coal Mines von Leigh Creek, welche wir uns kurz ansehen gehen, obschon die Sonne schon sehr tief steht und wir noch nicht ausprobiert haben, wie die Zelte funktionieren!

Dann endlich sind wir in Lyndhurst, wo wir ausser zwei Lastwagenfahrern die einzigen Nichteinheimischen sind. Wir bekommen vor dem Hotel ein Stückchen Rasenfläche zugewiesen und stellen das Bodenzelt für Manfred und Verena auf. Mein Dachzelt ist schnell aufgeklappt, wie das geht, wissen wir von der letzten Reise.

Wir essen im Motel zu Nacht, das Essen wird von einer jungen Deutschen zubereitet, die irgendwie hier hängen geblieben ist. Dann gehen wir zu Bett, und um 23 Uhr beginnt ein böiger Wind zu blasen, ziemlich garstig, denn wir wissen noch nicht genau, was man am besten anzieht, damit die Nacht im Freien auch wirklich der Erholung dient. Der kalte Wind bläst hartnäckig die ganze Nacht durch. Mich jedenfalls fröstelt es in dieser Nacht, da ich noch auf den Schlafsack verzichte.

 

 


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Der alte Ghan-Bahnhof in Hawker.

  Old Ghan Railway Station in Hawker.

 


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Papagei im Flinders Range Natural Park.   Wallaby im Flinders Range Natural Park.

 


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Das Wasser der Wilpena erzeugt farbige Schatten.

  Colored shadows.

 


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Blick in eine der Kohleminen von Leigh Creek.

  View into a coal mine near Leigh Creek.

 


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Das alles ist - Lyndhurst.

  Lyndhurst - that's it ...

 


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Erinnerungen an die Sonnenfinsternis 2002, als Lyndhurst kurz "Hauptstadt der Welt" war.

 

  In remembrance to the total solar eclipse of 2002, where Lyndhurst was for short "Capital of the World".

 

 

Freitag, 31. Oktober 2008     Lyndhurst - Coober Pedy (469 km)

 

Um 04:00 früh wird das Wetter ungemütlich; starke Böen peitschen und beanspruchen Manfred und Verenas Zelt. Beim aufstehen um sieben Uhr regnet es leicht. Wir frühstücken vor der Toilettenanlage, um einigermassen vom Wind geschützt zu sein. Ab jetzt fahren wir auf einer Piste, die dann in Marree zum Oodnadatta Track werden wird. Linkerhand hat ein Sammler zwei Flugzeuge auf- und ausgestellt. Der nächste Ort ist Marree, ebenfalls an der alten Ghan-Linie gelegen. Zur Erinnerung ist eine Lokomotive der Commonwealth Railways ausgestellt; ebenso ist das Bahnhofsgebäude restauriert worden. Die Piste verläuft ab hier nordwestlich. Am Ufer des ausgetrockneten Lake Eyre South rasten wir kurz, bevor wir dann als kleinen Abstecher bei den Mound Springs zu Mittag essen. Diese artesischen Quellen ähneln von weitem Tafelbergen, sind aber eher "vulkanartige" Brunnen mit Wällen aus Sand und Salz, deren Ränder aber, erstaunlich, mit Gras bewachsen sind, als gedeihe es auf bestem Boden.

Um 14:45 erreichen wir nach einer ermüdenden Fahrt den Ort William Creek, mit offiziell achtzehn Einwohnern eine der kleinsten Gemeinden. Verbunden mit dem Namen Kidman ist hier eine der grössten Farmen der Welt mit über 30'000 Quadratkilometern, dreiviertel der Fläche der Schweiz. Der wirtschaftliche Höhenflug ging aber noch im neunzehnten Jahrhundert zu Ende, selbst das Eisen der Schienenstränge der einstigen Ghan-Linie wurde grossteils entfernt und die Holzschwellen wurden (und werden?) für Sprüchlein am Bahndamm verwendet.

Auf unsere Cola müssen wir warten, bis einer der beiden anwesenden Gäste irgendwo eine Bedienung auftreibt. Unmittelbar danach verlassen wir den Ort, wo wir eigentlich hätten nächtigen wollen, und entscheiden uns, möglichst weit Richtung Coober Pedy zu fahren.

Damit verlassen wir den Oodnadatta Track für zwei Tage, aber den Abstecher nach Coober Pedy darf man nicht auslassen, wenn man schon in der Gegend ist. Die Piste verläuft durch sehr sandiges Gebiet. Mal ist man zwischen, mal auf mit Büschen überwachsenen Sanddünen; ein hübscher Streckenteil. Je näher wir kommen, desto matschiger wird der Untergrund. Allerdings muss der Regen einige Tage her sein, denn Pfützen sind keine zu durchfahren. Landschaftlicher Höhepunkt ist kurz vor Coober Pedy eine marsähnliche Landschaft, die "Moon Plain".

Jetzt beginnt es leicht zu regnen und in Coober Pedy sieht unser Wagen so schmutzig aus, als kämen wir von einer langen Exkursion über Stock und Stein zurück. Morgen wird uns tatsächlich ein für den Strassen- und Pistenzustand verantwortlicher Arbeiter fragen, wo wir den Matsch aufgelesen haben.

Wir kaufen im Supermarkt eine Kleinigkeit zum Abendessen ein; dazu im Bottle Shop eine Flasche Cabernet Sauvignon Jacob's Creek 2006. Beides geniessen wir in unserem Apartment im Mud Hut Hotel.

 

 


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Schon wieder ein Sammler: diesmal sind 's Flugzeuge; mit der Bitte um eine kleine Spende.

 

  Old Planes.

 


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Eine der Mound Springs: Blanche Cup.

 

  Blanche Cup, one of the Mound Springs.

 


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Eine der Mound Springs: The Bubbler.

 

  The Bubbler, one of the Mound Springs.

 


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William Creek.

 

  William Creek.

 


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"The Kidman Story".

 

  Erste Stufe einer 1971 gestarteten Britischen Rakete vom Typ "Black Arrow R3.

 

 


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Der Mars, aufgenommen zwischen William Creek und Coober Pedy. Offiziell trägt die Stelle den Name "Moon Plain".

 

  Mars, photographed between William Creek and Coober Pedy. The official name of that place is "Moon Plain".

 

 


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"Zuhause", im Mud Hut Hotel in Coober Pedy.

  "At home" in the Mud Hut Hotel in Coober Pedy.

 

 

 

Samstag, 1. November 2008     Coober Pedy und Umgebung (94 km)

 

Wir schlafen bis nach acht Uhr. In der Nacht ging ein starker Regen nieder. Nach dem Frühstück fahren wir, vorbei an den typischen "Maulwurfhügeln" der Opal-Schürfer, die 28 km zu den Breakaways, einer wunderschönen farbigen Landschaft aus vielfarbigen Tafelbergen und Hügeln, inmitten unendlicher Weiten. Eine richtige Spielwiese der Natur. Am Farbenspiel unter verschiedenem Licht kann man sich kaum satt sehen. Morgen werden wir zur "Painted Desert" fahren, aber kann die Natur dieses Farbenspiel hier überhaupt noch übertrumpfen?

Die kleine Rundreise führt uns an den Dog Fence heran, den längsten Zaun der Welt. Mit einer Gesamtlänge von über 5000 km ist der Zaun das grösste Bauwerk der Menschheit. Der Zaun soll die Schafherden im Süden von den Dingos schützen.

Wir sind bereits wieder kurz vor Coober Pedy, als wir uns entschliessen, ein kleines Stück zurückzufahren, zu einer "Petrified Woods" genannten Stelle, wo auf dunklem Untergrund weisse Gipskristalle liegen, als seien sie darauf gestreut worden.

Wieder im Mud Hut Hotel essen wir zu Mittag und erledigen die Wäsche. Danach spazieren wir durch das Städtchen und gehen auf ein Bier in ein "Underground Cafe", faked wie so viel um den Rush mit Opal...

Vor Sonnenuntergang fahren wir nochmals an den Ortsrand, um die farbigen Abraumhügel unter dem roten Abendlicht fotografieren zu können. Das Abendessen, Känguru-Steaks, geniessen wir im Restaurant des Opal-Inn Hotels, das Manfred und Verena schon vor dreissig Jahren kennen gelernt hatten. Wie war doch damals alles noch anders, als man noch Briefe schrieb, um eine Reservation vorzunehmen, oft Wochen auf eine Antwort wartend...

Der Mond ist noch eine schmale Sichel, aber zunehmend, eigentlich nicht ideal für die kommenden Tage im Outback. Aber mit der hellen Venus daneben ergibt das Paar ein hübscher Anblick am frühnächtlichen Himmel.

Manfred und Röbi rechnen die Distanz weiterer Etappen aus, da wir jetzt bereits etwa wissen, wie viel Diesel unser Auto verbraucht. Unseren aktuellen Angaben zufolge gibt es auf dem Gunbarrel Highway zwischen Warburton und Wiluna auf einer Strecke von über 800 km keine Tankmöglichkeit. Wenn dem wirklich so sein sollte, müssten wir Reservekanister anschaffen und mitschleppen. Aber für heute runden wir den Tag mit etwas Rotem ab und gehen zu Bett.

 

 


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Naturwunder "The Breakaways".

  Natural wonder "The Breakaways".

 


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Naturwunder "The Breakaways": "Salt and Pepper".

  Natural wonder "The Breakaways": "Salt and Pepper".

 


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Grösstes Bauwerk der Menschheit: der 5000 km lange "Dog Fence".

 

  Largest human-built structure: The "Dog Fence".


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Verena untersucht die weissen Gipskristalle.

  Verena searches for white gypsum cristals.

 


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Touristenfalle "Cafe Underground" in Coober Pedy.

 

  "Cafe Underground" in Coober Pedy.

 


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Abraumhalden bei Coober Pedy im Licht der untergehenden Sonne.

 

  Opal ore dumps near Coober Pedy lit by setting Sun light.

 

 

 

Sonntag, 2. November 2008     Coober Pedy - Oodnadatta - Marla (421 km)

 

Es ist immer noch stark bewölkt, als wir um 07:30 Uhr aufstehen. Immerhin scheint es in der Nacht nicht geregnet zu haben und die Piste nach Oodnadatta sollte kein Problem sein. Aber so voreilige Schlüsse darf man im Australischen Outback nicht machen!

Nach dem Frühstück im Mud Hut fahren wir kurz vor neun Uhr ab. Noch einmal machen wir einen Fotostop bei der Moon Plain. Die Piste wird jetzt gegen Osten hin immer tiefer und matschiger. Trotzdem wagen wir es, auf eine in der Karte noch feiner eingezeichnete Piste Richtung Painted Desert abzubiegen. Nach einigen hundert Metern kommt uns allerdings ein Wagen entgegen und der Fahrer rät uns deutlich davon ab, hier weiterzufahren. Er selbst sei zweimal von der Piste in den Schlamm gerutscht und nur mit Mühe wieder herausgekommen. Also lassen wir den Plan mit der Painted Desert fallen, hatten wir doch gestern schon sehr viel farbige Landschaft gesehen.

Selbst die Piste nach Oodnadatta wird immer schwieriger und in einem Bach geht es dann ohne 4WD nicht weiter. Aber die Gefahr, wirklich stecken zu bleiben, besteht nicht, solange man die Piste nicht verlässt.

In Oodnadatta ist man über unser Auftauchen erstaunt, denn in der Zwischenzeit ist die Strecke gesperrt worden. Wir plaudern etwas mit zwei Damen, die sich im Kleinflugzeug durch die Gegend chauffieren lassen. Das "Pink Roadhouse" erweckt einen witzigen Eindruck, aber wir wollen doch lieber weiter kommen, auch wenn wir sehr gut im Zeitplan liegen.

Unser Ziel ist Marla, ein Roadhouse wieder am Stuart Highway. Die 200 km lange Fahrt dorthin ist das nördlichste Stück des Oodnadatta Tracks. Die Piste ist im gleich matschigem Zustand wie die die Strecke zwischen Coober Pedy und Oodnadatta, aber nach Westen hin wird sie auch hier immer trockener. Ab und zu machen wir eine Trinkpause und um halb sieben, über eine Stunde vor Sonnenuntergang, können wir mit Hilfe des Mondes zum ersten Mal von blossem Auge Venus am Taghimmel auffinden.

