Island-Rundreise September / Oktober 2013

 

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Robert "Röbi" Nufer
 
Patrick "Pa" Gfeller

 

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Dies ist ein kleines Tagebuch mit Bildersammlung unserer Island-Rundreise. Ende September bis Mitte Oktober sind die Reisebedingungen in Island für Individualisten ideal, denn die Touristensaison ist längst zu Ende, aber Tage und Nächte sind etwa gleich lang, so dass tagsüber die Insel erkundet und nachts der Sternenhimmel und Polarlichter beobachtet werden können - falls Odin es zulässt.

 

 

Freitag, 27. Sept. 2013

Basel - Keflavik

Wir haben deshalb die Reise so geplant, dass wir möglichst viele mondlose Nächte haben werden. Also von Freitag, 27. September 2013 bis Sonntag, 13. Oktober 2013. Von Donnerstag auf Freitag schläft Pa bei Nufers, damit wir gemeinsam früh abrauschen können.  Wir stehen um 05:00 Uhr auf, essen etwas kleines und fahren mit Bus und Tram zum Bahnhof Basel SBB. Nach drei Stunden sind wir am Frankfurter Fernbahnhof, checken für den Flug nach Keflavik (Icelandair) ein und futtern ein Omelett, gefolgt von einem Eiscafé, das allerdings widerlich schmeckt.

Auf dem dreieinhalbstündigen Flug gibt es nur etwas zu trinken; Essbares müsste gekauft werden. Also gibt's für uns wie immer Tomatensaft, denn gemäss Steuergeldern verschleudernden Physio-, Neuro-, Sozio- und anderen -logen schmeckt der in der Luft einfach besser.

Am Flughafen angekommen wechseln wir Geld und beziehen den Mietwagen, einen Toyota RAV4 mit Vierradantrieb, und nach einer guten halben Stunde erreichen wir von unserem Navi geleitet das Fosshotel Baron in Reykjavik, unser Heim für die nächsten drei Nächte. Rö war schon vor dreizehn Jahren hier und auf den ersten Blick hat sich kaum etwas verändert. Am Ende des heutigen Tages lassen wir uns kulinarisch im Restaurant Skolabru mit Duck Adventure verwöhnen.

 

[Google Maps] img_2244_solfar_patrick_gfeller.jpg   © Patrick Gfeller

Die Skulptur Solfar von Jon Gunnar Arnason an Quai von Reykjavik.

 

 

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Das Ambiente im Restaurant Skolabru in Reykjavik.

 

 

Samstag, 28. Sept. 2013

Reykjavik_(Hvalfjördur)

Der neue Tag begrüsst uns mit einem herrlichen sonnigen Herbstmorgen. Wir besuchen die Hallgrimskirche, die von den Isländern wegen ihrer an Basaltsäulen erinnernden Architektur "Bleistift" genannt wird. Die Kirche ist offen. Noch wissen wir nicht, dass es leider die einzige offene Kirche unserer Reise gewesen sein wird. Die optimalen Lichtverhältnisse inspirieren uns zu einem ausgiebigen Foto-Shooting, innen und aussen, wo ein Denkmal für Leif Eriksson steht, der als Entdecker Islands gilt.

In der Einkaufsmeile im Herzen der Stadt kauft sich Pa einen Lopapeysa, den typischen isländischen Pullover aus Schafswolle mit seiner runden Musterung um Schulter und Hals und für den ersten Ausflug besorgen wir etwas zu futtern: Pumpernickel, Käse und getrockneten Fisch - ob der uns wohl schmeckt?

Gleich am Hafen wurde in den letzten Jahren eine neues Opern- und Konzerthaus gebaut, das wir nun besuchen gehen. Auch hier hat sich der Architekt von Islands Natur inspirieren lassen und eine Art Eiswürfel kreiert. Nach einem isländischen Macchiato (gewöhnungsbedürftig, irgendwo zwischen Espresso und einer leeren Tasse anzusiedeln) mit Gipfeli spazieren wir zurück zum Hotel Baron und machen diesen ersten Ausflug mit dem Wagen, der uns um den Hvalfjördur Fjord führt. Die Strecke ist etwa siebzig Kilometer weit, aber zurück ist viel kürzer, denn es führt ein Strassentunnel unter dem Fjord durch. Bevor wir abtauchen und für tausend Kronen den knapp sechs Kilometer langen Tunnel befahren, machen wir eine kurze Pause auf dem kleinen Parkplatz, wie schon vor dreizehn Jahren Rö und Manfred.

Getrockneter Fisch schmeckt tatsächlich gut und wieder im Baron trinken wir ein Bier und loggen uns ins Netz ein, um erste Grüsse nach Hause zu senden. Wir haben keinen grossen Hunger und teilen uns etwas von einer Pizza Margherita von Domino's nebenan, unsere einzige kulinarische Sünde! Nach einer kurzen Planung für den morgigen Tag ist Bettruhe ...

 

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Die Hallgrimskirche in Reykjavik, das 74 m hohe Wahrzeichen der Stadt.

 

 

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Das Konzerthaus "Harpa"  am Hafen in Reykjavik, das "neue Wahrzeichen".

 

 

Sonntag, 29. Sept. 2013

Reykjavik_(Thingvellir-Strokkur-Gullfoss)

Das grosszügige Morgenessen im Hotel Baron wird von den vielen Gästen geschätzt, so auch von uns. Der Schuppen ist sehr gut besucht, so gut, dass ein weiteres Esszimmer zur Verfügung steht. Das Baron liegt etwa fünfzehn Gehminuten vom Zentrum entfernt und ist preislich bereits deutlich günstiger, was offensichtlich sehr geschätzt wird.

Mit dem heutigen Tag beginnt eine Serie von Schlechtwettertagen mit Hochnebel und Nieselregen. die Temperatur ist noch knapp zehn Grad, aber sie wird in den folgenden Tagen bis unter Null Grad fallen.

Wir haben uns für den Golden Circle entschieden, den Besuch von Thingvellir, Geysir und Gullfoss, also einem typischen Tagesprogramm im Westen Islands.

Um nicht zuviel Verkehr (zehn Autos oder mehr) zu haben, fahren wir zuerst etwas südlich und dann dem See Thingvallavatn entlang, bevor wir in Thingvellir eintreffen. Hier ist eine der Stellen auf dem mittelatlantischen Rücken, wo die amerikanische und die eurasische Kontinentalplatten auseinanderdriften. Es ist auch die Stelle, wo vor tausend Jahren eines der ältesten Parlamente Europas, das Althing, tagte. Seit Rös letzter Reise hat sich hier einiges geändert. Es gibt einen grossen Parkplatz und ein Besucherzentrum (mit Kaffeeautomat), denn 2004 wurde der Nationalpark durch die UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Wir spazieren bis zum grösseren Wasserfall am nordöstlichen Ende des Parks. Was auffällt, sind die vielen Bäume, die 2000 noch nicht da waren. Wir werden auf der weiteren Reise sehen, dass Island in den letzten Jahren begonnen hat, grosse Waldflächen anzulegen. Bäume gab es vor dreizehn Jahren praktisch keine in Island!