Es ist unangenehm, auf solchen Pisten genau der tiefstehenden Sonne entgegenzufahren. Um 19:30 ereichen wir glücklich Marla. Das Roadhouse liegt etwa in der Mitte zwischen Melbourne und Darwin, also ein guter Treffpunkt aller Genres, die sich auf dem Stuart Highway bewegen. An der Bar wird gebechert, Instrumente einer Musikband sind aufgebaut und aus einer Jukebox ertönt sehr laute Musik. So wird's wohl immer sein, Sonntagabends auf dem Highway. Auch wenn es für unsere Ohren zu laut ist, Sympathie für diesen Ort empfinden wir trotzdem.

Wir bestellen das günstige und feine Menu, Braten mit Kartoffelstock und Gemüse, und natürlich ein Bier an der Bar. Das Zelt schlagen wir ganz am Ende des Caravan-Parks auf. Hier ist es relativ ruhig die Nacht über.

 

 


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Eine Echse wärmt sich mitten auf der Piste.

  Agame.

 


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Unterwegs nach Oodnadatta.

  On the road to Oodnadata.

 


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Die Piste hinter uns ist jetzt geschlossen.

 

  Pink Roadhouse in Oodnadatta.

 


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Ab jetzt braucht es den 4WD nicht mehr...

 

  The 4WD is no longer used...

 


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Wirklich nicht?

 

  Really not?

 


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Wirklich nicht?

 

  Really not?

 


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Endlich in Marla: Eine weitere Strasse ist in der Zwischenzeit geschlossen worden.

 

  Im Marla Roadhouse: "The Ernie Giles Bar".

 

 

 

Montag, 3. November 2008     Marla - Curtin Springs (438 km)

 

Das Wetter ist herrlich schön, als wir um 07:30 aufstehen. Wir sind darauf angewiesen, dass es nicht mehr stark regnet, denn für heute steht die Fahrt in die Mulga Park Road, dem östlichsten Teil des Gunbarrel Highways auf dem Programm. Wir frühstücken beim Wagen; daneben schläft einer unter seinem Auto im Schlafsack. Auch eine aborigine Familie ist mit ihrem Camper in der Nacht in unsere Nähe gekommen.

Wir tanken und putzen die Windschutzscheiben, den Schmutz am Wagen behalten wir vorerst als "Trophäe". Dabei treffen wir wieder auf den Fahrer von gestern, der uns vom Besuch der Painted Desert abgeraten hat. Er rät uns ab, die Mulga Park Road zu befahren, sie sei laut Polizeiangaben sehr rutschig. eigentlich erstaunlich, denn er ist mit seinem modernen Toyota viel besser ausgerüstet als wir. Man kann es mit der Angst auch übertreiben. Dazu hat er drei volle Reservekanister auf dem Dach. Wozu er die braucht, ist mir nicht klar, denn eigentlich wollen er und seine Frau auf dem kürzesten Weg über die Great Central Road nach Perth gelangen, und dazu braucht man weder 4WD noch Reservekanister.

Im Übrigen musste er gewisse Gebinde leeren, denn es ist verboten, "normalen" Treibstoff in Kanistern ins Northern Territory zu bringen. Um Aboriginies vom Treibstoff-Schnüffeln abzuhalten, wir speziell destillierter Diesel, "Distillate" genannt, verwendet.

Zuerst geht es aber auf dem Stuart Highway nach Norden. 1987 wurde das letzte Teilstück dieser Nord- Südverbindung fertiggestellt. Ein Rastplatz erinnert an diesen feierlichen und wirtschaftlich wichtigen Moment.

Auf dem nächsten Rastplatz, "The Marriot", sind wie vielerorts in Australien Informationstafeln zu Geologie, Fauna, Flora oder Geschichte der Gegend aufgestellt.

Eine weitere Stunde später, um 12 Uhr, erreichen wir die Grenze zwischen South Australia und dem Northern Territory und kurz danach biegen wir in die Mulga Park Road ein. Es gibt zwar keine Wegweiser, da es die Behörden vorziehen, dass die Touristen die etwas nördlich liegende geteerte Strasse, den Lasseter Highway benutzen, um zum Ayers Rock und den Mount Olgas zu gelangen.

Im Westen, in unserer Fahrtrichtung, ist der Himmel schon wieder überzogen. Falls es regnen sollte oder die Piste wirklich nicht befahrbar ist, hätten auch wir die Möglichkeit umzukehren und den Lasseter Highway zu nehmen. Also hoffen wir auf trockenes Wetter für die nächsten vier Stunden...

Die Piste ist in einem optimalen Zustand, vielleicht mal eine kleine Pfütze, aber von rutschig keine Spur. Der Sand ist hier sehr rot, vielleicht das röteste Rot Australiens. Ab und zu machen wir eine Trinkpause. Von der Abzweigung zur Mulga Park Community nach Curtin Springs auf dem Lasseter Highway sind es nur noch gut siebzig Kilometer, aber unterwegs befindet sich der Mount Connor, den die Einheimischen liebevoll das "The Forgotten Wonder" nennen. Die meisten Touristen nehmen den Berg angesichts des nicht mehr weiten Ayers Rocks gar nicht wahr. Obschon er stattlicher und wirklich einmaliger ist als der Ayers Rock. Mount Connor ist einfach zu gross, um touristisch ausgeschlachtet werden zu können. Der Tafelberg misst im Durchmesser vier Kilometer. Um ein gutes Foto zu schiessen, fahren wir wieder etwas zurück und steigen auf eine Anhöhe. Nach diesem wunderbaren Anblick erreichen wir nach einigen Minuten die Einmündung auf den Lasseter Highway und von dort sind es nur noch gut zehn Kilometer bis Curtin Springs, das schon vor vier Jahren unser Zuhause für zwei Nächte war. Sogar der freche Emu ist noch da und pickt Blumen aus aufgehängten Töpfen. Zuerst geniessen wir ein Bier, dann stellen wir das Zelt auf eine nicht allzu niedrige Stelle und bestellen dann im Restaurant ein warmes Essen. D. h., wir müssen noch genau zehn Minuten warten, bis um 18:30 Lokalzeit. In Australien gelten in allen Territorien verschiedene Zeiten. Neuerdings hat Westaustralien die Sommerzeit eingeführt, aber wer sich daran hält, steht auf einem anderen Blatt. So oder so werden wir uns daran gewöhnen müssen, das achtzehn Uhr zwanzig nicht achtzehn Uhr dreissig ist, genau so wenig wie acht Uhr fünfundfünfzig neun Uhr ist. Aber davon später...

 

 


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Picknick-Platz beim "Last Link Memorial" auf dem Stuart Highway.

 

  "Last Link Memorial" Rest Area on the Stuart Highway.

 


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Informationstafel auf der Marriot Rest Area.

 

  Informationstafel auf der Marriot Rest Area.

 


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Rot, roter, Australien. Auf der Mulga Park Road.

 

  Red, redder, Australia. On the Mulga Park Road.

 


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Das vergessene Wunder: Mount Connor südlich von Curtin Springs.

 

  The forgotten wonder: Mount Connor south of Curtin Springs.

 


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Geschafft, das Wetter hat gehalten. Gleich sind wir in Curtin Springs.

 

  We are lucky - In a few minutes we'll arrive at Curtin Springs.

 


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In Curtin Springs. Das Bodenzelt im Wind- und Wetterschatten des Autos.

 

  At Curtin Springs.

 

 

 

Dienstag, 4. November 2008     Curtin Springs - Yulara (153 km)

 

Seit Tagen haben wir das Kartenschreiben verschoben, aber heute soll es sein. In Yulara, der Touristenhochburg im Zentrum Australiens, werden wir uns die Zeit dafür nehmen.

Bevor wir um 07:50 Richtung Yulara abfahren, halten wir die Distanz von zu Hause fotografisch fest. Von hier sind es 14564 km bis nach Basel.

Um 08:50, zehn Minuten zu früh für 's Tourist Office, sind wir im Visitors Center in Yulara. Yulara ist das Resort beim Ayers Rock. Es besteht aus Hotelanlagen, Einkaufszentrum mit Restaurants, Tankstelle, Spital, Polizeistation, Camp Ground und etwas davon entfernt dem Flughafen Ayers Rock. Eigentlich wollen wir so schnell wie möglich fort von hier, aber wir müssen uns unbedingt nach dem Zustand der Pisten informieren. Nach einem Kaffee erkundigt sich Manfred in der Polizeidienststelle, aber der Tourismus ist hier bereits auf dekadente Abzocke reduziert, dass die Frau die Frage womöglich nicht verstanden hat. Immerhin können wir an der Eingangstür eine Telefonnummer und eine Internetadresse ablesen, aber wie aktuell diese Informationen dann sein würden, sei dahingestellt. Hier muss nur Kohle fliessen...

Manfred kauft sich eine spezielle 4WD-Karte, bei der mitten auf dem Gunbarrel Highway eine Diesel-Tankstelle eingetragen ist. Wenn dem so ist, da werden wir uns von entgegenkommenden Reisenden informieren, bräuchten wir keine Reservekanister anzuschaffen.

Wir klappern die Hotels nach Unterbringungsmöglichkeiten ab, um eventuell heute hier nächtigen zu können, aber die Hotels sind bis auf eines ausgebucht und da kostet ein Doppelzimmer (bitte festhalten) 400 Dollar. Da wir zu Dritt sind, bekommt Manfred einen Schnäppchenpreis von 280 Dollar angeboten, mit der Auflage, zwei Zimmer nehmen zu müssen; macht dann 560 Dollar, nur um einmal zu pennen, wohlverstanden!

Ob so viel freier Markwirtschaft sind wir dann glücklich mit einem Eckchen auf Platz U10 im Camping Platz; 15 Dollar pro Person, inkl. Grillmöglichkeit, aller sanitären Einrichtungen und einer Laundry.

Gegen Mittag essen wir im Resort etwas und schreiben die Karten.

Bis zum Ayers Rock sind es etwa zwanzig Kilometer. Vorher passiert man die Zahlstelle für den Eintritt in den Uluru Nationalpark. Happige 25 Dollar müssen pro Person hingeblättert werden, für den Anblick eines Felsens, der seit Menschengedenken einfach da liegt. Wir fahren um den Felsen herum und spazieren auf dessen Rückseite zu einem Wasserloch. Den besten Blick auf den Felsen geniesst man von einem speziell dafür eingerichteten Parkplatz, der "Sunset Viewing Area". Unmittelbar vor Sonnenuntergang kommen Gewitterwolken auf und wir ziehen es vor, nach Yulara zu unserem Zelt zurückzukehren. Im Westen bietet die untergehende Sonne bei den Mount Olgas einen herrlichen Anblick.

Die Nacht beginnt mit Wetterleuchten und, genau gleich wie vor vier Jahren, braut sich ein starkes Gewitter zusammen. Manfred und ich wollen im Shop an der Rezeption Bier holen, aber unglaublich schnell beginnt es zu schütten. Regen peitscht an die Zeltwände, es blitzt und donnert, dass einem angst und bange werden kann. Auch mein Zelt ist bei starkem Regen nicht dicht; ein Reissverschluss ist defekt. Ich klammere von innen die undichte Stelle so gut es geht zusammen und warte eine halbe Stunde, bis sich das Gewitter etwas verzogen hat. Dann schaue ich, wie es Manfred und Verena geht. Deren Zelt hat auch etwas Wasser durchgelassen, aber schlimmer sind die Karbonstücke, die fast jede Nacht aus ihrer Zeltverstrebung abbrechen. die Belastung für die übriggebliebenen Teile wird damit immer grösser. Für heute ist das schlimmste überstanden, gute Nacht, wenn auch ohne Bier.

 

 


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Hotel "Wiese" in Yulara: 515 Dollar gespart.

 

  Hotel "Meadow" in Yulara, 515 dollars saved.


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Liebe Grüsse aus Australien...

 

  From Australia with love.


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"Geröll" auf der Rückseite des Ayers Rock.

 

  Back of Ayers Rock.

 


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Rückseite des Ayers Rock.

 

  Back of Ayers Rock.

 


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Ein "Wave Rock" auf der Rückseite des Ayers Rock.

 

  A "Wave Rock" on Ayers Rock's back.

 


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Ausschnitt aus dem Ayers Rock.

 

  Close-up view to Ayers Rock.

 


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Ayers Rock.

 

  Ayers Rock.

 

 

 

Mittwoch, 5. November 2008     Yulara - Warakurna Roadhouse (353 km)

 

Wir erwachen bereits um 06:15 und ein wolkenloser Himmel begrüsst den neuen Tag. Wir kaufen zwei Sätze Zeltstangen, tanken voll und trinken im Resort einen Morgenkaffee. Um neun Uhr fahren wir zu den Mount Olgas. Bei nicht allzu heissem Wetter wie heute können wir wohl den Spaziergang durch das "Valley of the Winds" wagen, der letztes Mal wegen zu hoher Hitze gesperrt war.

Mit genügend Wasser beginnen wir den Walk und entscheiden uns dann, den ganzen 7.3 km langen Spaziergang zu unternehmen. Die Wanderung ist nicht schwierig, aber die Hitze darf nicht unterschätzt werden, steht doch die Sonne gegen Mittag senkrecht über den heissen Felsen.

Um 13:15 Uhr sind wir wieder beim Wagen und biegen in die Docker River Road, wie dieser Teil der Great Central Road genannt wird und nur mit einem speziellen Permit befahren werden darf. Hier trennt sich der Weizen von der Spreu: "Tussies in Stöckelschuhen werden zurück nach Yulara gefahren" - für uns beginnt jetzt das grosse Abenteuer im Outback.

Die Olgas sind noch lange im Rückspiegel sichtbar, auch als wir nach einer halben Stunde Fahrt zu Mittag essen. Die Gegend ist sehr eben und auf die typische Art mit Spinifex und Eukalyptus bewachsen. Linkerhand nähern sich die Petermann Ranges. Nach zweieinhalb Stunden erreichen wir die Tankstelle bei der Docker River Community, und die junge Verkäuferin weiss, dass letzten Sommer in China eine totale Sonnenfinsternis stattfand. Unser Interesse dafür konnte sie auf meinem T-Shirt ablesen.

Eigentlich wäre hier unser Tagesziel gewesen, aber ein Hinweis in einem Reiseführer auf die Giles Meteostation mit täglichem Start eines Wetterballons lässt uns umdisponieren, so dass wir heute noch nach Warakurna weiterfahren wollen.

An der Grenze zu Western Australia stellen wir die Uhren dreissig Minuten zurück. Von hier aus erreichen wir das Roadhouse nach einer guten Stunde Fahrt.

Das Zelt schlagen wir am östlichen Rand der eingezäunten Anlage auf. Auch hier ist eine saubere Infrastruktur mit Toiletten und Duschen vorhanden. Zum Abendessen gibt es das erste Mal Thon aus der Dose, den wir bei Stirnlampen- und Sternenlicht essen können, nachdem wir gemeinsam die Funktionsweise australischer Dosenöffner herausgefunden haben.

 

 


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Die Mount Olgas, westliche Fortsetzung des Ayers Rock.

 

  Mount Olgas.

 


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Zaunkönig.

 

  Variegated Fairy Wren.

 


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Wanderung durch die Olgas:

Auf dem "Valley of the Winds" Walk.

  Wandering through the Mount Olgas:

"The Valles of the Winds" Walk.

 


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Auf der Docker River Road Richtung Westen.

 

  On the Docker River Road heading west.

 


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Auf der Docker River Road Richtung Westen.

 

  On the Docker River Road heading west.

 


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Sonnenuntergang in Warakurna.

 

  Sunset at Warakurna.

 

 

 

Donnerstag, 6. November 2008     Warakurna Roadhouse - Warburton (277 km)

 

Wir stehen heute sehr früh auf, um den Start des Wetterballons nicht zu verpassen. Die aufgehende Sonne tönt die Wolken in ein tiefes Rot. Um acht Uhr sind wir bei der Meteostation, welche unweit des Roadhouses steht. Einige Besucher sind bereits da, aber da auch sie nicht über die richtige Zeitangabe verfügen, müssen sie wieder gehen, bevor sich jemand von der Station zeigt. Sie sind mit Kleinflugzeugen unterwegs und müssen sich offenbar an enge Zeitpläne halten, nicht wie wir. Uns kommt es auf eine Stunde mehr oder weniger nicht an. Nachdem wir im Visitors Center die Informationen gelesen und die musealen Geräte beäugt haben, kommt ein Peter, ein angestellter Mechaniker, und bittet uns, bis um 09:30 "seiner Zeit" zu warten. Bis dahin geht er noch einen Kaffee trinken. Um 09:30 Uhr sind nur noch wir drei da, die jetzt offiziell begrüsst werden. Peter bringt uns zu dem Gebäude, wo die Ballone mit Wasserstoff gefüllt und gestartet werden. Dort übergibt er uns an James, dem für den Flug verantwortlichen Techniker.

Wir erfahren viele technische Details und dass die Station Teil eines globalen Datennetzes ist, für welches zeitgleich alle acht Stunden Ballone gestartet werden. Der "Morgenballon" ist der grösste davon; an ihm wird zusätzlich ein kleiner Radiosender angebracht. Der Ballon liefert eine knappe Stunde Daten, bevor er in 35 km Höhe platzt.

Kurz nach neun Uhr lässt James den Ballon fliegen, dann rennt er zu einem kleinen Fernrohr, um den Ballon ins Visier zu bekommen. Die Peilung des anvisierten Ballons wird zu einer Radarantenne übermittelt und falls diese den Ballon erfasst "locked", ertönt ein Piepston. Ein perfekter Start, dann nimmt uns James ins Büro, wo er uns auf dem Computer die aktuellen Daten erläutert.

Auf dem Gelände dürfen wir uns noch die alte Peilmaschine anschauen, ein militärisches Ortungsradar vom Typ WF2. Mit Handkurbeln musste auf einem Radarschirm der Ballon geortet werden und die eingestellte Position des Radars, welche der Richtung des Ballons entsprach, musste von einer zweiten Person, meist einer Frau, mitgeschrieben werden.

Wir haben viel Interessantes gelernt, und James war sicher auch froh, seinen alles in allem doch monotonen Job im Outback, der sechs Monate dauert, durch unser Interesse etwas aufgelockert bekommen zu haben.

Im Roadhouse trinken wir einen Kaffee, dann geht es um 10:25 Uhr wieder auf die Piste der Great Central Road Richtung Warburton.

Um 14:15 sind wir da und tanken voll, bevor wir nach einem Platz auf dem dorfähnlichen Campground fragen. Neben Wohncontainern gibt es auch eine Essküche, die wir benutzen dürfen. Dieser Platz ist ideal. auf Tischen können wir Strassenkarten auslegen und Verena kann die neuen Verbindungsstücke des Zeltes auf die nötige Länge schneiden.

Im Laufe des Nachmittags lernen wir einen Lehrer der aboriginen Community, Larry, kennen, der Erfahrung mit dem Gunbarrel Highway hat. Er holt seinen PC mit einer digitalen Karte der Gegend, und wir können unsere Informationen damit abgleichen.

Es sieht gut aus mit Tankmöglichkeiten und dem zu erwartenden Zustand der Piste, war es doch die beiden letzten Tage jeweils sehr trocken und wir haben schon Hunderte Kilometer ohne die kleinste Pfütze hinter uns.

Beim Nachtessen gesellt sich eine Gruppe von Schulinspektoren zu uns an den Tisch, welche dieser Tage den Qualitätsstandard in den verschiedenen Communities überprüft. Mit wem man auch spricht, die Integration aboriginer Kultur ist und bleibt ein grosses Problem Australiens.

Wiederum wird uns ein äusserst farbenprächtiger Sonnenuntergang beschert.

 

 


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Die Giles Meteostation.

 

  Giles Meteostation.

 


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Im Visitors Center der Giles Meteostation.

 

  Visitors Center at Giles Meteostation.

 


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Start des "grossen" Wetterballons mit Radiosonde.

 

Release of the big weather balloon.

 

  Sucherfernrohr für den Wetterballon.

 

Finder scope for the weather balloon.

 


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Das alte Radargerät WF2.

  The old balloon tracking instrument WF2.

 


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Yarla Kutjara Rest Area.

 

  Yarla Kutjara Rest Area.

 


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Kamele treffen wir heute viele an.

 

  Today we meet many camels.

 


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Manfred beim Planen der nächsten Tage auf dem Gunbarrel Highway.

 

  Manfred is planning the next few days on the Gunbarrel Highway.


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Sonnenuntergang in Warburton.

 

  Sunset at Warburton.

 

 

 

Freitag, 7. November 2008     Warburton - Everard Junction (288 km)

 

Sieben Uhr, aufstehen. Es ist sehr kühl und leichter Regen fällt. Zum Glück gibt es hier diese praktische Essküche, in der wir frühstücken. Dann kaufen wir im Roadhouse für die nächsten vier Tage Esswaren und fahren auf der Great Central Road bis zur Abzweigung auf den Heather Highway, die wir nach einer halben Stunde erreichen. Die Fahrt ist ziemlich ruppig und das unter den Rädern könnte man manchmal eher ein äussert ungepflegter Feldweg nennen. Für die 85 km brauchen wir zwei Stunden. Dann sind wir endlich da, auf dem Gunbarrel.

Zum Glück ist die Gegend seit längerem trocken, sonst wäre die Fahrt eine Qual oder gar nicht machbar. Auch so müssen wir sehr vorsichtig fahren und mancherorts raten, wo die beste Stelle zum Weiterfahren ist. Hier ist volle Konzentration gefragt. In früheren Zeiten wurden entlang des Gunbarrels Brunnen errichtet, die zum Teil bis heute funktionieren. So haben wir zur Mittagsrast bei den Thryptomene Hills fliessendes Wasser. Eine Stunde tut uns etwas Bewegung auf den Mt. Beadell gut, wo ein mit einem Theodoliten geschmücktes Denkmal  zur Erinnerung an einen der letzten grossen Pioniere des Outbacks steht, das Len Beadell Memorial. Die Piste ist noch immer ruppig und voller spitzer Steine, langen ausgewaschener Rillen, um nicht Kanäle zu sagen und hartholziger Büsche, an denen der Wagen vorbeikratzt. Einige Kilometer weiter ereichen wir das Gibson Desert Nature Reserve.

Auf der Karte heisst unser Tagesziel Everard Junction. Dabei handelt es sich aber "nur" um eine Abzweigung auf den Gary Highway, einer Piste zur 350 km weiter nördlich gelegten Canning Stock Route, vorbei am Veevers Meteorite Crater.

Das einzig Sichtbare von Everard Junction ist ein Gästebuch, in das wir uns eintragen. Wir haben heute seit dem Verlassen der Great Central Road kein Fahrzeug angetroffen und auch das Gästebuch lässt uns bewusst werden, dass im Falle einer Panne mehrere Tage vergehen können, bis ein Fahrzeug hier aufkreuzt.

Apropos Panne: Bei der nächsten Trinkpause bemerken wir, dass die meisten plastifizierten und mit Karton umhüllten Wasser-, Milch- und Saftpackungen durch das stundenlange Scheuern in der mit einer Art Teppich ausgelegten Schublade "wund" und leck geworden sind. Also ist Putzen angesagt. Wir haben zum Glück einige Getränke in Plastikbehältern und in diese Behälter füllen wir um, was noch zu retten ist.

Wieder ausserhalb des Nationalparks finden wir bei einem Brunnen einen idealen Schlafplatz. Die Sonne steht schon tief und Weiterfahren wäre zu gefährlich, denn die Piste führt genau nach Westen, wo die Sonne stark blendet.

Herrlich, so weit draussen und wahrscheinlich auf Zehntausenden von Quadratkilometern die einzigen Menschen. Wir bestaunen und geniessen den wolkenlosen Sonnenuntergang. Es ist sehr still - kein Wind und keine Tiere sind zu hören.

Manfred und Röbi betreiben etwas Sternkunde und suchen einige der südlichen Sternbilder: Altar, Kranich, Hydra, Inder, Pfau und Phoenix. Noch stört der zunehmende Halbmond nicht stark, aber das wird sich in den kommenden Tagen leider ändern. Gegen Ende unserer Ferien werden wir dann mondlose Nächte haben, bei hoffentlich auch so schönem Wetter.

 

 


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Regenbogen über Warburton.

 

  Rainbow over Warburton.

 


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Die letzten Meter des Heather Highways bei der Einmündung zum Gunbarrel Highway.

 

  The last meters on the Heather Highway before entering the Gunbarrel Highway.


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Auf dem Gunbarrel Highway.

 

  On the Gunbarrel Highway.

 


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Mount Everard.

 

  Mount Everard.

 


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Manfreds Eintrag ins Gästebuch bei Everard Junction.

 

  Manfred signs the log book entry at Everard Juncion.

 


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Das Zelt ist aufgebaut - Zur Belohnung gibt es Bier, auch wenn es nur alkoholfreies Ginger Beer ist.

 

  The tent is set up - Time for a beer. Unfortonately no it's only Ginger Beer.


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Sonnenuntergang auf dem Gunbarrel Highway (unverändertes Original-Bild).