Wir fahren weiter zum Geysir Strokkur, eine knappe Autostunde entfernt. Nachdem der Namensgeber Geysir selbst nicht mehr tätig ist, ist Strokkur der einzige übrig gebliebene Geysir Islands mit einer Dampfsäule von über zwanzig Metern. Etwa alle fünf Minuten kann beobachtet werden, wie sich die blaue Dampfblase unter der Oberfläche bildet und dann meterweit hochschiesst. Wir nehmen uns viel Zeit, um das eine oder andere gute Bild schiessen zu können.

Der Gullfoss, nur wenige Minuten weiter östlich, komplettiert den Golden Circle. Dieser grösste - sprich mächtigste - Wasserfall im Süden Islands führt viel mehr Wasser als bei Rös letztem Besuch. Überhaupt führen alle Flüsse viel mehr Wasser als damals, im Herbst 2000. Wir sind beeindruckt ob dem imposanten Fall und fahren auf einer südlicheren Strasse via Selfoss und Hveragerdi wieder nach Reykjavik zurück.

Zum Nachtessen finden wir ein kleines nepalesisches Restaurant ganz in der Nähe. Das Essen ist gut, aber wirklich scharf.

 

[Google Maps] img_2275_thingvellir_patrick_gfeller.jpg     © Patrick Gfeller

Nationalpark und UNESCO Weltkulturerbe Thingvellir.
Im Vordergrund die tektonische Grenze zwischen Amerika und Eurasien.

 

 

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Wasserfall bei Thingvellir.

 

 

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Der Geysir Strokkur unmittelbar vor der Eruption.

 

 

[Google Maps] img_2341_strukkur_patrick_gfeller.jpg     © Patrick Gfeller

Der Geysir Strokkur bei der Eruption.

 

 

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Die untere Schlucht des Gullfoss.

 

 

Montag, 30. Sept. 2013

Reykjavik-Blaue_Lagune-Seltun-Selfoss

Heute beginnt die Reise um die Insel. Wir frühstücken nochmals ausgiebig und checken aus.

Nach einer kurzen Fahrt sind wir in der Blauen Lagune und geniessen zwei Stunden lang das warme Wasser in der blauen Algen- und Silikatbrühe. Wieder auf dem Parkplatz futtern wir die restliche Pizza, die wir noch von Samstag übrig haben. Es regnet den ganzen Tag. Die nächste Ortschaft ist Grindavik  an der Südküste. Rö erinnert sich, dass damals hier kein Restaurant oder Hotel zu finden war, und so ist es immer noch. Wir fahren kreuz und quer durchs Dorf, aber da ist immer noch nichts vorhanden ausser einer kleinen Bierstube.

Hier in der Nähe befindet sich eine aktive Geothermiezone, aber wir erwischen eine falsche Piste und unser Wagen wird zum ersten Mal richtig schmutzig. Immerhin ist die Gegend interessant in ihrer Rauheit. Allerdings kommen einem solche zwanzig Kilometer ins Nirgendwo unendlich lang vor. Doch dann sind wir wieder auf einer richtigen Strasse und fahren dem See Kleifarvatn entlang an die Südküste. Und dann ist es doch noch da: Seltun, die farbige Landschaft am Hang eines Berges, wo an mehreren Orten kochendes Wasser und brodelnde Schlammpfützen vor sich hin blubbern, Dampf ablassen und entsprechend schweflig riechen. Wir klettern bis an die höchste Stelle am Berg oben, wo schon von weitem eine Dampfsäule zu sehen ist. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht ausrutschen, denn die Stelle ist teils steil und allerorts rutschig.

Die Landschaft hier ist geprägt von Lavafeldern, die mit Moos bewachsen sind und so als grünlich-schwarze Gegend erscheinen. Und schon hier wird klar, dass Island in den letzten Jahren enorm viel getan hat, um den Tourismus zu fördern. Was 2000 noch eine Piste war, ist heute eine gut ausgebaute Landstrasse.

Es ist 17:00 Uhr und wir beginnen mit der Hotelsuche, vorerst vergebens, und für uns ist es eine Lehre, auf der weiteren Reise früh genug nach einer Unterkunft zu suchen. In Thorlakshöfn finden wir nichts, ebenso wenig in Hlidarendi, wo wir beim Hotel Hlid (es brennt zwar Licht) auf nichts ausser einem sehr unterwürfigen netten Hund treffen. Und auch das Reiterhotel bei Hveragerdi ist geschlossen. Reiseführer und Navi sind nutzlos! Die Sonne ist schon sehr tief, als wir vor Selfoss kurz anhalten und den ersten schönen Regenbogen geniessen. Schliesslich erreichen wir Selfoss und beziehen Unterkunft im gleichnamigen Hotel gleich bei der grossen Brücke über den Fluss Hvita.

Bevor wir hier angekommen sind, haben wir die beleuchteten Gewächshäuser von Hveragerdi gesehen, wo dank der sehr günstigen Energiekosten auch tropisches Gemüse und Früchte wie Bananen gezüchtet werden können. Deshalb fahren wir nochmals die zehn Kilometer zurück, um die Stadt von etwas oberhalb zu fotografieren. Dazu eignet sich die Bergstrasse Richtung Reykjavik bestens, wo an idealer Lage auf der Hellisheidi ein Aussichtspunkt gebaut wurde.

Die Fischsuppe schmeckt herrlich, die Bedienung ist sehr freundlich und auch das Dessert aus Glace und Früchten sind ein Genuss. Wir sind glücklich, doch noch hierhin gefunden zu haben.

 

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Die Blaue Lagune bei Grindavik.

 

 

 

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In der Blauen Lagune bei Grindavik.

 

 

[Google Maps] img_2369_verfahren_patrick_gfeller.jpg     © Patrick Gfeller

Auf den Suche nach den farbigen Bergen von Seltun haben wir uns verfahren.

 

 

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Brodelnde Erde bei den heissen Quellen von Seltun.

 

 

[Google Maps] img_0456_memorial_patrick_gfeller.jpg     © Patrick Gfeller

Memorial für die Verkehrsopfer seit 1972 zwischen Reykjavik und Selfoss.

 

 

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Herrliche Abendstimmung in Selfoss.

 

 

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Hell erleuchtetes Gewächshaus in Hveragerdi.

 

 

Dienstag, 1. Okt. 2013

Selfoss-Vik

Was für ein Unterschied. Im Gegensatz zum feinen Essen gestern Abend ist das Frühstück äusserst dürftig, und auch die Angestellte verdient nicht, als Kellnerin bezeichnet zu werden. Keine Tassen auf dem Tisch, Orangensaft ist Wasser - miserabel.

Wieder ein Regentag. Wir fahren Richtung Vik. Die Gegend ist flach und von Sandern durchzogen, bevor wir zu den Bergen gelangen, auf denen die Gletscher Eyjafjallajökull und der viel grössere Myrdalsjökull liegen. Über die erste Felswand fallen einige Wasserfälle. Der grösste davon ist der Seljalandsfoss (66 m hoch), den man sogar dahinter begehen kann, da er über eine überhängende Felswand fällt. An einem fahrbaren Verpflegungsstand trinken wir einen Kaffee und versuchen dann, auf einer Piste an die Nordseite der Berge zu gelangen, aber nach wenigen Kilometern zwingt uns der erste zu durchquerende Fluss zur Umkehr.