 

  Sunset on the Gunbarrel Highway (Original photo).

 

 

 

Samstag, 8. November 2008     Everard Junction - Wiluna (557 km)

 

Noch vor Sonnenaufgang erwachen Manfred und ich. Es ist immer noch wolkenlos und windstill, aber relativ kühl. Ich stelle die Kamera aufs Stativ und lasse in 5-Sek.-Intervallen Bilder des untergehenden Erdschattens aufnehmen, die dann zu einer Animation zusammengesetzt werden sollen.

Bei Sonnenaufgang beginnt von Osten her Thermik einzusetzen, wie ich es noch nie erlebt habe. Der Wind bläst immer stärker, bis zu einer kräftigen und kalten Bise. Unangenehm, unter solchen Bedingungen im Freien zu frühstücken. Um 07:45 fahren wir ab und nach knapp zwanzig Kilometern kommt uns ein "Britz" mit einem deutschen Paar entgegen. Der Wind hat sich bereits wieder völlig beruhigt und es ist angenehm warm, als wir miteinander plaudern. Die beiden hatten gestern einen platten Reifen, was uns bisher aus allen Australienreisen nie passiert ist. "Viel Glück und weiterhin schöne Ferien."

Zwei Stunden später rasten wir bei "The Oval", eine gerodete Aussparung, so dass auch grosse Fahrzeuge verkehren und wenden können. Nochmals zwei Stunden später kommen wir zu einem Brunnen, wo wir kurz rasten. Gemäss Reiseführer kann man in Carnegie, dem eigentlichen heutigen Tagesziel, essen und tanken, also fahren wir die paar Dutzend Kilometer dorthin. Leider ist der Krämer heute nicht da und so bleibt uns nichts übrig, als etwas nachzutanken und weiterzufahren. Wie abgelegen eine Tankstelle ist, kann in Australien leicht berechnet werden. Hier kostet Diesel beinahe doppelt soviel wie in grösseren Städten. Wir lassen uns also nur 25 Liter zu 2.60  aus einem älteren Pumpensystem einfüllen und sind schon wieder weg.

Nach hundert Kilometer lässt uns ein Flattergeräusch anhalten. Mist, hinten rechts, völlig platt. Noch nie hatten wir eine Reifenpanne und entsprechend sind unsere Fachkenntnisse. Mit Hilfe der Anleitung schaffen wir es immerhin in einer guten Stunde, Rad und Reifen durch das neuwertige Ersatzrad zu ersetzen und das defekte Rad wieder unter die Wagenunterseite zu kurbeln.

Da morgen Sonntag ist, versuchen wir, entgegen der Routenplanung (und eigentlich auch entgegen der Vernunft) die nächste "grössere" Ortschaft Wiluna mit 550 Einwohnern zu erreichen. Das heisst 300 km ohne eine weitere Reifenpanne, sonst bleiben wir liegen!

Um 17 Uhr machen wir eine Pause beim ausgetrockneten Lake Cooper. Natürlich schauen wir jetzt öfter nach dem Zustand der Reifen. Je länger wir unterwegs sind, desto tiefer steht die Sonne, genau auf der Piste vor uns. Wir sehen hier neben Kühen Emus und Kamele, aber leider gelten unsere Hoffnungen im Moment mehr den Reifen als der Natur. Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir - möglichst wie auf rohen Eiern fahrend - Wiluna - Gerettet.

Wir steuern das Wiluna Motel mit seinem Caravan Park an und parken auf der zentralen Wiese der Camping-Anlage. An der kleinen Bar geh es laut zu und her, trotzdem geniessen wir ein richtiges erfrischendes Bier - heute erst recht.

Es soll einen Mechaniker namens Barney geben, der unseren Reifen flicken kann. Aber Barney ist nicht zu finden.

Im ruhigen und gediegenen Speisesaal neben an essen wir zu Nacht. Müde und glücklich, hier zu sein, schlafen wir in unseren Zelten ein.

 

 

 

 Zeitraffer-Film des untergehenden Erdschattens am Morgen des 8. November 2008.
 (Nur für Windows-Computer)

 


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Kurz vor Sonnenaufgang zeichnet sich der Erdschatten sehr deutlich am Horizont ab.

 

  The Earths shadow is clearly seen, shortly before sunrise.

 


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Stosszeit auf dem Gunbarrel: Auto trifft Auto.

 

  Rush hour on the Gunbarrel: Car meets car.

 


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Der ausgetrocknete Lake Carnegie.

 

  Run dry Lake Carnegie.

 


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Meine erste Reifenpanne überhaupt - Ausgerechnet an einem Samstag-Nachmittag weit draussen im Outback.

 

  The first flat tyre in my life! - Saturday afternoon far in the Australian Outback.

 


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Unterwegs nach Wiluna.

 

  En route to Wiluna.

 

 

 

Sonntag, 9. November 2008     Tag in Wiluna

 

Kaum anzunehmen, dass es heute Sonntag eine Möglichkeit gibt, den Reifen zu reparieren.

Nach Sonnenaufgang beginnt wieder die Thermik einzusetzen, aber viel wärmer als gestern. Wir frühstücken im Motel und versuchen, Barney, den "Dorfmechaniker", aufzuspüren. Er hause in seinem Mobil Home auch im Caravan Park. Endlich zeigt er sich, als er mit seinem Wagen davonfahren will. "Tomorrow at nine o'clock", dann ist er weg.

Wir können es heute also sehr gemütlich nehmen, da wir in Wiluna festsitzen. Wir waschen in der Laundry unsere Klamotten, dann gehen Manfred und ich ins Dorf, um eventuell einen anderen Mechaniker zu finden. Wiluna hatte vor wenigen Jahrzehnten mehrere Tausend Einwohner, entsprechend grosszügig sind die Strassen angelegt und unterhalten. Es sieht aus, als sei alles vorbereitet zum Errichten einer hübschen Kleinstadt. Sogar ein öffentliches Freibad ist vorhanden.

Nichts zu machen, kein weiterer Mechaniker ist auffindbar.

Im Groceries kaufen wir Fertigsuppen, die wir mit heissem Wasser von unserem Herd ansetzen. Zum ersten Mal haben wir damit auf einer unserer Australienreisen den Gaskocher in Betrieb genommen.

Mehrmals fegen Willie Willies über den Zeltplatz. Die Miniatur-Tornados sind zwar harmlos, aber für einen kurzen Moment ist der Wind am Boden doch so stark, dass Manfred und Verenas Zelt praktisch plattgedrückt werden.

Wenn wir schon mal Zeit haben und sowieso nicht weiterfahren können, warum also nicht ins Freibad gehen?

Schnell holen wir die Badesachen und lösen die Eintritte.

Es gelingt uns nebenbei, selbst beim noch relativ hohem Sonnenstand Venus von Auge auszumachen.

Im Motel ist zum Abendessen BBQ angesagt. Das Fleisch grillen die Gäste selber, draussen auf den vorbereiteten Gasherd-Platten. Dazu darf man sich an verschiedenen Salaten bedienen. Elias und seine Frau Melissa, die neuen Besitzer des Motels, setzen sich zu uns an den Tisch und bald sind wir in philosophische Gespräche vertieft. Sie machen sich Sorgen um die Zukunft des ihres erst kürzlich erstandenen Motels, da es schwierig sei, motivierte Mitarbeiter zu finden. Sicher, es gibt sehr viel Arbeit, aber die gute Strasseninfrastruktur und die Lage am westlichen Ende des Gunbarrel Highways sollten unserer Meinung nach eigentlich sehr gute Voraussetzungen sein.

 

 


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Sonntag Morgen in Wiluna.

 

  Sunday morning at Wiluna.

 


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Beim Frühstück im Wiluna Motel-Restaurant.

 

  Breakfast at the Wiluna Motel Restaurant.

 


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Das Abenteuer "Gunbarrel" liegt hinter uns.

 

  .

 


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Wiluna "Down Town" - Tankstelle und Supermarkt.

 

  Wiluna Down Town - Fuel station and Gunbarrel Groceries.

 


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Im Schwimmbad von Wiluna.

 

  Wiluna Swimming pool.

 


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Im Schwimmbad von Wiluna.

 

  Wiluna Swimming pool.

 

 

 

Montag, 10. November 2008     Wiluna - Kumarina Roadhouse (449 km)

 

Wir können es kaum erwarten, um neun Uhr bei Barney zu sein, um endlich den Reifen reparieren zu lassen. Neun Uhr, keine Sekunde früher; das kennen wir bereits. Barney ist gut gelaunt und zeigt uns ein lustiges Filmchen auf seinem Handy. Er hat keinen neuwertigen Ersatzreifen an Lager und montiert uns stattdessen einen schon halb abgefahrenen. Immerhin. Dafür kostet der Spass auch nur 88 Dollar. Endlich sind wir reisefertig, trotzdem gönnen wir uns noch einen Frühstückskaffee im "Gunn Cafe" vis-a-vis. Zum Kaffee offeriert uns der Besitzer Gratisgebäck, wiederum eine äusserst sympathische Geste. Nach einer guten Stunde Fahrt (70 km) auf der perfekt präparierten Piste fahren wir links ins Areal einer ehemaligen Tagbau-Mine für eine kurze Rast. Verena bemerkt es als Erste: Mist, der linke Hinterreifen ist praktisch platt!

Damit ist immerhin klar, dass der gestrige Entscheid, nicht ohne Ersatzreifen weiterzufahren, richtig war! Diese Lektion sitzt!

Zwar dauert der Radwechsel nur noch eine Viertelstunde, aber da ist wieder das mulmige Gefühl vom Samstag - Schaffen wir es bis Meekatharra? Um 13 Uhr haben wir es tatsächlich geschafft und finden eine "echte" Werkstatt mit einem grösseren Sortiment an Reifen. Wir entschliessen uns, gleich ein komplettes neues Rad mit dem richtigen Reifentyp zu kaufen, da der Mechaniker, Steve, gerade so eines im Angebot hat. Mit seinem Pressluftschraubendreher und dem hydraulischen Wagenheber ist der Radwechsel eine Sache von Sekunden. So schnell sind wir auch die dreihundert Dollar los. Dann tanken wir voll und bestellen eine warme Kleinigkeit, bevor die Fahrt nach Norden losgeht.

Wie schon Wiluna, ist auch Meekatharra eine hübsche Kleinstadt. Es gibt einen Lehrpfad mit Informationen zum früheren Goldabbau in der Gegend. Im Stadtpark sind einige der Maschinen ausgestellt und erklärt.

Ab hier werden wir hauptsächlich auf geteerten Strassen fahren, vorerst auf dem Great Northern Highway, der zur Hafenstadt Port Hedland an der nordwestlichen Küste führt.

Die Strecke zeigt keine besonderen Merkmale auf, vielleicht ausser der speziellen Beschilderung des 26. Breitengrades. Zwar bildet dieser Breitengrad die Grenze zwischen South Australia und Northern Territory, aber hier befindet man sich mitten in Western Australia und Hunderte Kilometer weiter westlich.

Um 18 Uhr ereichen wir das Kumarina Roadhouse. Sofort fällt die Liebe der Besitzer zu Vögel auf, denn für diese, vor allem Kakadus, steht mitten auf dem grossen Platz eine aus Stein gebaute Felsanlage mit Bad. Dutzende der Vögel scheinen diesen Ort zu mögen.

Wir lassen uns einen Platz für Wagen und Zelt zuweisen, aber weil dort der Generator laut zu hören ist, suchen wir uns einen besseren Ort aus - wir sind ohnehin die einzigen Gäste hier. Dazu können wir vom Luxus individueller WC- und Duschkabinen Gebrauch machen. Die Nummern 9 bis 11 gehören heute uns!

Wir finden in einer "Freiluftküche" ein praktisches Tischchen für das Abendessen, das wir bei Sonnenuntergang und schönem Abendrot geniessen.

 

 


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2. Radwechsel durch Barney in Wiluna.

 

  3. Radwechsel durch Steve in Meekatharra.

 


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Besucher-Informationen im Stadtpark von Meekatharra.

 

  Visitors information in the city park of Meekatharra.

 


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Auf dem Great Northern Highway Richtung Newman.

 

  Heading North on the Great Northern Highway to Newman.

 


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Viele Kakadus geniessen das Leben beim Kumarina Roadhouse.

 

  Kakadus - enjoying their life at Kumarina Roadhouse.

 


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Abendessen hinter dem Kumarina Roadhouse.

 

  Dinner at Kumarina Roadhouse.