Etwas weiter besuchen wir den berühmteren Skogafoss, dessen Wasser auch vom Eyjafjallajökull gespeist wird. Mit sechzig Metern ist er zwar nicht ganz so hoch, aber die Breite ist mit zwanzig Metern viel grösser. Der Fall sieht damit aus wie ein weisser Vorhang, und man könnte im flachen Bachbett bis unter den Fall spazieren, wovon aber tunlichst abzuraten ist. Seit Rös letztem Besuch ist eine Treppe gebaut worden, auf der man den Berg hochsteigen kann, sogar bis über den Fluss über dem Fall, wo es eine Aussichtsplattform gibt.

Als Verpflegung für unterwegs haben wir Pumpernickel und Käsescheiben dabei, quasi unser "normales Mittagessen".

Dann passieren wir den Leuchtturm am Kap Dyrholaey, aber zuvor suchen wir eine Übernachtungsmöglichkeit, die wir im Hotel Edda in Vik finden, wo sogar ein Erweiterungsbau am Entstehen ist. Wir bekommen ein Zimmer in diesem neuen Bau, der uns sehr gut gefällt, genau gleich wie der gemütliche Empfangsraum vor der Rezeption.

Jetzt haben wir die Musse, zurück zum Leuchtturm hoch zu fahren, trotz des miesen kalten Wetters, denn die Klippen hier sind spektakulär und jederzeit sehenswert.

Da man im Hotel Edda nur frühstücken kann, bleibt zum Abendessen nur der Grillfood an der Tankstelle übrig.

Wir haben den Rhythmus gefunden, wie die Tage eingeteilt werden können, um stressfrei abends dann auch Übernachten zu können.

 

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Der 66 Meter hohe Seljalandsfoss unterhalb des Gletschers Eyjafjallajökull.

 

 

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Pa unter oder hinter dem Seljalandsfoss.

 

 

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Der Skogafoss.

 

 

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Der Skogafoss und sein Spiegelbild.

 

 

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Klippen und Natursteinbögen von Dyrholaey bei Vik.

 

 

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Vik-Kirkjubaejarklaustur-Skaftafell

Einfaches, aber gutes Frühstück. Nebst uns ein ist nur ein japanisches Paar und eine Familie mit einem Kleinkind anwesend.

Wieder regnet es den ganzen Tag. Da die Felsen von Vik eine Attraktion für Touristen sind, die im Sommer carweise angekarrt werden, gibt es neben der Tankstelle einen grossen Souvenir- und Kleidershop. Wir versuchen, einen Pullover für Rö zu kaufen, aber die Verkäuferin hat keine Lust auf Kundschaft - dann halt nicht.

Entlang der Strecke hat es teils soweit das Auge reicht, mit Moos bewachsene runde Lavasteine, Möös-chen.

Die Strecke ist immer ziemlich flach. Sie führt immer den Bergen entlang, die linkerhand liegen und deren Sockel jeweils umfahren werden. Der Abstand zum Meer wird ist heute etwa zwanzig Kilometer, obschon wir nur wenige Meter über dem Meeresspiegel fahren. Wir sind im Gebiet des grössten Sanders, dem Skeidararsandur.

Wir tanken in Kirkjubaejarklaustur auf und trinken eines warmen Kaffee, bevor wir den basaltenen Kirchenboden auf der Wiese nebenan anschauen gehen. Den Besuch des Klosters lassen wir aus.

Wir nähern uns langsam dem letzten Ort, den Rö letztes Mal besucht hat. Einer davon war das Dorf Nupsstadur mit seiner kleinen (der kleinsten Islands) Grassodenkirche. Leider darf der Ort nicht mehr besucht werden; die Strecke ist sogar abgesperrt. Vergebens haben wir uns also darauf gefreut, aber es gibt ja mehrere davon und unser Weg ist noch weit.

Nachdem wir den grossen Sander auf der einspurigen Metallbrücke überquert haben, sind es nur noch zwei Kilometer bis zum Skaftafell-Nationalpark. Hier ist schon mehr los. Es hat etwa zwanzig Autos und einige Cars auf dem grossen Parkplatz - alles Tages-Touristen, denn für Übernachtungen ist die Anlage jetzt im Herbst schon wieder geschlossen. Wir spazieren zum Gletschersee des Skaftafelljökulls - unter dem Regenschirm. Hier befinden wir uns an den südlichen Gletscherzungen des Vatnajökulls, des grössten Gletschers Europas.

Etwas weiter holpern wir einen Kilometer zum Svinafellsjökull - neuerdings mit einer Gedenktafel versehen, die an zwei Burschen erinnert, welche hier 2007 ihr Leben verloren.

Dann reservieren wir ein Zimmer im Skaftafell-Hotel, wo man 2000 um diese Jahreszeit noch nicht übernachten konnte, und fahren erst dann zurück zum Nationalpark, um zu schauen, ob es das Bölti noch gibt, und um zum Svartifoss zu spazieren.

Das Bölti war eine Übernachtungsmöglichkeit aus kleinen Chalets mit Mehrbettzimmern, aber heute dient es zur Unterbringung von Personal, schade.

Den Svartifoss hingegen kann man jetzt von mehreren Seiten anschauen, denn es wurden Treppen und sogar eine kleine Holzbrücke über den Fluss angelegt.

Zurück im Hotel setzen wir einige Grüsse ab und geniessen dann ein feines Nachtessen. Ab hier wird auch für Röbi alles neu sein.

 

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Die Steinhügelchen bei Laufskalavarda bringen demjenigen Glück, der einen weiteren Stein auftürmt.

 

 

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Märchenhafte Landschaft aus Möös-chen.

 

 

img_2485_kirkjubaejarklaustur_patrick_gfeller.jpg     © Patrick Gfeller

Die freiliegende Oberseite von Basaltsäulen bei Kirkjubaejarklaustur.

 

 

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Am Fusse des Gletschers Skaftafellsjökull.

 

 

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Herbststimmung am Svartifoss im Skaftafell-Nationalpark mit seinen Basaltsäulen.

 

 

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Pa am Gletschersee des Svinafellsjökull.

 

 

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Nachtessen im Hotel Skaftafell.

 

 

Donnerstag, 3. Okt. 2013

Skaftafell-Jökulsarlon-Djupivogur

Wieder ein Tag mit Nieselregen aus strukturlosem Himmel. Das Frühstück ist gut, wie es in den Fosshotels wohl üblich ist. Um halb Zehn fahren wir los.

Eigentlich haben wir von dieser Tagesetappe nicht viel erwartet und umso erstaunter sind wir, als wir den mit Jökulsarlon bezeichneten Ort erreichen. Ein Highlight! Vielleicht sogar das Schönste, was wir auf dieser Reise an Natur sehen können. In den letzten Jahrzehnten hat sich am unteren Ende des Breidamerkurjökulls ein See gebildet, in dem Gletscherabbrüche meerwärts driften. Über den Fluss führt eine Brücke, unter der die Eisberge ins Meer gespült werden, falls sie klein genug sind und sich nicht am Boden verhaken. Bevor sie sich dann ganz auflösen, werden Teile davon wie Schwemmgut an den Strand gespült. Dort bilden sie zauberhafte Skulpturen. Ein atemberaubend schönes Naturschauspiel, das in unserem Reiseführer nicht erwähnt ist. Natürlich schiessen wir Dutzende Fotos dieser Gletscherresten, einmalig. Das Wetter beruhigt sich kaum, und den ganzen Tag nieselt es ziemlich stark unter der tief liegenden Nebeldecke.

Weiter geht es entlang der Küste nordostwärts.

Die nebelverhangenen Bergen und Felsen linkerhand erinnern uns an Tolkiens Mordor.

Es ist schon weit nach Mittag, als wir den Abstecher nach Höfn machen und im gleichnamigen Hotel eine spezielle Suppe bestellen: Lobstersuppe - zubereitet mit tausendjährigem Gletscherwasser.

Von Höfn nach Djupivogur sind es nur noch einige kleinere Fjorde. Hier im Osten Islands fallen die Berge steil ins Meer ab und entsprechend lang sind die Strecken von Ort zu Ort, denn die Strasse muss der Küstenlinie folgen, will man nicht Tunnel an Tunnel bauen.

Es ist zwar erst 16 Uhr, aber wir beziehen ein Zimmer im Hotel Framtid, das in schickem Chaletstil gebaut ist. Von unserem Zimmer aus blickt man in den kleinen Fischerhafen.

Zum Nachtessen bestellen wir eine kleine Pizza und ein Glas Rotwein. Das Essen schmeckt wiederum sehr gut, aber die Freundlichkeit der jungen Kellnerin lässt zu wünschen übrig. Schade, so vergibt man dem Ort wertvolle Pluspunkte.

 

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Treibende Eisberge im Gletschersee bei Jökulsarlon.

 

 

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An die Küste gespülte Eisresten bei Jökulsarlon.

 

 

img_0731_joekulsarlon_patrick_gfeller.jpg     © Patrick Gfeller

"Cool, der Stuhl." An die Küste gespülte Eisresten bei Jökulsarlon.

 

 

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An die Küste gespülte Eisresten bei Jökulsarlon bilden bizarre Formen.

 

 

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An die Küste gespülte Eisresten bei Jökulsarlon bilden bizarre Formen.

 

 

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Unterwegs nach Djupivogur.

 

 

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Der stilvoll eingerichtete Speiseraum im Hotel Framtid in Djupivogur.

 

 

Freitag, 4. Okt. 2013

Djupivogur-Egilsstadir_(Hengifoss)

Kurz vor acht Uhr erwachen wir, duschen und gehen frühstücken, wollen wir jedenfalls.

Der Himmel ist zwar immer noch stark bewölkt, aber immerhin sind Wolkenstrukturen zu sehen, nicht wie an den letzten Tagen, wo wir jeweils unter einer nebligen Decke waren, die bis etwa hundert Meter über Grund hing.

Kurz vor acht hat er gesagt? Wieder mal hat uns die High-tech Uhr von Röbi einen Strich durch die Rechnung gemacht. In Wirklichkeit ist es kurz vor sieben Uhr, und so warten wir halt, bis es acht Uhr ist und das Frühstücksbüffet eröffnet wird.

Der Supermarkt ist noch zu, aber wir haben noch genug Essbares dabei.

Auf der Fahrt zeigt sich seit Tagen endlich wieder einmal die Sonne, deren Licht uns jetzt sehr grell vorkommt, aber zum Fotografieren gute Kontraste liefert. Die Fahrt geht  entlang der Fjorde Richtung Egilsstadir und es bläst ein sehr kalter Wind. Wir bezeichnen die Landschafte als "Mordor vom schönsten".

In Stördvardjarjökur machen wir kurz Rast und fotografiernen die hübsche kleine Kirche, die jetzt als Unterkunft dient, allerdings nur im Sommer.

Strembitangi ist der östlichste Punkt unserer Reise, was wir mit dem Verzehr der "östlichsten Bananen" bei einem Leuchtturm festhalten.

Da wir von Fjord-Umfahrungen langsam genug haben, entschliessen wir uns, die einem Krokodilkopf ähnelnde Halbinsel Studlaheidi nicht zu umfahren, sondern die Strasse mit dem sechs Kilometer langen Tunnel Richtung Egilsstadir zu nehmen. Kurz vor Egilsstadir zweigt eine Strasse nach Osten ab, die nach Seydisfjördur führt, wo die Fähren aus Thorshaven anlegen, aber die Strasse steigt mehr und mehr bis auf über sechshundert Meter an und wird plötzlich schneebedeckt, worauf wir uns entschliessen, zurück nach Egilsstadir zu fahren und dort eine Unterkunft zu suchen. Aber zuerst machen wir eine kleine Pause beim Denkmal, das an den Flugpionier Thorbjörn Arnoddson erinnert. Das Denkmal aus Granit zeigt symbolisch einige Basaltsäulen und wird von uns gleich "Stinkefinger" genannt.

Die Hotelsuche nach Reiseführer ist wiederum ein Flop. Das grosse und wohl einzige Hotel Egilsstadir ist zu. Eine Verkäuferin im Sportgeschäft vis-a-vis zeigt uns auf einem Dorfplan, wo es gleich in der Nähe eine Unterkunft geben soll. Tatsächlich klingeln wir an der Tür von Olgas Guesthouse und können für eine Nacht mit Frühstück buchen. Es ist ein kleines Haus inmitten recht grosser Bäume. In einem Café bestellen wir zwei pizza-ähnliche Sandwiches, was mehr als eine Viertelstunde an Vorbereitungszeit bedarf. Dann tanken wir voll, kaufen etwas zu Essen und fahren dem Lagarfljot-See entlang bis zum Aufstieg zum Wasserfall Hengifoss. Es bläst ein kalter Wind und wir verzichten darauf, ganz bis zum hintersten Wasserfall zu klettern, was zwei weitere Stunden Wandern bedeutet hätte. Der untere Fall Litlanesfoss mit seinen langen Basaltsäulen ist ohnehin schon atemberaubend schön.

Auch die Rückfahrt nach Egilsstadir ist unvergesslich schön, denn die jungen Wälder aus kleinblättrigen Bäumen leuchten in allen Gelb-, Rot- und Brauntönen: "Mehr Herbst aufs Auge geht nicht."

Das Abendessen geniessen wir im sehr stilvollen Restaurant des "richtigen" Hotels Egilsstadir. Fangfrischer Fisch und kalifornischer Weisswein.

 

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Endlich schönes Wetter an den Bergen entlang des Berufjördur.

 

 

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Die alte Kirche von Stödvarfjördur dient heute als Sommerunterkunft.

 

 

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Sehr zu empfehlen: Das Gästehaus Olga in Egilsstadir.

 

 

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Die langen Basaltsäulen am Litlanesfoss unterhalb des Hengifoss (am oberen Bildrand).

 

 

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Vor kurzem noch undenkbar: Herbstzauber in Islands Wäldern (am See Lagarfljot).

 

 

Samstag, 5. Okt. 2013

Egilsstadir-Dettifoss-Myvatn-Hüsavik

Im Gistihuis Olgu haben wir sehr gut geschlafen und verspeisen nun das liebevoll vorbereitete Frühstück, nachdem wir die  Haustüre wieder geschlossen haben, die der Chinese weit offen gelassen hat, der auch hier genächtigt hat.