 

 

 

Dienstag, 11. November 2008     Kumarina Roadhouse - Mt. Robinson Rest Area (289 km)

 

Dutzende kreischender Kakadus begrüssen den neuen Tag. Wir richten wieder unser Tischchen zum Frühstück her und ein neugieriger Vogel darf auch mitessen. Den warmen Kaffe vor dem Aufbruch trinken wir vorne im Restaurant.

Die erste Fahrpause machen wir beim Capricorn Roadhouse, also unmittelbar beim südlichen Wendekreis. Wiederum ein sehr typisches Roadhouse, und da es an einer Hauptstasse liegt, parken mehrere Roadtrains an der Tankstelle. Bis Newman sind es 160 km ohne nennenswerte Merkmale, aber die Gegend bietet trotzdem einen schönen Anblick mit den vielen Büschen auf roter Erde unter einem tiefblauen Himmel mit Schäfchenwolken.

Newman ist eine kleine Industriestadt, hübsch angelegt von Minengesellschaften des heutigen Konzerns Rio Tinto. Im Herzen der Pilbara blüht hier der Abbau von Eisenerz, das auf firmeneigenen Eisenbahnlinien an die Nordküste transportiert und von dort hauptsächlich nach China exportiert wird. Wir fahren kurz auf den Radio Hill Outlook, um die Aussicht über die Stadt und einen Einblick zur weiter entfernten Miene zu geniessen.

Gerne hätten wir eine Mine besucht, aber da wir ausserhalb der Saison reisen, findet die nächste öffentliche Minentour voraussichtlich erst am 24. November, also erst übernächste Woche statt.

Uns plagen im Moment wieder Sorgen um das Auto. Seit längerem haben wir bemerkt, dass bei jedem Anhalten einige Tropfen Öl aus dem hinteren Differentialgehäuse tropfen. Deshalb rufen wir Britz an, die uns diese Mistkarre angedreht haben und bitten um Anweisungen, was wir zu tun haben. Die Dame am anderen Ende der Hotline (Britz Hotline Telefon 1300 131001), Annet, gibt uns die Adresse einer hiesigen Werkstatt. Zuerst Essen wir in einem Woolworths zu Mittag, dann kaufen wir gleich noch etwas ein, tanken voll und fahren zur angegebenen Adresse Ecke Willis Street / Laver Street, wo sich die Garage Newman Fleet Center befindet. Hoffentlich ist es nichts schlimmes. Jim nimmt sich des Wagens an und hievt ihn auf der Hebebühne zwei Meter in die Höhe. Beruhigend, im Differentialgehäuse ist Öl bis oben voll; eventuell quillt das Öl deshalb und durch die Ausdehnung in der Hitze heraus. Er zieht trotzdem die Dichtungsschrauben etwas an, wobei eine gleich abbricht. Aber für die verbleibenden zweitausend Kilometer sollte das Ganze halten.

Zweihundert Kilometer weiter steuern wir die Mt. Robinson Rest Area an, welche wenige hundert Meter rechterhand der Strasse und leicht erhöht am Fusse einer kleinen Felswand errichtet wurde.

Nach einem Spaziergang in die angrenzende Mini-Schlucht stellen wir das Zelt auf, diesmal auf einer quadratischen Betonfläche, mit genau den richtigen Abmessungen für Manfred und Verenas Zelt.

Ein leichter Regen erzeugt einen Regenbogen direkt über der kleinen Felswand. Nach dem Genuss dieses Schauspieles essen wir zu Nacht. Da kommt ein Tieflader den Weg hoch gebrummt. Es ist Neil, der Trucker-Fahrer aus Kalgoorlie, der dieses "geheime" Plätzchen auch liebt. Sofort macht er Feuer, um sein Steak zu brutzeln.

 

 


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Road Train auf 60 Rädern.

 

  Road Train: 60 wheels.

 


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Willkommen in Newman - "Herz der Pilbara".

 

  Wellcome to Newman - "Heart of the Pilbara".

 


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Manfred und Verena passen locker unter den ausrangierten Zweihundertvierzigtönner.

 

  Manfred and Verena fit easily under this old 240 tons truck.

 


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Blick vom Radio Hill Lookout über Newman.

 

  Newman as seen from the Radio Hill Lookout.

 


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Mechaniker Jim kontrolliert das Differential unseres Wagens.

 

  Mechanician Jim checks the rear differential of our car.

 


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Unser Nachtlager in der Mt. Robinson Rest Area.

 

  Our night camp on the Mt. Robinson Rest Area.

 


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Regenbogen über der Mt. Robinson Rest Area.

 

  Rainbow over Mt. Robinson Rest Area.

 


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Eukalyptusbäume - angeordnet nach den Gürtelsternen des Orion.

 

  The "Orion belt" eucalyptus trees.

 


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Und zum Schluss noch ein herrlicher Sonnenuntergang.

 

  And finally, a splendid sunset.

 

 

 

Mittwoch, 12. November 2008     Mt. Robinson Rest Area - Tom Price (262 km)

 

Vor Sonnenaufgang, der Himmel ist wolkenlos, stelle ich die Kamera auf 's Stativ und lasse Bilder des untergehenden Erdschatten aufnehmen. Auf den letzten Bildern der Serie ist Neil drauf, der sich, aus seinem Truck winkend, von uns verabschiedet. Nach Sonnenaufgang versuche ich eine Animation des Oppositionseffektes zu erzeugen. Der rote Untergrund mit vielen kleinen Steinchen sollte sich dazu gut eignen.

Das Zelt auf die Betonfläche zu stellen war doch keine sehr gute Idee, denn Manfred und Verena haben die ganze Nacht geschwitzt.

Wir frühstücken gemütlich, heute sogar mit frischen Orangen, dann geht es los Richtung Karijini Nationalpark. Fee applies, 10 Dollar. Wir sind einige Minuten vor neun Uhr beim Visitors Center, das wiederum exakt um neun Uhr geöffnet wird. Das Gebäude wurde kunstvoll in Form einer Echse errichtet und beinhaltet eine kleine Ausstellung über den Park und einen Shop mit Kaffeeautomaten, ganz wichtig.

Wir fahren die wenigen Kilometer zu den Ausgangspunkten von kleinen Wanderungen in verschiedene Schluchten. Diese sind spektakulär, einerseits die steilen Wände, andererseits die Schönheit der Wasserfälle und die kleinen Seen. Von etwas weiter entfernt ist von diesen tiefen "Rillen" in der Landschaft nichts zu sehen.

Wir steigen hinab in die Schlucht zu den Fortesque Falls und besuchen etwas weiter hinten den Fern Pool mit seinen vielen kleinen Fischen.

Nach einem Blick hinab in die Dales Gorge fahren wir zum Eco Retreat und essen im Restaurant unser Mittags-Picknick. Niemand ausser uns ist da, also können wir es uns gemütlich machen, wo wir wollen. Etwas weiter westlich erreichen wir über eine Berg- und Talpiste die Weano Gorge, wo der Oxer Lookout den Blick in die Tiefe zum Junction Pool freigibt. Atemberaubend und etwas beängstigend, wie hier vier hundert Meter tiefe Schluchten aufeinander treffen.

Bis Tom Price ist es nur noch knapp hundert Kilometer und so entscheiden wir uns, heute noch dorthin zu fahren. Vielleicht bietet sich ja die Chance, eine Eisenmine besichtigen zu können.

Wir überqueren die Hauptstrasse und fahren bis zum Mt. Bruce Lookout, von wo aus ein Blick zur weit entfernten Marandoo Mine erhascht werden kann. Auf den Mt. Bruce, dem zweithöchsten Berg Westaustraliens,  führt ein Wanderweg, aber wir gehen nur ein kurzes Stück hoch und fahren dann ab Richtung Tom Price.

Rechterhand ist ein etwas erhöhter runder (Rast)platz, den die Bewohner der Umgebung zur Erinnerungsstätte an ihre lieben Verstorbenen geweiht haben. Auf Felsstücken, Steinen und Steinplättchen sind Namen und Abschiedsworte gemalt. Auch für uns ein Ort zum kurz Innehalten.

Tom Price ist wie Newman eine von einer Minengesellschaft erbaute Kleinstadt. Auch hier sind die Strassen grosszügig angelegt und mit viel Grün geschmückt. Manfred bringt im Information Center in Erfahrung, dass morgen um 10:30 Uhr eine Führung durch die Eisenerz-Mine möglich sei, falls die Mindestteilnehmerzahl erreicht würde.

Wir beziehen das Nachtlager im etwas ausserhalb gelegenen Camp Ground - und fahren zweimal durch die Anlage, bis wir zwischen den vielen permanent parkenden Mobil Homes ein ideales Stückchen Wiese für unser Zelt gefunden haben.

Der freundliche Nachbar hilft uns mit einem Hammer zum Einschlagen der Heringe aus, bevor er die nächste Flasche Bier ansetzt.

Duschen, Wäsche waschen und Nachtessen. Dann kommt Mama Känguru mit ihrem fast ausgewachsenen Jungen auf unser Stück Wiese, das eigentlich ihr Stück Wiese ist.

 

 

 Zeitraffer-Film des untergehenden Erdschattens am Morgen des 12. November 2008.
 (Nur für Windows-Betriebssystem)

 

Zeitraffer-Film des Oppositionseffekts am Morgen des 12. November 2008.
 Aufgenommen auf der Mt. Robinson Rest Area in Westaustralien.


  Self-executable .exe-Datei (Nur für Windows-Betriebssystem)

  .avi-Datei (Für Windows und unix Betriebssysteme)

 


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Oppositionseffekt, aufgenommen in der Mt. Robinson Rest Area.

 

  Opposition effect, captured at the Mt. Robinson Rest Area.


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Karijini Nationalpark: Blick hinunter zu den Fortesque-Fällen.

 

  Karijini National Park: View down to the Fortesque Falls.

 


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Karijini Nationalpark: Fern Pool.

 

  Karijini National Park: Fern Pool.

 


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Karijini Nationalpark: Junction Pool.

 

  Karijini National Park: Junction Pool.

 


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Ort der Stille - Der Memorial Park auf dem Weg nach Tom Price.

 

  Place of silence - The memorial area on the road to Tom Price.

 


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Ein Känguru - Als "Dauermieter" auf dem Tom Price Camp Ground zuhause.

 

  A kangaroo - Home at the Tom Price Camp Ground.


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Kakadus - ebenfalls auf dem Tom Price Camp Ground zuhause.

 

  Kakadus - Home at the Tom Price Camp Ground, too.

 

 

Donnerstag, 13. November 2008     Tom Price - Beasley River Rest Area (189 km)

 

Wir frühstücken in der öffentlichen BBQ-Küche. Kängurus streunen umher, das tun sie scheinbar immer morgens und abends. Dann fahren wir zum Information Center in Tom Price, beziehen Schutzbrille und Helm für die Minen-Tour. Wir haben Glück, dass diese trotz der geringen Teilnehmerzahl von sieben Personen durchgeführt wird. Im Car werden wir durch den Ort gefahren, dann geht 's in die Mine. Bis zu einer Aussichtsanhöhe werden wir von einem "Follow me"  Fahrzeug eskortiert. Wir erfahren viel Interessantes über die Mine, die gigantischen Trucks, von zweieinhalb Kilometer langen Zügen und dem Geld, das hier verdient wird. Ein ganzer Berg wird hier abgebaut, das Erz nach Eisengehalt sortiert, zerkleinert, aufgeschüttet, um dann automatisch in den durch einen darunter liegenden Tunnel fahrenden Zug geladen zu werden. Vier solcher Züge werden täglich abgefertigt - ergibt 20 Millionen Dollar Einnahmen pro Tag.

Nach der Führung gibt 's vor einem kleinen Take Away ein Nudelgericht zu Mittag, da der Chinese gerade heute Ruhetag hat, respektive sich erst ab siebzehn Uhr an die Arbeit macht..

Die weitere Strecke führt der Hamersley Range entlang. Wir sind alle ziemlich müde von der Fahrt, dem Essen und der Führung davor. Paraburdoo ist wiederum ein hübsches Städtchen, in dessen Park unter den Bäumen viele Kühe den Tag im Schatten geniessen. Ein ungewohnter Anblick. Nach einem Kaffee - wahrscheinlich dem teuersten der ganzen Reise - fahren wir weiter, zuerst bis zur Einmündung der alten Piste nach Tom Price, dann zu einer Stelle, an der wir übernachten können. Die Beasley Rest Area ist mehr oder weniger das ausgetrocknete Flussbett des Beasley Rivers, ausgerüstet mit rollstuhlgängigen, aber unzumutbaren Toiletten.

Ich stelle meine Kamera auf 's Stativ und beginne mit einer Reihenaufnahme des aufgehenden Erdschattens und Vollmondes.

Als wir zu Bett gehen, kommt ein Fahrzeug genau an unsere Stelle. Vier junge, unsensible Deutsche haben sich - leider - auch für diesen Ort entschieden.

 

 


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Hauptstrasse in Tom Price.

 

  Main City Road in Tom Price.

 


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Lektion in Geologie - auf der Führung durch die Mine.

 

  Lessons in Geology - on the guided tour through the mine.

 


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Der ganze Mount Tom Price wird nach China verschifft.

 

  The whole Mount Tom Price will be shipped to China.

 


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Der ganze Mount Tom Price wird nach China verschifft.

 

  The whole Mount Tom Price will be shipped to China.

 


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Im Stadtpark von Paraburdoo haben die Kühe das Sagen.

 

  The City Park of Paraburdoo.

 


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Unterwegs zur Beasley River Rest Area, unserem nächsten Nachtlager.

 

  On the way to Beasley River Rest Area, our next overnight camp.

 


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Der schönste Sonnenuntergang dieses Urlaubes - bei der Beasley River Rest Area.  (Originalbild)

 

  The most beautiful sunset of our journey - at Beasley River Rest Area. (Original picture)

 


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... und einige Minuten später (Originalbild).

 

  ... and a few minutes later (Original picture).

 


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... und plötzlich sind wir nicht mehr alleine hier ...

 

  ... and finally we are no longer alone ...

 

 

 

Freitag, 14. November 2008    Beasley River Rest Area - Coral Bay (510 km)

 

Gegen Morgen hören wir ein Gewitter in der Nähe, aber bei uns ist nichts zu befürchten. Die Deutschen kramen ihr Zeug zusammen und machen sich aus dem Staub.

Unsere Fahrt geht Richtung Minilya Roadhouse. Etwa um zehn Uhr sind wir am nördlichsten Punkt unserer Australien-Reise, jedenfalls auf normaler Strasse. Womöglich waren wir im Karijini Nationalpark noch ein paar Kilometer nördlicher. Rechts in der Ferne ist der Himmel über dem Horizont durchgehend bewölkt; vielleicht ein Zeichen, dass wir uns dem Indischen Ozean nähern.

Beim Nanutarra Roadhouse wurde über den Nanutarra River eine neue Brücke gebaut und die alte kann zum Spazieren benutzt werden. Von da geniessen auch wir den Blick über den Fluss.

Ab hier befinden wir uns auf der grossen Küstenstrasse, die als North West Coastal Highway von Perth bis Port Hedland und von dort als Great Northern Highway bis Darwin führt.

Nach einer Rast in der Barradale Rest Area sind es noch gut hundert Kilometer bis zum Minilya Roadhouse. Unterwegs überqueren wir zum zweiten Mal den Wendekreis des Steinbocks, diesmal von Norden her.

Nach einer kurzen Pause im Minilya Roadhouse, wo nebenan einige alte Lokomotiven ausgestellt sind, entscheiden wir uns angesichts der zwei Tage Vorsprung auf die Marschtabelle, einen Abstecher nach Coral Bay hundert Kilometer weiter nördlich zu machen und dort zu übernachten.

Schon wieder überqueren wir den Wendekreis - zum dritten Mal. Coral Bay ist ein kleines Städtchen an einer wunderschönen flachen Bucht, ideal zum Schnorcheln und Tauchen. Es ist wohl der grossen Entfernung bis Perth zu verdanken, dass hier kein Massentourismus entstehen kann.

Durch unseren Entscheid hierher zu führen, zeigt der Tageszähler satte 510 km.

Wir parken den Wagen am Strand, da kommt so ein Typ in Feststimmung und drückt uns drei frische Biere in die Hand. Na dann, "Thanks and Cheers". Wir bekommen einen Zeltplatz ganz am Rande der Bayview Coral Bay-Anlage zugewiesen. Also, Zelt aufbauen und Nachtessen gehen. Heute gibt es Fisch, Neptuns Delight.

In der Zwischenzeit geht die Sonne unter. Sie verliert ihre Leuchtkraft unmittelbar über dem Wasser - ein herrlicher Anblick.

 

 


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Mount Murray.

 

  Mount Murray.

 


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Nanutarra Roadhouse.

 

  Nanutarra Roadhouse.

 


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Nanutarra River.

 

  Nanutarra River.

 


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"Eisenbahn-Museum" beim Minilya Roadhouse.

 

  "Railways museum" at Minilya Roadhouse.

 


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Auf dem Zeltplatz von Coral Bay, wie immer im Windschatten.

 

  On the Coral Bay camp ground.

 


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Abendessen im Ningaloo Reef Cafe Restaurant (Chef: G. Di Costa).

 

  Dinner at Ningaloo Reef Cafe Restaurant (Chef: G. Di Costa).

 


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"Romantischer" Sonnenuntergang in Coral Bay.

 

  "Romantic" Sunset at Coral Bay.

 

 

 

Samstag, 15. November 2008     Coral Bay - Carnarvon (372 km)

 

Es zieht, ein starker Wind bläst. Wir frühstücken in der Esshütte, aber auch da bläst ein starker Wind. Zudem brauchen wir Wäscheklammern, die es im Supermarkt auf der anderen Strassenseite gibt. Dann spazieren wir auf die nächste Düne unmittelbar am Strand. Hier wird versucht, das Gelände zu renaturieren. Mit dem Wagen können wir einen noch weiter erhöhten Lookout erreichen, von wo aus man einen schönen Überblick über die Bucht und die vorgelagerten Korallenbänke hat.

Auf der Fahrt nach Süden kommen wir am nördlichen Ende des ausgetrockneten Lake Leod vorbei. Gegen dreizehn Uhr machen wir eine Rast und entscheiden uns, statt direkt nach Carnarvon zu fahren, einen Abstecher zu den Blowholes bei Quobba zu unternehmen. Gemäss Reiseführer auf jeden Fall zu empfehlen. Tatsächlich, durch ausgewaschene Felslöcher unmittelbar über der Meeresoberfläche schiesst das Wasser, durch die starke Brandung von unten her zugespült, wie ein Geysir bis etwa zwanzig Meter hoch. Ein grosses und mehrere kleine Löcher bieten momentan dieses Schauspiel - wohl schon seit Jahrtausenden. Eigentlich gibt es eine Farm namens Quobba mit Übernachtungsmöglichkeit, aber Gäste scheinen keine erwünscht zu sein. Deshalb fahren wir eine Stunde weiter bis Carnarvon, mit 7000 Einwohnern schon eine grössere Stadt an der Australischen Westküste.

Wir fahren bis zum Kreisel am Meer und melden uns dann im empfohlenen Campingplatz Marloo an. Eine gepflegte Anlage, die Rentnern auch als Heim dient, und entsprechend alt sind die Gäste - ausser uns natürlich. Die Besitzerin macht auch gleich die Runde, ob alles in Ordnung ist. Sie ist in Begleitung ihres riesigen Hundes "Bear" - der allerdings sehr lieb ist. Etwas zu essen holen wir bei Woolworth, dem einzigen Laden, der noch geöffnet ist.

 

 


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Aussicht über die Küstenlandschaft des Ningaloo Marine Park.

 

  Coastal view over Ningaloo Marine Park.

 


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Ein Quobba Blow hole in Aktion.

 

  A Quobba Blow hole in action.

 


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Vorfahrt für die Schafherde.

 

  Giving way to a lock of sheep.

 


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Salzwasser-Tümpel im Lake Leod.

 

  Salty pool in Lake Leod.

 


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Verkehrs-Kreisel am Strand von Carnarvon.

 

  Round-about near Carnarvon Beach.

 


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Der Bautrupp in eigener Sache.

 

  The gang at work.

 

 

 

Sonntag, 16. November 2008     Carnarvon - Hamelin (248 km)

 

Hahnengeschrei von nebenan. Der Himmel ist wolkenlos, aber es ist relativ windig. Nach dem Frühstück im Seniorenpavillon und einem Schwatz mit einem der helfenden Rentnern fahren wir zum Jetty. Seit Jahrzehnten nicht mehr im Gebrauch zerfällt dieser nach und nach. Mit dem Jetty Train fahren wir hinaus, soweit es noch geht, etwa einen Kilometer.

Wieder an Land, besteigen wir den ehemaligen Wasserturm und besuchen das alte Museum in der grossen Halle, sowie das wieder original ausgestattete Leuchtturm-Wohnhaus mit seiner noch funktionierenden Süsswasserpumpe im Garten.

Gegen Mittag tanken wir voll und verlassen Carnarvon Richtung Süden.

Gleich ausserhalb steht die weithin sichtbare Antennenschüssel, welche bis in die Siebzigerjahre zur Kommunikation mit Satelliten und Raumschiffen, darunter auch den Apollo-Missionen, diente.

Bei der Brücke über den ausgetrockneten Wooramel River machen wir einen Fotohalt, gerade im rechten Moment, um einem Oversize Transport Platz zu lassen.

Etwas weiter kann vom Yaringa Range Lookout die ganze Gegend bis zu den Gewässern des Hamelin Pool Marine Nature Reserve eingesehen werden. Wie auf vielen erhabenen Plätzen sind auch hier Steintürmchen errichtet worden und jeder, der vorbei kommt, mag sein Steinchen des Glücks beitragen.

Die Strasse wird jetzt schnurgerade, ist aber hügelig, so dass man vor sich Kuppe hinter Kuppe sieht, die es zu überfahren gilt. Vor dem Overlander Roadhouse biegen wir nach rechts auf den World Heritage Drive Richtung Monkey Mia. Unser Ziel heute ist aber Hamelin mit seinen Stromatolithen. Bei der ehemaligen Post- und Telegrafenstation Hamelin Pool ist ein kleiner Caravan- und Zeltplatz. Hier werden wir gerne zweimal übernachten.

Der Strand in der Gegend, die Shell Beach,  besteht zu einem grossen Teil aus kleinen weissen Muscheln, welche in Schichten bis zu fünf Metern abgelagert sind. Im Innern der Muscheln leben Bakterien, die nach jeweils zwei Jahren absterben. Kalkauswaschungen durch im Wasser gelöstes Kohlendioxid lässt die Muscheln zusammenballen, so dass sie als Baumaterial Verwendung fanden. Ende des neunzehnten Jahrhunderts wurden solche Muschel-"Backsteine" für den Bau von Gebäuden verwendet. Grundmauern und Wände davon können bis heute am Strand besichtigt werden.

Der Spaziergang führt uns dann zu den Stromatolithen - für mich einer der Höhepunkte dieser Reise. Stromatolithen gelten als erste Lebewesen, die seit über drei Milliarden die Erde bevölkern. Die Cyano-Bakterien waren die Lebensformen, die als Stoffwechsel-Abfall den Sauerstoff in der Erdatmosphäre lieferten. Nur an wenigen Stellen auf der Erde sind heute noch Stromatolithen vorhanden. Wahrscheinlich durch den erhöhten Salzgehalt des Wassers haben sie hier keine natürlichen Feinde und können überleben. Stromatolithen, die korallenähnlichen Gebilde aus Kalk und Bakterien, kommen hier in mehreren Formen vor. Teils als kleine pilzförmige Kolonien, teils als flache Pfannen oder als Knollen in der Grösse  eines Laibes Brot.

Ich stelle meine Kamera etwa hundert Meter vom Telegrafenmast entfernt auf der ersten Düne auf und mache Intervallaufnahmen der Bewölkung im Osten und des Erdschattens.

Nach dem Abendessen, das wir wegen dem Wind in der etwas geschützten BBQ-Küche einnehmen, gehen Manfred und ich die paar Stufen zum Mast empor und betreiben etwas Astronomie. Der Mond stört jetzt nicht mehr direkt in den ersten Nachtstunden, allerdings ist durch Sand oder Feuchtigkeit in der Luft ein gewisser Vollmondeffekt vorhanden. Streulicht durch Dörfer oder Städtchen ist keines auszumachen.

Als ich meine Kamera hole und zu uns bringen will, stolpere ich über eines der Drahtseile, mit denen der Telegrafenmast fixiert ist. Mein rechtes Schienbein wird auf einer Länge von zwanzig Zentimetern abgeschmirgelt; es blutet und schmerzt. Zum Glück ist nichts schlimmeres passiert. Manfred hilft beim Desinfizieren und Verbinden. Übrigens hat auch die Kamera den Fall schadlos überstanden.