Heute wollen wir Richtung Myvatn fahren und den Dettifoss, Europas mächtigsten Wasserfall besuchen. Das Wetter ist wieder einmal schön, aber die Temperatur ist nur wenig über dem Gefrierpunkt.

In der Jökuldalur genannten Gegend wimmelt es auf der rechten Seite von Wasserfällen. Zu einem davon, dem Ytri-Rjukandi, klettern wir hoch. Noch scheint die Sonne, aber es ist um Null Grad.

Je weiter wir fahren, desto mehr gewinnen wir an Höhe, und plötzlich sind alle Pfützen und Tümpel vereist und über die Fahrbahn ziehen eisige Nebelverwehungen. Mit unseren Sommerreifen überkommt uns ein ungutes Gefühl. An der ersten Abzweigung zum Dettifoss fahren wir nur wenige hundert Meter weit. Der Schnee auf der Strasse ist zu gefährlich. Also geht's zurück zur Ringstrasse und dann bei der zweiten Abzweigung auf der Strasse 862 Richtung Dettifoss. Eigentlich sollte dann von hier aus eine Piste nach Hüsavik führen, aber die ist mit Ketten abgesperrt. Dank sehr defensiver Fahrweise kommen wir zum westlichen Parkplatz am Dettifoss. Nur wenige Menschen haben sich heute hierhin verirrt. Der Fussweg zum Wasserfall ist eine echte Winterwanderung und wir müssen aufpassen, um nicht in durchbrechende Pfützen oder knietiefen Schnee zu fallen. Nach einem knappen Kilometer sind wir am Hauptfall, dem Dettifoss. Ganz an den Rand des Abgrundes zu gehen erscheint uns zu gefährlich. Da verzichten wir gerne auf DAS Superbild - und auf ein Denkmal.

Dann geht es die etwa zwanzig Kilometer zurück zur Ringstrasse, auf der wir nun Richtung Myvatn fahren. Kurz vor Reykjahlid machen wir einen Halt bei den dampfenden Sulfataren Namafjalls.

Zum Mittagessen gönnen wir uns eine Fischsuppe im Restaurant Gamli Baerinn - das wollen wir zumindest. Aber aus dem im Reiseführer gepriesenen Restaurant ist in der Zwischenzeit eine Kneipe geworden. Aber die Tagessuppe mit Fleisch und Gemüse schmeckt uns dennoch gut.

Hüsavik, zur Kleinstadt ganz im Norden die für ihr Whale watching berühmt ist, ja oder nein - die Natur hat das letzte Wort. Wir riskieren es und fahren wiederum sehr vorsichtig die Strasse 87 nordwärts und erreichen es nach neunundfünfzig Kilometern, wo wir im Fosshotel einchecken. Wir bummeln zum Fischerhafen und suchen das Phallus-Museum, allerdings vergebens. Um die Brandung in der grossen Bucht besser fotografieren zu können, fahren wir nach etwas ausserhalb der Ortschaft. Auf dem Rückweg kommen uns einige Pferde begrüssen - ein dankbares Sujet.

Zum Abendessen wollen wir im hoteleigenen Restaurant bleiben, aber es gibt nur Kleinigkeiten in der Bar zu kaufen, in der daneben ein Fussballspiel auf einem riesigen Bildschirm läuft, nichts für uns. Da ziehen wir ein Restaurant am Hafen vor, das auch von Einheimischen gut besucht ist.

 

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Der Wasserfall Ytri-Rjukandi bei Hofteigur.

 

 

img_2626_mondlandschaft_patrick_gfeller.jpg     © Patrick Gfeller

"Mondlandschaft" beim See Myvatn.

 

 

img_2660_namafjall_patrick_gfeller.jpg     © Patrick Gfeller

Schweflig riechender Dampf entweicht bei der geothermisch aktiven Zone Namafjall bei Reykjahlid.

 

 

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Islandpferde am Strand von Hüsavik.

 

 

Sonntag, 6. Okt. 2013

Hüsavik-Myvatn-Akureyri

Oh Schreck! Als wir erwachen stellen wir fest, dass die Landschaft mit Schnee bedeckt ist, Mist! Wir haben lediglich Sommerreifen von Hertz gekriegt und machen uns Sorgen, wie wir es mit diesen Sommerreifen wieder auf die Ringstrasse schaffen sollen. Aber zuerst gibt es Morgenessen - mit grölenden Belgiern, die haben uns gerade noch gefehlt.

Wir begleichen die Rechnung an der Rezeption, wo vor uns ein chinesisches Paar das gleiche tut und sich nach den Strassenverhältnissen erkundigt. Später treffen wir die Chinesen auf der Strasse und stellen fest, dass sie die besseren Reifen als wir montiert haben, womit wir sie dann beruhigen können und ermuntern, weiter zu fahren. Dennoch wollen sie sich, nachdem sie eine Whale watching-Tour gekauft haben, uns anhängen, aber wir wollen jetzt fahren.

Wir fahren sorgfältig Richtung dem See Myvatn, die Strassen sind weiss und Rö macht einige Bremstests. Das ABS scheint zu funktionieren. Lustigerweise sind je weiter wir fahren nur die Strassen schneebedeckt und nicht die Landschaft.

Die Gegend mit ihren vielen Vulkanen und dem See kann besser überschaut werden, je höher man ist. Also fahren wir zum Vulkan Krafla, an dessen Fuss sich eines der unzähligen Geothermiekraftwerke befindet. Dahinter wird die Strasse von einer Pipeline umrahmt. Ganz nach oben zum Vulkan können wir nicht fahren, denn die steile und kurvige Strasse ist mit Schnee und Eis bedeckt.

Wieder unten an der Ringstrasse treffen wir auf zwei Französinnen, die es fertig gebracht haben, ihren Happycamper in den Graben zu fahren. Die beiden ahnen wohl nicht, wie viel Glück sie gehabt haben, dass ihnen dieses Missgeschick hier und nicht woanders zugestossen ist. Ein Isländer fährt ihnen schliesslich die Karre wieder auf die Strasse und rät den beiden, tunlichst Winterreifen zu montieren.

Wir fahren ans Ostufer des Myvatn dort zum Krater Hverfell, den wir auf einem Trampelpfad besteigen. Die Aussicht oben ist gewaltig und wir sehen einerseits direkt in den Kegel, andererseits über die weite Landschaft des Myvatn. Da es nur das eine Restaurant zu geben scheint, gibt es für uns wie gestern Tagessuppe im Gamli BaerInn.

Unser Tagesziel ist Akureyri, aber zuvor wollen wir noch etwas dem Myvatn entlang fahren und in die Nähe des schneebedeckten Berges  Blafjall, den wir spontan als Weissen Ayers Rock bezeichnen.

Der Godafoss, die letzte Sehenswürdigkeit vor Akureyri an der Ringstrasse, ist unheimlich schön, zumal das Wetter immer besser und das Licht der Sonne immer gleissender wird.

Doch kurz vor dem Erreichen des Tagesziels biegen wir an der Küste des Eyafjördur nach rechts ab und besuchen in Laufas den Grassodenhof und die Kirche. Wunderschön.

In Akureyri selber irren wir auf der von Navi und Reiseführer geleiteten Suche nach dem Edda Hotel herum, und finden schliesslich das Hotel Icelandair. Wie vielerorts in Island werden Hotels während der Wintermonate als Internate umfunktioniert, so auch das Hotel Edda.