Dann gehen wir wieder nach oben und grasen mit dem Fernglas den Himmel ab. Zum ersten Mal sehen wir den Kleinplaneten Vesta, der nahe der Opposition zwischen dem Walfisch und den Fischen steht. Auch Neptun ist dank seiner leicht einprägsamen Position am östlichen Rand des Steinbocks leicht auffindbar.

Venus wirft für das dunkel-adaptierte Auge auf diesem hellen Untergrund klar erkennbare Schatten. Allerdings schaffe ich es nicht, dies fotografisch festzuhalten - der Fernauslöser streikt. Warum wir Uranus nicht finden, wird sich morgen klären.

 

 

Zeitraffer-Film der Bewölkung und des Erdschattens am Abend des 16. November 2008.
 Aufgenommen im Hamelin Pool Camp Ground in Westaustralien.


  Self-executable .exe-Datei (Nur für Windows-Betriebssystem)

  .avi-Datei (Für Windows und unix Betriebssysteme)

 


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Etwas ausserhalb der Küste - mit dem Carnarvon Jetty Train.

 

  Off-shore - By Carnarvon Jetty Train.

 


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Ausgestellte Lokomotive im Geschichtsmuseum Carnarvon.

 

  .

 


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Parabolantenne der O. T. C. Satellite Earth Station in Carnarvon.

 

  Parabolic antenna of the O. T. C. Satellite Earth Station in Carnarvon.

 


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Flussbett des ausgetrockneten Wooramel River.

 

  Riverbed of the dried-up Wooramel River.

 


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Oversize Transporter bei der Wooramel Brücke.

 

  Oversize transporters at the Wooramel Bridge.

 


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Lookout.

 

  Lookout.

 


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Relikt aus früheren Zeiten: Ausgrabung von Bauten aus Muschelkalk in Hamelin.

 

  Excavation at Hamelin: Building fragments ...

 


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"Am Ursprung des Lebens" - bei den Stromatoliten von Hamelin Pool.

 

  "At the beginning of life" - The stromatolites at Hamelin Pool.

 


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Diese rötlichen Stromatolithen starben vor etwa 500 Jahren.

 

  This reddish stromatolithes died some 500 years ago.

 


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Kolonie lebendiger Stromatolithen.

 

  Colony of living stromatolites.

 


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Kolonie lebendiger Stromatolithen.

 

  Colony of living stromatolites.

 

 

 

Montag, 17. November 2008     Hamelin - Monkey Mia - Hamelin (274 km)

 

Kurz nach Sonnenaufgang stehen wir auf, denn wir wollen möglichst früh am Vormittag in Monkey Mia sein, weil vormittags manchmal Delfine bis ans Ufer schwimmen, wo sie - nicht jedes Mal - durch die Reservatsaufseher gefüttert werden.

Doch der Wagen lässt sich nicht starten. In der Nacht habe ich einen Akku des Fotoapparates am Zigarettenanzünder aufgeladen. Das hat genügt, um die Batterie zu leeren. Aber noch ehe wir uns umsehen, kommt stolz und äusserst hilfsbereit ein Parkangestellter vorgefahren und überbrückt die Batterie unserer Kiste. Etwas hochtourig machen wir uns dann auf den Weg. Die Strecke führt dem Hamelin Pool Marine Nature Reserve entlang vorbei zur Peron Peninsula, die nur durch eine schmale Landbrücke mit dem Festland verbunden ist. Oftmals glaubt man, gleich am Ziel zu sein, weil einmal links, einmal rechts das Meer ganz nahe der Strasse liegt. Aber bis Monkey Mia sind es weit über hundert Kilometer.

Wir bezahlen das übliche "Fee applies", parken den Wagen so, dass er einfacher angeschoben werden könnte und gehen ins Strandcafe. Der Strand ist praktisch leer, höchstens ein paar Dutzend Touristen sind vor Ort. Kaum bringt man unseren bestellten Kaffee, sehe ich eine Schwanzflosse sich dem Strand nähern. Glück gehabt. Ich schnappe die Kamera und gehe zum Wasser: Ein Delfinweibchen und ihr Junges kommen ganz nahe ans Ufer, in der Hoffnung, gefüttert zu werden. Nach und nach kommen weitere Touristen hinzu und auch eine Park-Angestellte, welche uns Informationen über die hiesigen Delfine gibt. Man knipst die Kamera voll und nach zehn Minuten werden wir gebeten, zu gehen und die Tiere ihrer Wege ziehen zu lassen ... ohne Futter.

Es gibt eine Rundwanderung, die ins buschige Hinterland und dem Strand entlang wieder zurück zum Resort führt. Auch da haben wir Glück und sehen einige Tiere. Am imposantesten ist ein Emu, der plötzlich unvermittelt hinter uns steht.

Zum Mittagessen fahren wir an die Westküste der Halbinsel, zurück nach Denham, einem kleinen Städtchen an einem traumhaft schönen Strand. In einem gediegenen Hotel, das Manfred und Verena von früher kennen, leisten wir uns T-Bone-Steaks und Snapper.

An Tieren soll es heute wirklich nicht fehlen, denn vom nächsten Lookout aus, dem Eagle Bluff, welcher keine hundert Meter über den Felsen am Meer liegt, sehen wir ein Rudel aus mindestens zwölf Haien und weitere "Einzelgänger", direkt am Strand.

Überglücklich fahren wir zurück nach Hamelin, und dort geniessen wir den Sonnenuntergang draussen auf dem Steg bei den Stromatolithen.

In der Nacht gehen Manfred und ich wieder auf die Anhöhe, um Astronomie zu betreiben. Nachdem ich tagsüber die Aufsuchkarte studiert habe, finden wir Uranus, natürlich problemlos. Auch Neptun nehmen wir kurz ins Visier und Vesta, die sich deutlich bewegt hat. Und auch das Zodiakallicht sehen wir praktisch über das ganze Himmelsgewölbe gespannt.

 

 


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Unterwegs nach Monkey Mia: Ein Sandstrand in der L'Haridon Bight.

 

  En route to Monkey Mia: A sandy beach of the L'Haridon Bight.

 


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Das Monkey Mia Dolphin Resort.

 

  The Monkey Mia Dolphin Resort.

 


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Delphin-Weibchen Nickie mit ihrem Jungen.

 

  Dolphin mother Nickie with her baby.

 


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Delphin-Weibchen Nickie mit ihrem Jungen.

 

  Dolphin mother Nickie with her baby.

 


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Finken.

 

  Ein Emu spaziert durch das Reservat.

 


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Echse am Strand des Monkey Mia Dolphin Resort.

 

  Lizard (?) on the beach of Monkey Mia Dolphin Resort.

 


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Krabbe am Strand des Monkey Mia Dolphin Resort.

 

  Crab on the beach of Monkey Mia Dolphin Resort.

 

 


 

 


 
 
 
 


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Pelikan am Strand des Monkey Mia Dolphin Resort.

  Pelican on the beach of Monkey Mia Dolphin Resort.

 

 


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Strandidylle - das Städtchen Denham.

 

  Beach idyll - The village of Denham.

 


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Aussicht vom Eagle Bluff Lookout:

Haie am Strand der - Shark Bay.

 

  Scenic view from the Eagle Bluff Lookout:

Sharks on the beach of the - Shark Bay.

 


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Wieder zuhause bei den Stromatolithen in Hamelin Pool - Manfred und Verena warten auf den Sonnenuntergang.

 

  Back home at the stromatolithes of Hamelin Pool - Manfred and Verena  waiting for sunset.

 

 

 

Dienstag, 18. November 2008     Hamelin - Kalbarri (305 km)

 

Feine Federwölkchen zieren den Morgenhimmel über Hamelin. Ein relativ warmer Wind weht vom Festland Richtung Meer.

Eine Stunde nach Abfahrt erreichen wir das Billabong Roadhouse, in dessen Nachbarschaft Schwärme von Finken eine regelrechte Flugshow abziehen. Sie drehen eine Runde, setzen sich wenige Sekunden ans Wasser zum Trinken und heben gleich wieder ab. Und das ununterbrochen, Minuten lang.

Im Roadhouse trinken wir einen Kaffee und ich gehe schnell ins Internet - respektive langsam.

Jetzt beginnen langsam Getreidefelder die Strasse zu säumen; wir nähern uns urbanen Gegenden im Grossraum Perth, das noch etwa sechshundert Kilometer entfernt ist.

Für die Mittagsrast ist die Murchison River Rest Area bei der Gatena Bridge gerade richtig. Dann entscheiden wir uns wiederum spontan für einen Umweg, diesmal durch den Kalbarri National Park. Kaum erreichen wir den Parkeingang, erstreckt sich ein Meer aus violett-rot blühenden Büschen, so weit das Auge reicht. Die Strasse hier muss ganz neu sein, sie ist in einem tadellosen Zustand. Um zu den Schluchten des Murchisons zu gelangen, heisst es wieder "Fee applies". Wir besuchen die Ross Graham Gorge und gehen den Trampelpfad entlang bis hinunter zum Fluss. Etwas weiter besuchen wir noch die Hawks Head Gorge, aber den Walk nach unten ersparen wir uns. Viele Schwarzschwäne bereichern den Anblick. Von Schluchten haben wir heute genug. Wir machen uns auf den Weg nach Kalbarri. Auf der Suche nach einem Camp Ground fahren wir zuerst zu weit, also besuchen wir gleich den einen Lookout auf dem Felsen Red Bluff. Hier windet es sehr stark, aber die Aussicht nach unterhalb des Felsen Richtung Meer ist beeindruckend. Wir kehren um und finden dann tatsächlich die gesuchte Anchorage Camp Area. Je nähen wir Perth kommen, desto mehr Leute sind auf den Campingplätzen, so auch hier. Aber der zugewiesene Platz ist ganz in Ordnung; unsere Nachbarn sind zwei englische Paare mit zwei Kampfhunden. Die jedoch sind äusserst lieb und spielfreudig. Ich habe noch Zeit für einen Fotobummel ins Städtchen, in dessen Park viele Papageien im Schatten der Strandbäume grasen.

Um 21 Uhr schauen ich schnell nach den Jupitermonden und Venus, die jetzt schon über dem Deckelstern des Teapots (Schütze) steht und sich in den letzten Tagen rasant Jupiter genähert hat. Ebenfalls leicht auszumachen ist Vesta, die sich jetzt schon fast erwartungsgemäss weiterbewegt hat.

 

 


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Kaffeepause im Billabong Roadhouse.

 

  Coffe break at Billabong Roadhouse.

 


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Flugshow bei einem Weiher des Billabong Roadhouse.

 

  Air show over a pond at Billabong Roadhouse


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Murchison River.

 

  Murchison River.

 


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Farbenpracht unterwegs nach Kalbarri.

 

  Beautiful plants en-route to Kalbarri.

 


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Farbenpracht unterwegs nach Kalbarri.

 

  Beautiful plants en-route to Kalbarri.

 


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Hawks Head Gorge des Murchison River im Kalbarri National Park.

 

  Hawks Head Gorge of the Murchison River in the Kalbarri National Park.


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Ausblick vom Red Bluff über die Gantheaume Bay bei Kalbarri.

 

  View from Red Bluff Lookout over the Gantheaume Bay near Kalbarri.

 


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Pelikane und Kormorane am Strand von Kalbarri.

 

  Pelicans and cormorans at the Kalbarri beach.

 


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Abendessen für die Kakadus im Stadtpark von Kalbarri.

 

  Dining kakadus in the Kalbarri City Park.

 

 

Mittwoch, 19. November 2008     Kalbarri - Cervantes (Pinnacle Desert) (429 km)

 

Wir stehen früh auf, während die meisten Gäste noch schlafen. Auch auf diesem Zeltplatz haben wir es geniessen können, wie diszipliniert und selbstverständlich rücksichtsvoll die Menschen zueinander sind. Frühstücken können wir in einer Küche.

Manfred bekommt leider einen Hexenschuss und Verena braucht Augentropfen, also fahren wir gleich zur örtlichen Apotheke. Diese öffnet natürlich erst um - 08:30 und nicht sechs Minuten früher ...

Die Fahrt geht der Küstenstrasse entlang und unseren ersten Stopp machen wir beim Natural Bridge Lookout. Wir haben grosses Glück, dass gerade in diesem Moment eine etwa vierzigköpfige Delfinschule direkt unter uns vorbei schwimmt.

Die erste und einzige Schlange, die wir auf der ganzen Reise sehen, verschwindet gleich, als Verena sie entdeckt.

Kaum sind wir ausserhalb des Nationalparks, besteht die Landschaft zum Grossteil aus Getreidefelder, die teils bis zu den Sanddünen reichen.

Die schöne Küstenstrasse mündet in Northhampton auf den North West Coastal Highway. Auf diesem fahren wir durch Geraldton bis Dongara, wo wir in einem Park am Bootshafen zu Mittag essen. In einem kleinen Shop kaufen wir ein und dreissig Kilometer später verlassen wir den Highway und münden auf den Scenic Coastal Drive, der dem Meer entlang durch verschiedene Natural Parks nach Cervantes führt, den Ausgangspunkt für den Besuch des Nambung National Parks mit der weltberühmten Pinnacle Desert führt.

Der Grigson's Lookout, dreissig Meter über Meereshöhe,  diente einst als Triangulationspunkt. Erwartungsgemäss können wir den Weitblick über die Gegend bis zur Gardner Range geniessen.

Wer die Pinnacles besucht, tut dies vorzugsweise morgens oder abends, wenn die Sonne relativ tief steht und die Pinnacles kontrastreich beschienen werden und lange Schatten werfen. Warum nicht abends UND morgens? Es ist 16:30, als wir am Parkeingang sind und das übliche "Fee applies" erwarten. Die freundliche Kassiererin lässt uns wissen, dass um diese Zeit kein Eintritt mehr fällig ist. Dazu erklärt sie uns die Spielregeln (mit dem Wagen die mit Steinen gesäumten Spur nicht verlassen), ansonsten dürften wir uns zu Fuss frei bewegen, wie wir wollen, und falls wir morgen bereits vor Öffnung des Park hier wären, möchten wir bitte die zehn Dollar in ein Couvert stecken und in die Sammelbüchse werfen.

Herz, was willst du mehr? Es sind wirklich nur noch sehr wenige Fahrzeuge hier (4-5), und wir fahren langsam der vorgegebenen Fahrspur entlang.

Die Pinnacles könnte man als versteinerte Pflanzenwurzeln bezeichnen, die vor Hunderttausenden von Jahren die hiesigen Wanderdünen belebten. Erosion hat durch Kalkablagerungen verhärtete Wurzelstöcke wieder freigelegt. Die grössten Pinnacles haben eine Höhe von vier Metern.

Eineinhalb Stunden geniessen und fotografieren wir diese fantastische Spielart der Natur, dann fahren wir die paar Kilometer zurück nach Cervantes und beziehen das Nachtlager im Cervantes Pinnacles Caravan Park. Wir sind die einzigen mit einem kleinen Zelt und so haben wir wiederum praktisch die ganze Wiese am hinteren Ende für uns.

Nach diesem herrlichen Tag wollen wir uns wieder einmal ein richtiges Nachtessen gönnen und spazieren zum einzigen Counter Meal Restaurant, das des wohl in der Nähe gibt. Fischplatte mit Austern für zwei Personen und dazu Salate à discretion. Wir sind zwar zu dritt, aber wer zu blöde ist ... (Anekdote bliebe zu erwähnen).

Der Himmel ist jetzt bereits teils bewölkt, aber ein kurzer Blick an den Himmel genügt, um Uranus, Neptun und Vesta zu finden. Seit Tagen ist dies mein kleines Pflichtprogramm.

 

 


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Natural Bridge Lookout südlich von Kalbarri.

 

  Natural Bridge Lookout south of Kalbarri.

 


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Delfine beim Natural Bridge Lookout südlich von Kalbarri.

 

  Dolphins near the Natural Bridge Lookout south of Kalbarri.

 


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Das Getreidefeld reicht bis zu den Dünen.

   

 


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Grigson's Lookout im Lesueur National Park: Blick über die Küstengegend mit Dünen der Gardner Range.

  Grigson's Lookout in Lesueur National Park: Scenic view over the coastal region with sand dunes and the Gardner Range.

 


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Die Pinnacles.

  The Pinnacles Desert.

 


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Pinnacles kurz vor Sonnenuntergang.

  Pinnacles shortly before sunset.

 


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"Freiluft-Hotel Cervantes" im Pinnacles Caravan Park in Cervantes.

 

  "Open-Air Hotel Cervantes" in the Cervantes Pinnacle Caravan Park.

 

 

 

Donnerstag, 20. November 2008     Cervantes - Perth (410 km)

 

Es ist relativ kalt und stark bewölkt, als wir aufstehen. Wir sind immer noch allein auf unserer Wiese. Zum Glück haben wir die Pinnacles gestern Nachmittag besucht, heute hätten sie ein eher tristes Bild abgegeben.

Um noch ein letztes Mal in den Genuss einer 4WD-Fahrt zu kommen, suchen wir die Einmündung der 75 km langen Piste, die durch das Wanagarren Nature Reserve entlang der Küste nach Lancelin führt. Aber angesichts des Zustandes unseres Wagens und der Löcher, welche die Piste gleich am Anfang aufweist, verzichten wir gerne auf dieses Abenteuer.

Ganz in der Nähe gibt es einen See mit Stromatolithen, den Lake Thetis. Wir fahren hin und umwandern den See. Die Behörden sind daran, einen Spazierrost rund um den ganzen See zu bauen, um die empfindlichen Stromatolithen und das Ufer zu schützen.

Für die Weiterfahrt Richtung Perth wollen wir nicht die Hauptstrasse, den Brand Highway, sondern kleinere Überlandstrassen benutzen, also geht die Fahrt etwas landeinwärts Richtung Moora. Vielleicht gibt es irgendwo noch eine hübsche Stelle zum Übernachten.

Landschaftlich ist die Gegend jetzt nicht mehr besonders reizvoll, da grosse Flächen dem Getreideanbau dienen. Also nehmen wir mit, was uns trotzdem interessant erscheint. Zum Beispiel die Windkraftanlage Emu Downs, wo 48 Windturbinen den Strom für eine Entsalzungsanlage weiter südlich erzeugen (80 MW).

In einem Wäldchen essen wir zu Mittag, heftig gestört von Fliegen und Fliegern. Offenbar haben wir ausgerechnet ein Übungsgelände der Australischen Luftwaffe ausgesucht.

Hinter Moora, wo wir kurz bei der Post anhalten, befindet sich rechterhand ein See mit Mangroven und vielen Vögeln.

Das Wetter wird zusehends schlechter und falls wir noch einmal campieren wollen, ist die nächste Möglichkeit bei den Noble Falls, einem Naherholungsgebiet Perths. Es ist bereit siebzehn Uhr, als wir den kleine Camp Ground erreichen. Äusserst mager, was da an Wasser über eine kleine Schwelle fliesst und fünfzehntausend Google-Hits erreicht  - jeder Rohrbruch ist aufregender... Da auch keine sanitären oder andere Einrichtungen vorhanden sind, entschliessen wir uns, Richtung Perth zu fahren und im nächstbeste Hotel oder Motel Unterschlupf zu suchen. Leichter gesagt als getan. So nahe bei Perth ist (um diese Jahreszeit?) nichts vorhanden und wir erreichen, bei teils heftigem Regen - Perth. Jetzt geht die Hotelsuche erst richtig los. Entlang der Hauptstrasse, dem Great Eastern Highway, klappern wir mehrere Hotels ab, immer ohne Erfolg. Immerhin kann Manfred für die morgige Nacht - unsere letzte in Australien - zwei Zimmer reservieren.

Also doch auf einen Zeltplatz mitten in der Stadt. Schliesslich finden wir, es ist bereits nach neunzehn Uhr, den Perth Central Caravan Park, wo noch ein Plätzchen für Zelt und Wagen frei ist. Wieder sind wir glücklich, können nochmals im Freien schlafen und haben erst noch viel Geld gespart. Nudelsuppe zum Ansetzen mit heissem Wasser finden wir im Tankstellenshop auf der anderen Strassenseite des Highways.

Bevor ich ins Zelt steige, suche ich schnell noch Uranus, Neptun und Vesta. Alles kein Problem, selbst bei bewölktem Himmel und dem Licht der Millionenstadt!

 

 

 


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Stromatolithen am Lake Thetis bei Cervantes.

 

  Stromatolithes in Lake Thetis near Cervantes.

 


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75 km auf dieser Piste mit unserer Kiste - nein danke.

 

  75 km on this track with our jalopy - no, thanks.

 


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Die 48 Turbinen der Windkraftanlage Emu Downs östlich Cervantes.

 

  The 48 Wind turbines of the Emu Downs Wind Farm east of Cervantes.

 


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Drovers Inn Hotel in Moora.

 

  Drovers Inn Hotel/Motel in Moora.

 


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Mangrovenwald südlich von Moora.

 

  Mangroves south of Moora.

 


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Wenig spektakulär: Die Noble Falls.

 

  Not really spectacular: The Noble Falls.

 

 

 

Freitag, 21. November 2008     Perth

 

Es ist sehr ruhig auf dem Caravan Park. Das letzte Frühstück im Freien. Zum letzten Mal das Zelt abbauen und Vorbereitung auf die Wagenrückgabe.

Wir fahren zum Hotel Quest, wo wir freundlicherweise unser Gepäck deponieren dürfen, denn nach der Wagenrückgabe möchten wir unbelastet Perth besuchen gehen.

Die Wagenrückgabe verläuft problemlos, wie sollte es auch anders sein. Wiederum ist der Wagen womöglich in einem besseren Zustand als vor einem Monat, als wir ihn 7500 Kilometer weiter östlich, in Adelaide bezogen. Von einer Rückerstattung unserer Kosten für neue Reifen will der Typ nichts wissen - ein weiterer Minuspunkt für Britz.

Gleich vor dem Haus fährt die Buslinie 299, die uns in die City, Ecke St. Georgs Terrace / William Street, bringt. Wir schlendern zum Hafen am Swan River, trinken eine Kaffee am Quai und gehen dann wieder nach oben in die vorweihnächtlich geschmückte Innenstadt. Ungewohnt für uns: Dreissig Grad und Weihnachtszeit. Zu Mittag finden wir ein günstiges Restaurant mit Buffet à discretion, bedient von einem jungen Deutschen, der hier sein Glück versucht.

Per Bus geht 's dann wieder nach etwas ausserhalb zum Hotel Quest Ascot Village. Die beiden Wohneinheiten sind sehr komfortabel ausgerüstet. Manfred und Verena haben einen Balkon zum Innenhof der Bungalow-Anlage mit Blick auf den kleinen Pool. Wir essen die Resten unserer Verpflegung, dann gehe ich noch ein letztes Mal mit dem Fernglas in den Hof, um um 21 Uhr den Kleinplaneten Vesta zu finden.

 

 

 


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Zum 20. und letzen Mal bauen Manfred und Verena das Zelt ab.

 

  For the last time Manfred and Verena are folding their "home".

 


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Perth.

 

  Perth.

 


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Vorweihnächtlich geschmückte Einkaufsstrasse in Perth.

 

  Pre-Christmas - Shopping mall in Perth.

 


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Skyline von Perth.

 

  Perth Skyline.

 

 

 

Samstag, 22. November 2008     Heimflug Perth - Singapur - Zürich

 

Wir sind natürlich viel zu früh am Flughafen, aber lieber so, als gestresst und verärgert im letzten Moment hier aufzutauchen. Deshalb gönnen wir uns - zum ersten Mal - Sushi. Dann heisst es wiederum warten, warten, bis wir am späten Nachmittag bei Regen mit Flug SQ 226 in einer B777-200 Richtung Singapur abheben. Die Sitzplätze hinten links am Fenster sind ideal, um den Sonnenuntergang zu fotografieren.

In Singapur ist natürlich längst Nacht. wir schlendern oder fahren mit dem Sky Train durch die verschieden Terminals, um die Zeit totzuschlagen ... und besteigen dann den Flieger SQ 346 (B777-300ER) Richtung Schweiz.

 

 


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Das letzte optische Experiment: "Doppelte Refraktion": Sonnenuntergang aus dem Flugzeug in 11500 m Höhe beobachtet. Die starke Abplattung der Sonne entsteht durch das zweimalige Passieren der unteren dichten Atmosphärenschichten des Sonnenlichts.

  The last optical experiment: "Double refraction": Sunset observed onboard our plane at an altitude of 11500 m. The extreme flattening of the Sun is caused by the twofold passage of the Sun's light through the lowerest and dense atmosperic layers.

 

 

... und morgen Sonntag früh werden wir in Zürich landen und eine wunderbare vierwöchige Reise wird zu Ende gehen ...

 

 

Hinweis zum Copyright:
Die Rechte der Bilder und Videos in diesem Bericht sind beim Autor: Robert Nufer, Therwil (Schweiz)

 

Webseite:
Robert Nufer    http://RobertNufer.ch