Der gediegene Speisesaal im Hotel Icelandair trägt den Namen Aurora, und das Nachtessen schmeckt himmlisch.

Apropos Aurora und Himmel: Bis jetzt haben wir zehn Abende und Nächte in Island verbracht und keine Polarlichter sehen können, so auch heute nicht. Vielleicht wird das der einzige kleine Mangel dieser Reise sein.

 

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Das Geothermie-Kraftwerk am Fusse des Vulkans Krafla.

 

 

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Blick in den Krater des Vulkans Hverfell beim See Myvatn.

 

 

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Auf dem Vulkan Hverfell östlich des Sees Myvatn aufgenommenes 220° Panorama.

 

 

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Islands Antwort auf Australiens Ayers Rock: Der Sellandafjall beim See Myvatn.

 

 

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Am Godafoss.

 

 

img_2709_godafoss_patrick_gfeller.jpg     © Patrick Gfeller

Der Godafoss im Gegenlicht.

 

 

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Laufas: Grassodenhof und Kirche.

 

 

Montag, 7. Okt. 2013

Akureyri-Dalvik-Akureyri (Polarlicht)

Das sehr reichliche und gute Frühstücksbuffet haben wir ganz für uns alleine im Aurora.

Wir fahren Richtung Norden, soweit wie möglich. Zuvor schauen wir kurz beim Guesthouse Skjaldarvik vorbei, wo man auch übernachten könnte.

Bei Dalvik machen wir eine kurze Pause beim Denkmal an Fridrik Fridriksson, der 1899 die YMCA-Bewegung von den USA nach Island brachte. Zudem ergeben sich hier schöne verspiegelte Fotomotive mit Bergen und Wasser. Wir fahren etwas nördlicher als zum 66. Breitengrad, bis der Schnee auf den Strassen uns aufhält und zur Umkehr zwingt. Immerhin haben wir hier den Polarkreis in Sichtweite auf der Insel Grimsey. Für uns beide ist hier der nördlichste Punkt, den wir in unserem Leben je betreten haben.

Zurück in Akureyri parken wir das Fahrzeug beim Busbahnhof und spazieren der Hafenstrasse entlang, um die schönen Gebäude zu fotografieren, die wir gestern Abend am Ortseingang gesehen haben. Beim Restaurant BautInn kehren wir ein und gönnen uns, auch das erste Mal im Leben, gegrillen Wal.

Rö kauft sich nun auch einen Lopapeysa, endlich.

Akureyri liegt am südlichen Ende des Eyjafjördurs. Südlich davon ist ein langes Tal, in dem sich noch die eine oder andere sehenswerte Kirche befinden soll. Wir fahren deshalb südwärts und finden die beiden Kirchen in Grund und Saurbaejar.

Zum Nachtessen sind wir wiederum fast allein im Aurora.

Das Wetter verbessert sich von Minute zu Minute, und - man glaubt es kaum - nach dem Essen haben wir Sternenhimmel. Wir packen uns richtig gut ein und suchen einen guten Standort für Polarlichter. An der ersten Stelle bleiben wir nur wenige Minuten, weil oft Autos vorbeifahren. Dann sind wir etwa um 22 Uhr an einer einigermassen brauchbaren Stelle, und sofort sind Polarlichter zu sehen. Patrick ist anfangs etwas skeptisch, weil sie wie feine Wölkchen aussehen, aber bald sind auch Vorhänge zu sehen und wir beginnen zu geniessen und zu fotografieren.

Kurz nach Mitternacht haben wir genug gesehen und im Kasten, und wir gönnen uns einen Gin tonic an der Hotelbar. Wir sind selig - jetzt sind alle Wünsche in diesen Ferien in Erfüllung gegangen!

 

 

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Am Ortseingang von Akureyri.

 

 

p1000967_fruehstueck_akureyri.jpg     © Patrick Gfeller

Ein Frühstück für uns allein im Hotel Icelandair in Akureyri.

 

 

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Traumhaft schöne Landschaften bei Dalvik.

 

 

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66°04' Nord: Der nördlichste Punkt, wo Pa und Rö je den Boden berührt haben.

 

 

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Die Kirche von Grund, südlich von Akureyri.

 

 

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Die Grassodenkirche von Saurbaejar, südlich von Akureyri.

 

 

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Aurora borealis, aufgenommen südlich von Akureyri.

30 Sekunden belichtet. Nachbearbeitung mit PhotoPaint (Kontrastverstärkung 127..255; Gamma 1.50)

 

 

Dienstag, 8. Okt. 2013

Akureyri-Saudarkrokur (Polarlicht)

Nach dem wiederum ausgiebigen Frühstück checken wir aus und schlendern durch den 1922 von einigen Frauen gegründeten Botanischen Garten gleich neben dem Hotel.

Dann fahren wir hinunter zum Hafen und schauen uns kurz das Kultur- und Informationszentrum HOF an.

Wir verlassen Akureyri nicht ohne nochmals die schönen Häuser am Ortseingang zu fotografieren. Unser Ziel ist Blönduos, hundertfünfzig Kilometer oder zwei Fjorde weiter westlich.

Leichter Schneefall beginnt einzusetzen und die Strecke steigt auf etwa 600 Meter an. Viel mehr dürften es mit Sommerreifen auch nicht sein, aber es gibt keinen anderen Weg nach Reykjavik, ausser man umrundet die Insel nochmals in entgegengesetzter Richtung.

Es gibt einige Sehenswürdigkeiten an der Strecke, so zum Beispiel Örlygsstadir, wo ein Denkmal an eine Schlacht im Jahre 1238 erinnert.

Dann halten wir bei einer weiteren Grassodenkirche in Varmahlid, die klein, aber fein und in der herbstlichen Beleuchtung sehr hübsch anzusehen ist.

Etwas später kommen wir zu einem Monument, von dem wir nicht wissen, warum es hier steht. Auf einer Plakette steht etwas auf isländisch, aber ohne Namen und Jahreszahl ist es uns nicht möglich, herauszufinden, worum es geht.

Island ist mit seiner Geothermie der grösste Stromerzeuger pro Kopf, und dieser Strom muss ja irgendwie transportiert werden. Die wenigen Konzerne, die hier das Sagen haben, planen die Landschaft mit dreissig Meter hohen Kandelabern zu durchziehen, was sehr schade wäre für diese aussergewöhnlich schöne Landschaft. Deshalb wehren sich die Einwohner gegen die geplante Hochspannungsleitungen und -maste, zu Recht, wie wir finden.

Durch das schöne Auenland namens Langidalur fahren wir entlang der Blanda nach Blönduos hinunter.

Und wen treffen wir an der Tankstelle? Die beiden Französinnen aus Paris mit ihrem Happycamper, jetzt mit Winterreifen ausgerüstet. Sie folgten unserem Rat und haben darauf verzichtet, die Fahrt auf den Krafla zu wagen. Rö zeigt ihnen die Polarlichtfotos von gestern Nacht. Abschied.

Wir fahren ins Städtchen, finden aber keine Übernachtungsmöglichkeit und fahren deshalb etwa 15 km südlich zum nächsten Hotel - gemäss Navi. Das Hotel ist aber eine Schule, wie uns ein Lehrer buchstabiert. Nochmals fahren wir nach Blönduos zurück. um uns an der Tankstelle nach einer Unterkunft zu erkundigen, aber umsonst, auch die erhaltene Adresse ist geschlossen. Wir haben keine andere Wahl, als zurück nach Saudarkrokur zu fahren. Entweder auf der Ringstrasse 1 oder über die Bergstrasse 744, die viel kürzer ist, aber eben gebirgiger ist. Wir nehmen den kürzeren Weg. Die Strasse ist super ausgebaut und dank trockenem Wetter überhaupt kein Problem.

Als ob es eine höhere Fügung wäre, finden wir Unterkunft Hotel Tindenstoll, dem ersten Hotel Islands.

Als erstes machen wir uns jetzt Gedanken, wie es weiter gehen soll, denn mit der Streckenplanung für die letzten vier Reisetage hängen wir etwas zwischen Stuhl und Bank.

Wir beschliessen, morgen bis Borgarnes zu fahren, da es dort ein Icelandair-Hotel gibt.

Aber jetzt sind wir erst einmal in Saudarkrokur. Wir fahren vor dem Nachtessen noch etwas der Küste entlang nach Norden, aber die Piste wird immer sumpfiger und bald kehren wir um.

Das Abendessen geniessen wir im Restaurant Olafshuis - etwas vom Feinsten, was wir bis jetzt in Island erleben durften.

Beim Verlassen des Restaurants zeigen sich Polarlichter, und so packen wir uns schnell und dick ein, um an der am Nachmittag ausgekundschafteten Stelle am Meer (keine Autos vor der Linse) zu fotografieren. Heute Nacht bieten die Polarlichter eine unglaublich interessante Show. Wir können die Bewegungen der Vorhänge über uns im Zenit direkt sehen. auf den Bildern sind auch die Rottöne festgehalten, die vom Wasserstoff in grossen Höhen erzeugt werden und von Auge kaum zu erkennen sind. Nach etwa zwei Stunden sind wir müde und beenden diese Super-Session.

Saudarkrokur, von dem wir heute morgen nicht einmal wussten, dass es existiert, werden wir sicher nicht mehr vergessen: Unterkunft, Essen, farbige Polarlichter - alles Höhepunkte dieser Reise!

 

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Das Tourismus- und Informationszentrum HOF in Akureyri.

 

 

img_2847_stefansson_monument_patrick_gfeller.jpg     © Patrick Gfeller

Denkmal zu Ehren des Schriftstellers Stefan G. Stefansson in der Nähe von Varmahlid.

 

 

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Die Kirche von Saudarkrokur.

 

 

img_2931_aurora_patrick_gfeller.jpg     © Patrick Gfeller

Aurora borealis, aufgenommen in Saudarkrokur.

30 Sekunden belichtet bei f/4. Nachbearbeitung mit PhotoPaint (Automatischer Ausgleich)

 

 

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Aurora borealis, aufgenommen in Saudarkrokur.

15 Sekunden belichtet. Nachbearbeitung mit PhotoPaint (Kontrastverstärkung 57..235; Gamma 1.20)

 

 

img_0951_aurora_patrick_gfeller.jpg     © Patrick Gfeller

Aurora borealis, aufgenommen in Saudarkrokur.

30 Sekunden belichtet bei f/4. Nachbearbeitung mit PhotoPaint (Kontrastverstärkung 44..242)

 

 

Mittwoch, 9. Okt. 2013

Saudarkrokur-Osar-Borgarnes

Wir haben gut geschlafen im ältesten Hotel Islands, dem Hotel Tindastoll. Ein Bijou von einem Hotel, aussen nix, innen fix. Die schottische Angestellte besorgt uns ein herrliches Frühstück, welches wir uns ganz ruhig einverleiben. Es ist ein Genuss, sich in diesem geschichtsträchtigen Esszimmer aufzuhalten.

Wir nehmen bis Blönduos wieder die kürzere Strasse 744, die aber heute morgen leicht vereist erscheint.

Wir haben schon gestern gesehen, dass es sich lohnt, die Betonkirche zu besuchen, die vom Architekten wie so vielerorts als symbolischer Teil der Umgebung konzipiert worden ist. Wir fotografieren die Betonkirche und fahren dann nach Osar, das über eine Piste zu erreichen ist, und von wo aus eine Seehundkolonie auf den gegenüberliegenden Sandbänken zu beobachten ist. Unser Wagen sieht wieder einmal wie ein Stück Granit aus, so dreckig ist er auf dieser Piste geworden.

Die Gegend hier mit den verschneiten Bergen und den davor liegenden gelbgrünlichen Weiden sieht wunderschön aus. Das ändert sich, je näher wir der Westküste kommen.

Nach einer Kaffeepause in einer Raststätte ist es nicht mehr weit bis Borgarnes, wo wir im Icelandair Hotel Hamar einchecken. Die Angestellte ist so freundlich und wäscht unsere Wäsche und sie empfiehlt uns ein Restaurant unten in der Stadt. Mit viel Mühe finden wir es tatsächlich, aber es ist ausgebucht. So gehen wir zur zweiten Empfehlung, einem Bistro ganz in der Nähe. Auch hier schmeckt der Fang des Tages sehr gut. In der Zwischenzeit ist es Nacht geworden und der Himmel ist bedeckt. Nach zwei eher kalten Polarlicht-Fotoshootings können wir heute nach einem Gin-Tonic früh zu Bett gehen.

 

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Die Kirche von Blönduos.

 

 

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Panorama in der Gegend des Berges Raudkollur im ersten Schnee.

 

 

Donnerstag, 10. Okt. 2013

Borgarnes-Snaefellsjökull-Selfoss

So einfach wie der barackenartige Bau des Hotels ist, so schön ist der in Morgenröte getauchte Tagesanbruch. Und auch das Frühstücksbuffet ist für bloss sechs Gäste schön angerichtet - es gibt Lachs zum Frühstück.

Heute wollen wir über die Halbinsel Snaefellsnes zum Vulkan Snaefellsjökull fahren. Das Gebiet ist flach, karg und nicht sehenswert - noch nicht! Ab und zu sind auch hier die Möös-chen vorhanden. Der Westen der Halbinsel Snaefellsnes ist jedoch sehr reizvoll und die Klippen von Londrangar am südlichen Ufer sind imposant wie diejenigen in Vik.

Wir sind jetzt ganz nahe am eineinhalbtausend Meter empor ragenden Vulkan Snaefellsjökull, den man bei klarem Wetter aus dem hundert Kilometern entfernten Reykjavik sehen kann, aber wir haben nicht den Hauch einer Chance, auch nur den Sockel zu sehen, obwohl wir den ganzen Berg in nächster Nähe praktisch ganz umrunden.

Am Saxhöll, einen dunklen Kraterberg wollen wir aussteigen, aber es geht praktisch nicht. Ein enorm starker Wind bläst uns vom Meer entgegen. Wir fahren nach Olafsvik hinein und schauen dem Wetter zu. Das Auto schwankt heftig, so stark ist der Wind. Sogar das Wasser des Wasserfalls an einem Berghang in der Nähe fällt wieder nach oben. Rö der Unerschrockene steigt aus um zu fotografieren, kann sich aber kaum halten, so stark bläst der Wind.

Wir beschliessen, die Strasse entlang dem Vulkan nach Süden zu nehmen, aber wir landen in Inner-Mordor auf einer nicht geteerten Bergstrasse. Draussen wütet es nur noch und äusserst vorsichtiges Fahren ist angesagt.

Endlich geschafft, und bald sind wir wieder in Küstennähe wo wir uns entscheiden, heute nochmals bis Selfoss hinunter zu fahren. Wir passieren Reykjavik, als der Regen praktisch aufhört, aber auf der höher gelegenen Strasse vor Hveragerdi sind wir wieder an der Schneegrenze und es herrscht dichter Nebel. Trotzdem halten wir an der Aussichtsstelle, wo wir vor zehn Tagen die  hell erleuchteten Treibhäuser fotografierten. So auch heute, aber welch ein Unterschied: Mehr als etwas Boden und eine Nebelwand sind nicht zu sehen.

Wieder checken wir im Fosshotel Selfoss ein. Jetzt nehmen wir uns die Zeit, Postkarten zu schreiben und dann gemütlich zu Abend zu essen.

 

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Herrlicher Sonnenaufgang in Borgarnes.

 

 

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Die Basaltklippen von Londrangar auf der Halbinsel Snaefellsnes.

 

 

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Vom Winde Sturm verweht: Ein Wasserfall in der Nähe von Olafsvik.

 

 

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Die Kirche von Olafsvik auf der Halbinsel Snaefellsnes.

 

 

Freitag, 11. Okt. 2013

Selfoss-(Perlan)-Keflavik

An der bescheidenen Qualität des Frühstücksbuffets hat sich nichts geändert. Es ist regnerisch und neblig. Wir beschliessen deshalb, nicht noch bis Vik zu fahren, wo wir die Felsen und Klippen bei besserem Wetter fotografieren wollten. Stattdessen wollen wir das Perlan, den viel gepriesenen futuristischen Bau des Wasserspeichers besuchen.

Wir fahren über Hveragerdi (tanken) und das Plateau nach Reykjavik. Auf der von uns Vue des Alpes genannten Ausweichstelle auf der Hellisheidi knipsen wir nochmals die Aussicht Richtung Hveragerdi, das unterhalb der dicken Nebelschicht liegt. Wir besuchen das Perlan, das aber nichts bietet ausser einer Imbissbar, und auch keine Informationen über den eigentlichen Sinn des Baus, nämlich dem Hauptwasserspeicher der Hauptstadt. Trotzdem werden Carweise Touristen hierhin gekarrt - reine Abzocke.

Nach einem Becher Kaffee fahren wir zur Blauen Lagune und lassen uns zum zweiten Mal neunzig Minuten lang die Haut schrumpelig werden.

Dann beziehen wir unser Hotel Smari direkt am Flughafen, wo wir zweimal nächtigen werden. Vergeblich suchen wir ein anständiges Restaurant in Keflavik, also beschliessen wir, den Ring gediegenen Nachtessens im Restaurant Skolabru in Reykjavik zu schliessen. Den Wagen parken wir deshalb bei der Kirche und flanieren zum letzten Mal zur Innenstadt, vorbei an vielen kleinen heimeligen Beizlis, die alle sehr gut besetzt sind. In Reykjavik ist auch heute eine Arbeitswoche zu Ende gegangen.

Bei sehr starkem Wind, der heute schon am Nachmittag eingesetzt hat fahren wir die 46 km zurück nach Keflavik und machen uns Gedanken, was wir mit dem letzten morgigen Tag anfangen wollen.

 

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Das Perlan (Perle), der Warmwasserspeicher Reykjaviks.

 

 

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Die Skulpturen Tanz von Thorbjörg Gudrun Palsdottir vor vor dem Perlan, dem Warmwasserspeicher Reykjaviks.

 

 

Samstag, 12. Okt. 2013

Keflavik (Südwesten)

Immer noch bläst ein sehr starker Wind aus Osten. Wir befahren die Strasse in Richtung zum äusserstem Südwesten Islands. Hier gibt es eine ähnliche Stelle wie in Thingvellir, wo die Grenze zwischen der eurasischen und nordamerikanischen Platte verläuft. Der Graben ist etwa vier Meter tief und fünfzehn Meter breit. Über den Graben führt eine kleine Brücke, über die man in wenigen Sekunden vom "wahren" Europe nach Amerika gelangen kann.

Entlang der Strasse ist ein Planetenweg im Massstab 1:500'000'000 aufgebaut. Von Keflavik her kommend trifft man zuerst auf Neptun. Die als rötlich gelbe Halbkugel dargestellte Sonne mit einem Durchmesser von drei Metern ist neun Kilometer weiter südlich im Gelände eines Geothermiekraftwerks.

Zum äussersten Ende Islands führt eine kurze Piste, dann steht man über den Klippen, und draussen wütet der Meeresgott Neptun und schlägt Gischt sprühende Wellen an die Klippen.

Unser letztes Mittagessen soll eine feine Fischsuppe sein, aber wo? Wir fahren nach Keflavik und weil sich hier nur Fastfood-Ketten oder Pizzerias zeigen, fragen wir im Touristenbüro nach, vor dem wir zufälligerweise parken. Man empfiehlt uns das Fischrestaurant Vittin in Sandgerdi, ein paar Autominuten von Keflavik entfernt. Und siehe da, wieder einmal ein äussert schmuckvolles Restaurant, was man von aussen nie und nimmer erwarten würde.

Dann geht es darum, den Wagen zu waschen, denn in zwei Stunden müssen wir ihn zurückgeben. Wir suchen eine zeitlang, bis wir eine Waschanlage zum Selberwaschen finden und werfen ein paar Hundertkronen-Stücke in den Schlitz.

Die Rückgabe klappt in Minutenschnelle problemlos und um 16:03 Uhr stehen wir ohne Wagen da, mit dem wir 3715 km zurückgelegt haben.

Da es morgen früh zurück in die Schweiz geht, packen wir unsere Koffer und essen im hoteleigenen Restaurant zu Nacht.

 

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Stürmische See am äussersten Südwesten Islands: Reykjanes.

 

 

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Nahtstelle zwischen den Kontinentalplatten Nordamerikas (hinten) und Eurasiens  auf der Halbinsel Reykjanes.

 

 

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Die Kirche Ytri Njardvikur in Keflavik.

 

 

 

Epilog

Rückflug und Rückfahrt über Frankfurt nach Basel verlaufen zum Glück ohne nennenswerte Ereignisse und wir sind wieder im Alltag angekommen.

Wir sind dankbar, dass die Reise ohne Zwischenfälle verlaufen ist und wir Island in bester Erinnerung behalten werden. Alles, was wir zu sehen gehofft haben, konnten wir geniessen, und in der elften und zwölften Nacht sogar die Polarlichter.

 

 

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Karte Islands mit unseren Übernachtungsorten (grün) und der ungefähren Route (rot).

 

 

 

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Angaben zum Diesel-Verbrauch während der Reise.

 

 

 

Hinweis zum Copyright: Die Rechte der Bilder und Texte auf dieser Webseite sind bei den Autoren
Robert Nufer, Therwil (Schweiz) und Patrick Gfeller, Sissach (Schweiz)